Editorial

Happy Birthday, Caritas!

Die Caritas Zürich wurde gerade 95 Jahre alt – es braucht sie mehr denn je.

Der 4. März 1926 gilt als Geburtsdatum der Caritas Zürich. An Notwendigkeit hat sie bis heute nichts eingebüsst. «Wir mussten uns immer wieder neuen Herausforderungen stellen und uns sozusagen neu erfinden», erklärt Direktor Max Elmiger. «Das ist zwar anstrengend, aber es hält auch jung.»

Der rote Faden ging indes trotz Wandel nie verloren: Caritas bedeutet übersetzt Nächstenliebe. Und diese wird bis heute als Solidarität mit den Schwächsten unserer Gesellschaft gelebt – unabhängig von deren Weltanschauung, Religion oder Herkunft. Stets sucht das Hilfswerk die Lücke, welche weder die öffent-liche noch private Hilfe schliesst – und sie entdeckt auch Lücken, die unbemerkt blieben.

Ob Weltwirtschaftskrise 1929, Armut nach dem Zweiten Weltkrieg, Flüchtlinge oder Armut im Verborgenen: +41 44 500 10 20 Caritas Zürich war da, half gezielt und unbürokratisch.

Und nun bringt die Pandemie viele Menschen in der Schweiz in finanzielle Schieflage. Gerade Haushalte mit sehr tiefem Einkommen sind von starken Einkommensrückgängen von durchschnittlich 20 Prozent betroffen – verursacht durch Stellenverluste, Kurzarbeit oder fehlende Möglichkeiten, etwas dazuzuverdienen. 

Die Nachfrage bei Caritas Zürich nach Sozial- und Schuldenberatung sei in den letzten Monaten kontinuierlich gestiegen, bestätigt Max Elmiger. Und auch die Caritas-Märkte seien viel stärker nachgefragt. «Nicht nur Working Poor sind nun darauf angewiesen, möglichst günstig einkaufen zu können.» 

Die Verschuldungszahlen und die Anzahl der sehr knappen Budgets dürften in Zukunft, wenn auch die einst eisernen Reserven aufgebraucht sind, noch zunehmen. Happy Birthday Caritas und alles Gute! Zum Wohl unserer Gesellschaft!

Text: Pia Stadler