Ihre Meinung ist gefragt...
Sie haben etwas in unserem Heft oder unserer Website gelesen, zu dem Sie Stellung nehmen wollen? Schreiben sie uns! Wir veröffentlichen regelmässig im Heft Leserbriefe, die auch an dieser Stelle im Internet publiziert werden. Je präziser und knapper die Zuschriften, desto höher ist die Chance, dass Leserbriefe auch erscheinen. Grundsätzlich werden nur Zuschriften veröffentlicht, die sich direkt auf den Inhalt des forums beziehen. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Leserbriefe zum Abdruck und zur Veröffentlichung im Internet auszuwählen und wenn nötig zu kürzen. Anonyme Zuschriften und Briefe mit ehrverletzendem oder offensichtlich tatsachenwidrigem Inhalt werden prinzipiell nicht veröffentlicht.
THOMAS BINOTTO, CHEFREDAKTOR
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DIE LESERSCHAFT HAT DAS WORT...
Rapidité, rapidité
in forum 23/2012
Diesen Artikel sollten Sie allen PolitikerInnen zum Lesen geben, denn er lüftet einen Schleier, hinter dem wir alle uns gern verstecken (er macht die Sicht auf das Wesentliche frei).
CHRISTINA RITZMANN, PER MAIL
Rapidité, rapidité
in forum 23/2012
Seit vier Jahren fahre ich mit dem Velo zur Arbeit und benutze die öffentlichen Verkehrsmittel nur, wenn es sein muss. Ein Auto besitze ich seit zwei Jahren nicht mehr und kaufe im Dorfladen zu Fuss ein. Bin ich deswegen altmodisch oder postmodern im Alter von 45 Jahren? In jedem Ort fahren Menschen mit dem Auto nur ein paar hundert Meter, um ihre Tätigkeiten zu verrichten. Ist das sinnvoll?
Unser System hat kein Interesse daran, das Leben zu dezentralisieren, wie das Beispiel unserer Energieversorgung aufzeigt. Auch heute ist die Mobilität immer noch ein Zwang (früher waren es die Völkerwanderungen und Herrschaftsansprüche von imperialen Mächten), wenn ich in die Gesichter von Menschen in vollgestopften Pendlerzügen sowie in Autos im Stau schaue (vom Velo aus oder als Fussgänger). Die meisten Menschen wollen das gar nicht!
Freiheit ist für mich, im nahe gelegenen Wald spazieren zu gehen, dem Wolkenspiel zuzuschauen oder die Bäume im Wind genauer zu betrachten.
CHRISTIAN STEPHEN MCKEOWN, RÜMLANG
z.B. Barmherzigkeit
in forum 22/2012
Die Ausführungen zur bedingungslosen Barmherzigkeit wirken befreiend einfach in einer Welt, in welcher selbst ein Akt der Barmherzigkeit mit grossem bürokratischem Aufwand verbunden bzw. mit tiefgreifenden ideologischen und politischen Fragen verknüpft zu sein scheint. Grundsätzlich ist es zu begrüssen, wenn dazu aufgefordert wird, in Sachen Nächstenliebe im Einzelfall zu entscheiden und sich nicht von abstrakten Denkmustern leiten zu lassen. Meines Erachtens geht es aber zu weit, wenn man auch diesen Einzelfallentscheid auszuschliessen sucht. Die Realität erscheint mir dann doch etwas komplexer als in Ihrem Artikel dargestellt. Dies schon nur aus der Überlegung, dass auch ein barmherziger Samariter wohl kaum unbegrenzte Mittel zur Verfügung hat bzw. sich nicht zweiteilen kann. Hilft er den einen Notleidenden, so entscheidet er sich somit indirekt dagegen, anderen seine Hilfe zukommen zu lassen. Geht man weiter davon aus, dass die Zahl der Hilfsbedürftigen in dieser Welt nicht gering ist, erscheint es leider unumgänglich Prioritäten zu setzen. In diesem Sinne hoffe ich, dass sich der Samariter bewusst dazu entschieden hat, dem Überfallenen zu helfen, weil er der Überzeugung war, gerade dieser habe seine Unterstützung am nötigsten.
