Editorial

Von uns an euch…

Vielleicht waren sich zum Ende eines Jahres noch selten so viele darin einig: 2020 war ein schwieriges Jahr. 

Es hat uns als Einzelne und als Gesellschaft an die Grenzen der Belastbarkeit geführt – und oft darüber hinaus.

Doch nicht alles war negativ im Corona-Jahr. Es lohnt sich, einen Perspektivwechsel zu machen, und auch auf das zu schauen, was uns die Einschränkungen Positives gebracht haben.

Wir haben das Nahe wiederentdeckt. Durch die Einschränkungen im Alltag entstand Raum für Neues.

Unsere Wohnungen wurden zu einem Ort des erzwungenen Rückzugs und der notgedrungenen Entschleunigung. Viele haben diese Enge mit Phantasie und Energie wieder geöffnet.

Aber viele litten und leiden auch daran, eingesperrt zu sein, werden gesundheitlich und wirtschaftlich in ihrer Existenz bedroht.

Der Wellengang im Jahr 2020 hat jedenfalls niemanden unberührt gelassen. Eine Hoffnung verbindet vermutlich alle:

Wir möchten unser «altes» Leben zurück. Aber mehr noch als uns die momentanen Entbehrungen im sozialen Bereich, im Beruf und in der Freizeit einschränken – wir wünschen uns doch den ganz banalen und gewöhnlichen Umgang miteinander zurück. Den warmen Händedruck, die spontane Umarmung, das befreiende Lachen zusammen. In dieser aufgezwungen langen Zeit des Abstandhaltens, der Isolation ist uns klar geworden:

Wir Menschen brauchen andere Menschen. Wir brauchen einander. Ich brauche Dich. Und so gestehen wir: Wir sind aufeinander angewiesen. Gott sei Dank, finden wir.

Auf ein solidarisches Jahr 2021.

Text: V.Jehle, B.Ledergerber, A.Koch, Ch.Wider, T.Binotto, P.Stadler, A.Dobner, R.Grob