Ristretto

Petra Zermin

Ristretto mit Petra Zermin, Synodalrätin Katholische Kirche im Kanton Zürich.

Was läuft in Ihrem Ressort Jugend?

Wir haben intensiv an der Vernehmlassung für den neuen Lehrplan «Gymnasium 22» gearbeitet. Er sieht ab 2022/23 obligatorisch das Fach Kultur/Religionen/Ethik vor, in den ersten zwei Jahren des Langgymnasiums. Jedoch nur 0,5 Lektionen pro Woche, während in der Sekundarschule für gleichaltrige Jugendliche 2 Lektionen erteilt werden. Nun haben wir uns ökumenisch und interreligiös, in Absprache mit allen Playern im Bildungssektor, für die Erhöhung dieser Lektionenzahl ausgesprochen.  

Wie spricht die Kirche Junge an?

Wenn irgendwo «katholisch» draufsteht, schauen die Jungen in der Regel nicht hin. Deshalb finde ich es gut, wenn wir – wie es das jenseits im Viadukt tut – junge Leute mit interessanten Angeboten ansprechen und sie erst später wahrnehmen, dass das ja von der Kirche ist. Wenn sie dann sagen: Wow, das ist ja super, erstaunlich was die Kirche macht – dann ist das Ziel erreicht. Denn sie sehen ja über die Medien meist nur, wo Kirche nicht funktioniert.

Ihre Motivation für dieses Amt?

Ich bin in Köln aufgewachsen und war bei den ersten Mädchen, die Messdienerinnen sein durften. Seither bin ich immer in der Kirche engagiert. Als ich für dieses Amt angefragt wurde, habe ich erst gezögert. Jetzt macht es mir Freude, dass ich hier etwas bewirken kann, dass meine Ausbildung und bisherigen Engagements einfliessen, meine Meinung gehört wird und wir als Team das Gute, das in der Kirche vielerorts da ist, unterstützen und sichtbar machen können.

Gibt es Zeit für Hobbies? 

Ich gehe jeden Morgen als erstes eine Runde nach draussen. Da kann ich innerlich alles, was bevorsteht, sortieren und starte dann besser. Zudem gehe ich gern rudern oder nehme mit meinem Mann zusammen das Kajak hervor. Da wird der Kopf so richtig schön frei!

Text: Beatrix Ledergerber