M. GUBLER, PER MAIL
Für wen haltet ihr mich?
in forum 19/2012
Was hat das Bild eines durchgeknallten Songjurors mit dem Bibeltext zu tun? «Meh Dräck» vielleicht? Der dazugehörende Artikel ist jedoch sehr gut und informativ.
STEFANIE RANDON, WINTERTHUR
z.B. Glückszwang
in forum 18/2012
Dieser Artikel hat mir einiges erklärt, was ich schon oft beobachtet habe und nicht einordnen konnte. Es war befreiend, diese Ansicht und das Gedankenspiel dazu zu lesen. Ich bin froh um solche Beiträge, sie lassen mich wieder gerne Christ sein und auch das Katholischsein leichter nehmen. Ganz nach dem Motto: «Es trägt der echte Christ den Glauben nicht am Rocke und hängt die Frömmigkeit nicht an die grosse Glocke.» (Molière)
AGNES STÖCKLI-HESS, PER MAIL
Kein Sklave des Geldes
in forum 16/2012
Der St. Galler Bischof Markus Büchel ist bekannt dafür, sich für seine Zuhörer praxisnah und allgemeinverständlich auszudrücken. Seine Überlegungen zum 1. August basieren auf Respekt, Nächstenliebe, Empathie und regen alle MitbürgerInnen an, sich ein eigenes Bild zu seinen klaren Äusserungen zu erarbeiten. Möglicherweise werden gewisse LeserInnen seine Gedankengänge als utopisch oder realitätsfremd ablehnen. Das ist Sache jedes Einzelnen. So bleibt es denjenigen vorbehalten, die Nächstenliebe im Sinne vermehrten Aufeinander-Zugehens verstehen, in ihrem näheren und weiteren Umfeld dieses zwischenmenschliche Annäherung und darauf aufbauend Stärke schaffende Gedankengut zu verbreiten. Kirchliche Nähe von höchster Stelle so bekennend und klar erfahren zu dürfen, tut gut.
MARCEL DUBLANC, ZÜRICH
Kein Sklave des Geldes
in forum 16/2012
Der St. Galler Bischof Markus Büchel ist bekannt dafür, sich für seine Zuhörer praxisnah und allgemeinverständlich auszudrücken. Seine Überlegungen zum 1. August basieren auf Respekt, Nächstenliebe, Empathie und regen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger an, sich ein eigenes Bild zu seinen klaren Äusserungen zu erarbeiten. Möglicherweise werden gewisse Leserinnen und Leser seine Gedankengänge als utopisch oder realitätsfremd ablehnen. Das ist Sache jedes Einzelnen. So bleibt es denjenigen vorenthalten, die Nächstenliebe im Sinne vermehrten aufeinander Zugehens verstehen, in ihrem näheren und weiteren Umfeld dieses zwischenmenschlich Annäherung und darauf aufbauend Stärke schaffende Gedankengut zu verbreiten. Kirchliche Nähe von höchster Stelle so bekennend und klar erfahren zu dürfen tut gut.
MARCEL DUBLANC, ZÜRICH
SOS Narrenschiff
in forum 14/2012
Ich habe durchaus Verständnis für die Sprache der Glossen, aber meines Erachtens passt dieser Inhalt überhaupt nicht in ein katholisches Pfarrblatt. Zu oft sündigen katholische Priester im Geheimen, und zu wenig oft kommt es ans Licht. Ich meine da absolut nicht einen Bischof, der sich mit einer Schönen vergnügt, denn das sollte nicht mit seinem Rücktritt enden, sondern endlich zur Abschaffung des Zölibats führen. Aber leider wird in der katholischen Kirche von zu vielen Priestern wirklich gesündigt. Nein, die Doppelmoral wünsche ich mir nicht zurück – aber das Abschneiden von elendigen Konservatismus-Zöpfen!
NICOLE BERTSCH, PER MAIL
«Transparent und demokratisch legitimiert»
in forum 9/2012
Keine Frage, die Aufgaben einer Synodalrätin, eines Synodalrates sind verantwortungs- und anspruchsvoll und dürfen auch entsprechend honoriert werden.
Der Autor Aschi Rutz, Leiter Kommunikation des Synodalrates, berichtet, dass das Entschädigungsreglement transparent und demokratisch legitimiert sei.
In der ganzen Diskussion zum Entschädigungssystem des Synodalrats geht es aber in erster Linie um etwas anderes.
Im Artikel heisst es, dass die neuen Entschädigungen an die der reformierten Kirchenratsmitglieder angelehnt seien. Dabei wird aber verschwiegen, dass ein reformierter Pfarrer, der zugleich Kirchenrat als auch Pfarrer einer Gemeinde ist, sein Stellenpensum in der Kirchgemeinde kürzen muss, konkret um die Stellenprozente, die er im Kirchenrat inne hat.
Die im Artikel von A. Rutz erwähnte Reduzierung der hauptberuflichen Vollbeschäftigung – zeitlich und einkommensmässig – zu Gunsten des nebenamtlichen Synodalrat-Mandats wird aber im Synodalrat nicht wie bei der Schwesterkirche eingefordert.
Im Artikel des «Tages-Anzeigers» steht nämlich zu lesen, dass Synodalrat Rolf Bezjak zu 90 Prozent eine Gemeinde leitet und gleichzeitig ein 35-Prozent-Pensum als Synodalrat absolviert. Summa summarum also ein 125-Prozent-Pensum mit entsprechender Entlöhnung.
Andere kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen jedoch erhalten innerhalb des kirchlichen Dienstes maximal 100 Prozent Lohn, auch wenn viele von ihnen mehr arbeiten. So erhält beispielsweise ein Dekan, der gleichzeitig Pfarrer einer Gemeinde
ist, neben seinem 30-Prozent-Dekanenlohn «nur» noch 70 Prozent Pfarrerlohn. Hier gilt der Grundsatz: Mehr als 100 Prozent Lohn ist nicht gerechtfertigt. Und dies sollte auch für Kirchenfunktionäre gelten.
Weiter gilt festzuhalten, dass nur die Löhne des Synodalrates entsprechend den Löhnen der reformierten Kirche nach oben angepasst wurden, die Löhne der vielen anderen kirchlichen Mitarbeiter aber nicht. Wird das als Lohngerechtigkeit verstanden?
CLEMENS PLEWNIA, MÄNNEDORF
Spalten statt versöhnen
in forum 7/2012
Hat schon jemand davon gehört, dass einem unsozialen Arbeitgeber, einem Spekulanten, einem, der eine Firma ruiniert und Arbeitsplätze vernichtet, die Kommunion verweigert wurde? Oder einem, der rassistische Parolen von sich gibt? Jemandem, der Waffen herstellt oder mit Rauschgift handelt?
Nein, alles ist fixiert auf EIN Gebot. Du kannst jemanden umbringen und wieder zur Kommunion gehen; du kannst aber nie mehr zur Kommunion, wenn du nach einer Scheidung wieder in einer Beziehung lebst – ausser du verzichtest darauf, mit dem neuen Partner ins Bett zu gehen.
Lange bevor die Werbung und die Filmindustrie Sexualität zum Thema Nummer 1 gemacht haben, hat es die katholische Kirche getan. Es ist so peinlich, aber schon für Hobbypsychologen so durchsichtig, wenn ein Club älterer zölibatärer Herren das sexuelle Verhalten der anderen beurteilt.
Hören wir doch endlich mal auf damit! Es wird mit so unterschiedlichen Ellen gemessen: Soziale Sünden, also im Bereich von Geld, Besitz, Macht, Gewalt werden verharmlost. Weil die Kirche selber Privilegien geniesst und Vorteile hat, wenn sie sich auf die Seite der Mächtigen stellt?
Millionenabzocker gibt es halt auch in christlichen und bürgerlichen Parteien. Diktator Pinochet war eben katholisch; Johannes Paul II. hat eine Privatmesse für ihn gehalten und ein Enkelkind getauft. Und Caroline von Monaco bekam von ihm Dispens für eine zweite Ehe.
Manchmal befolgt die Kirche den Leitsatz, mit dem das Kirchenrecht schliesst («Das oberste Gesetz ist das Heil der Seelen.»), der ja wohl das Wort Jesu aufnimmt, das Gesetz sei für den Menschen da, nicht umgekehrt (z. B. Mk 2,27), manchmal aber nicht. Warum dort und nicht da?
RETO MÜLLER, PFARRER IN SCHWYZ
Was ist das für ein «Hirte», der seinen Schäfchen böse Fusstritte versetzt! Eigentlich wäre zu hoffen, dass der Churer Bischof sich entschuldigte oder dass sein Chef, der Papst, ein versöhnliches Wort fände. Aber wer weiss, vielleicht stösst man in Rom in dasselbe Horn. Muss die Treue zur katholischen Kirche mit so viel Frust und Scham verbunden sein?
STEFANIE RANDON, WINTERTHUR
Zu ihrem engagierten Kommentar zum Hirtenbrief gratuliere ich Ihnen. Danke für Ihren Mut, dass Sie Klartext schreiben. Sie geben damit vielen Menschen eine Stimme, und das ist meiner Ansicht nach wichtig.
URSULA FREI-NAEF, DÜBENDORF
Man sollte sich nicht nur Bischos Vitus Huonder vor Augen nehmen – nein, auch die Schar dieser «Bischofsflüsterer». Ich hab das Gefühl: Die flüstern ihn in eine Ecke, aus der er nicht mehr mit eigenen Kräften hervorkommt, in den Kreis seiner schweizerischen Bischofskollegen.
WERNER UTZINGER, PER MAIL
Vielen Dank für Ihre mutigen, kritischen, jedoch nicht reisserischen Artikel zum Verhalten «unseres» Bischofs.
JAN MAURICE DEMEY
Ich bin enttäuscht, wie Sie neulich im forum mit Herrn Bischof Huonder umgegangen sind. Ich teile auch nicht in allen Belangen die Meinung des Bischofs, aber ich bin der Meinung, dass er einen respektvollen Umgang verdient. Einen Geistlichen auf diese Weise anzugreifen, liegt mir fern.
ADOLF STALDER. PER MAIL
Sicher ist um diesen «Hirtenbrief» etwas Gelassenheit am Platz. Irgendwie kann man diesen Brief auch als hilflosen Ruf eines phantasielos Überforderten verstehen. Bischof Huonder lebt halt in seiner Churer Residenz in einer etwas eigenen Welt, die sicher auch Teil unserer Welt ist, uns aber in unserem katholischen Glauben ja nicht in profundis verunsichern muss. Als Mediziner weiss man, dass nicht immer alles so ganz nach Plan läuft und Gottes Liebe und seine Wege prima vista diskret sein können. Eben diese Liebe hat nicht nur Bischof Huonder geschaffen, sondern auch unsere wiederverheirateten Mitchristen, die er auch mit seiner Liebe begleitet. Unser Glaube und gar schon Gottes Liebe werden Bischof Huonder bei weitem überdauern.
DR. MED. HANSJÖRG LEU-UEBELE, ZOLLIKON
Vielen Dank für Ihre klare und deutliche Stellungnahme zum sogenannten «Hirtenbrief» von Bischof Huonder. Es freut mich, feststellen zu können, dass ich nicht allein bin mit meiner Kritik an der Obrigkeit in Chur. Schade nur, dass immer mehr Katholiken resignieren und der Kirche den Rücken kehren, anstatt ihre Stimme innerhalb der Institution zu erheben und ihrem Missfallen Ausdruck zu verleihen.
EDWIN WIRZ, HINWIL
«Wie man einen Skandal produziert»
in forum 2/2012
Dieser Artikel produziert ein Konstrukt. Danach soll Bischof Vitus die Professoren der Theologischen Hochschule Chur angegriffen haben. Mit meiner Hilfe seien die Medien gesucht worden, um den Ruf der THC zu beschädigen, damit weitere Studierende ausbleiben und der Bischof «freie Bahn» bekomme für eine Hochschule «nach seinem Gusto». Dieses Konstrukt kann Herr Binotto nur präsentieren, indem er die entscheidende Tatsache verschweigt. Diese lautet: Am Montag, 9. Januar 2012, rief mich der Journalist Michael Meier vom Tages-Anzeiger an. Er stellte Fragen zum Brief der THC-Professoren vom 9. Dezember 2011 und war im Bild über wesentliche Inhalte dieses Schreibens. Damit sahen wir uns konfrontiert mit einer Indiskretion. Deshalb und aus keinem anderen Grund haben wir gehandelt. Dies wird auch aus dem von Herrn Meier am 11. Januar publizierten Tagi-Artikel selber klar, in dem gesagt wird, «Recherchen des Tages-Anzeigers» hätten uns «aufgeschreckt». Da mir Herr Meier schon am Telefon sagte, er werde seinen Artikel schreiben, haben wir pro-aktiv kommuniziert. Denn es ist wichtig, die Fakten für alle Journalisten zugänglich zu machen, damit sie sich ihre eigene Meinung bilden können und nicht abhängig sind von einer einzelnen Medienstimme. Die Alternative wäre gewesen, im vollen Bewusstsein des Kommenden abzuwarten und später reaktiv zu kommunizieren.
GIUSEPPE GRACIA, BISCHÖFLICH BEAUFTRAGTER FÜR MEDIEN UND KOMMUNIKATION DES BISTUMS CHUR
Der Vorwurf des «Powerplays», den der Bischof von Chur und sein Kommunikationsverantwortlicher erheben, richtet sich eindeutig und unmissverständlich an die Professorenschaft der Theologischen Hochschule und nicht an den Tages-Anzeiger-Journalisten Michael Meier. Das erschliesst sich auch ohne weitere Erklärung aus der bischöflichen Pressemitteilung selbst. Nachzulesen unter www.bistum-chur.ch/Comm_10_01_2012.pdf. Die Redaktion hält an ihrer Darstellung fest.
REDAKTION FORUM
«SOS Narrenschiff»
in forum 26/2011
Mit viel Vergnügen habe ich Ihre Glosse zum Thema «Finanzen usw.» gelesen. Sie haben das geschrieben, was wohl den meisten Menschen bei diesem Thema durch den Kopf geht. Aber da liegt der kleine Unterschied. Viele denken und fühlen so, aber wenige können die Sache so treffend auf den Punkt bringen. Sie haben zweifellos nicht nur mir aus der Seele gesprochen. Vielen Dank!
KURT MAEDER, ZÜRICH
«Lasset das Spiel beginnen!» und «SOS Narrenschiff»
in forum 26/2011
Die Filmkritik über «Habemus Papam» ist hervorragend. Die «jahrzehntelange Betriebsblindheit», die Thomas Binotto erwähnt, hat er, wenn man seine Artikel liest, überwunden. Aber das ist nicht umsonst zu haben, das ist harte Geistesarbeit. Diesen «Spagat» hat er geschafft.
Sein Beitrag im «SOS Narrenschiff» ist dieses Mal nicht Satire, sondern die Finanzwelt, über die er schreibt, ist Realsatire. Man ist versucht zu sagen, wer Nationalökonomie studiert, ist bereits «infiziert». Ein Kollabieren des Systems ist unvermeidlich. Wenn Heiner Geissler, ehemaliger CDU-Generalsekretär und ganz sicher kein «Sozialromantiker», in seinem Buch «Was würde Jesus heute sagen», seine Aussage «der Kapitalismus ist genauso falsch wie der Kommunismus» u. a. damit begründet, dass der moderne Kapitalismus keine Werte jenseits von Angebot und Nachfrage kennt, sondern die Interessen des Kapitals verabsolutiert, so tönt das geradezu «harmlos» im Vergleich dazu, was in den letzten Monaten und Jahren mit den Banken und den Staatsverschuldungen geschehen ist und geschieht.
OSCAR RUFER, ZÜRICH
«Recht bleibt Recht»
in forum 25/2011
Für den lesenswerten Artikel von Josef Bossart (KIPA) über Dick Marty danke ich Ihnen sehr. Wir müssen dem Tessiner dankbar sein, dass er immer wieder Scheinheiligkeit und Rechtsverletzungen, woher sie auch kommen, anprangert. Zu Recht erinnert J. B. an Carlo Alberto Dalla Chiesa und seinen Kampf gegen den Terrorismus. Dass aber aus dem Terrorismusbekämpfer ein Terrorismuskämpfer wird (2. Spalte v. r., Zeile 26 v. o.), ist wohl ein Schönheitsfehler, der den guten Eindruck nur unwesentlich schmälert.
HANS MÜLLER, ZÜRICH
«Ein Suchender»
in forum 23/2011
Im forum 20/2011 las man unter «SOS Narrenschiff» den Kommentar von Thomas Binotto über einen «Kampfkatholiken». Hier wurde der Redaktor des Spiegels für seinen Eintritt für das Christentum und die katholische Kirche geradezu lächerlich gemacht, Diesen Beitrag zu lesen, ist schon eine Beleidigung des Lesers.
Im forum 23/2011 wird der Unverfrorenheit geradezu die Krone aufgesetzt. Der notorisch obsessive Katholikenhasser auf dem Platz Zürich erhält eine zweiseitige Plattform für seine oft abstrusen Ansichten und Äusserungen – sogar noch mit halbseitigem Grossfoto! Zwar scheint der Wolf vor dem Interview Kreide gefressen zu haben, denn hier fallen einmal keine groben und beleidigenden Kommentare, wie sie in den letzten Jahren im Tages-Anzeiger oft zu lesen waren.
Michael Meier betont als reformierter Christ sein zufriedenes Verhältnis mit seiner Kirche. Aber warum immer wieder seine fanatischen Ausfälle gegen unsere katholische Kirche? Gewiss, hier kann man noch verschiedenes besser machen; aber sicher nicht aus der Sicht von Michael Meier – er stellt ja selbst das Christentum in Frage.
Im Übrigen stelle ich die Frage an die Redaktion des forum: Würde eine reformierte Kirchenzeitung ein zweiseitiges Interview mit einem (katholischen) Reformierten-Hasser in ihrer Zeitung bringen?
BERND H. SPETH, ZUMIKON
Ja, wenn von Michael Meier ein Artikel über die katholische Kirche in der Zeitung erscheint, sehen viele röter als die Hölle. Darum brauchte es wohl auch etwas Mut, fürs forum dieses Gespräch zu führen. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Bericht seine Wirkung nicht verfehlt. Für mich persönlich ist Christus auch kein Kopfnicker. Er ging mit offenen Ohren und Augen durch die Gegend, kritisierte seine Mutter, wies Besserwisser und Mächtige zurecht und empörte sich gegen Unrecht. Ich finde dieses Interview wichtiger als manche Sonntagspredigt, in welcher der Prediger Antworten gibt auf Fragen, die niemand stellt. Dieser Artikel mit Bild gibt eine Antwort auf das, was viele immer schon wissen wollten.
PIA MURER-ZUBER, URDORF
«SOS Narrenschiff»
in forum 22/2011
Beim Lesen der Glosse über die Moralkeule kam mir eine Aussage meines Geschichtslehrers an der Kantonsschule wieder in den Sinn: «Moral ist eine Tugend des Mittelstandes. Die Armen können sie sich nicht leisten und die Reichen können es sich leisten, sich nicht daran zu halten!»
RAYMOND KIND, KÜSNACHT
Editorial
in forum 22/2011
Thomas Binotto schreibt im Editorial, dass man der Sterbehilfe mit Lust auf kontroverse Debatte begegnen soll. Der darauffolgende Artikel über die Sterbehilfe war leider nicht kontrovers. Wirklich kontrovers wäre, wenn das forum einen Exponenten der Sterbehilfe wie Ludwig A. Minelli zu Worte kommen lässt. Thomas Binotto schreibt aus gutem Grund, dass bei den Heiligen viel Radikalität und politische Wirkung zu finden war. Dies trifft interessanterweise auch auf die Gründer der Sterbehilfe zu, wer weiss, vielleicht wird jemand von ihnen irgendwann selig gesprochen.
JÜRG SIMEON, MÖNCHALTORF
«Blick in die Programme»
in forum 21/2011
Die christlichen Kirchen müssen sich einmischen bei gesellschafts politischen Fragen und dürfen sich nicht von beliebigen Parteipolitikern hinter die Kirchenmauern zurückdrängen lassen! Das ist christlich verantwortete Gesellschaftspolitik, wie sie kürzlich auch Abt Martin Werlen OSB im Auftrag der Bischofskonferenz definiert hat: «Kirche ist politisch!», hiess der Aufruf der Schweizer Bischöfe zum 1. August 2011.
Das ist übrigens auch das überzeugte Credo von Prof. Pierre Bühler von der theologischen Fakultät der Universität Zürich: Die Kirchen sollen keine Parteipolitik betreiben, aber engagiert Partei ergreifen für die Menschen, die keine Stimme haben und in ihrer Würde nicht respektiert werden.
Jedenfalls ist es beruhigend zu wissen, dass das aufmerksame forum-Team immer dann sein Veto einlegt, wenn im kirchlichen oder weltlichen Alltag jemand den andern allzu eigenwillig den Marsch blasen will.
XAVER STALDER, STÄFA
«z.B. Ökumene»
in forum 21/2011
Ihr Artikel ist vollkommen logisch und stringent. «Gott hat eigentlich keine Religionen geschaffen.» Nur widerspricht dies dem christlichen Glaubensbekenntnis. Denn nach unserem Glaubensbekenntnis hat Gott (irgendwann in der Geschichte der Menschheit) selbst in die Religionsfrage eingegriffen. Er hat (nach unserem Glaubensbekenntnis) seinen «Sohn», also seine Inkarnation, physisch auf die Welt gesandt. Dazu hat er primär das Volk Israel geschaffen, das an einen Messias glaubte. Und dafür hat er auch das Imperium Romanum geschaffen, um die Ausbreitung des christlichen Glaubens (damals «weltweit») zu ermöglichen.
Nach unserem Glauben an Jesus Christus ist es also nicht legitim, zu unterstellen, jedes Denken der Menschen in religiösen Fragen sei grundsätzlich gleichwertig.
Hingegen stimme ich Ihnen gerne in der Auffassung zu, dass jedweder Religionskrieg grundsätzlich eine Gotteslästerung ist. Denn Gott liebt doch wohl grundsätzlich alle Menschen gleichermassen (müsste man den Islamisten einmal beibringen). Übrigens haben «Religionskriege» stets soziologischen oder politischen und nicht religiösen Ursprung.
Ihr religiöser Relativismus, der sehr logisch erscheint, verträgt sich einfach nicht mit der christlichen Heilslehre, wonach eben Jesus Christus die Inkarnation Gottes ist und damit die Vielfalt der Religionen «eigentlich» erledigt ist.
ANDREAS HENRICI, PER MAIL
Schwerpunkt «Mystik»
in forum 20/2011
Kann es sein, dass die Mystiker immer für die jeweiligen religiösen Machthaber eine Bedrohung waren, weil sie den Zugang zu den Seinsfragen allen Menschen über das eigene Fühlen und Denken ermöglichten, ohne Umweg über Lehransprüche ex cathedra? Weitere Fragen stellen sich: Was bedeutet Mystik in der heutigen Zeit? Was bedeutet Mystik für mich? Ich möchte dem Geheimnis des Lebens und des Todes, des Leidens und der Erlösung auf die Spur kommen. Ich möchte die Kernaussagen der Lehre Jesu hören und spüren. Und zwar nicht so, wie es in den Gottesdiensten oft geschieht: In der Eucharistiefeier werden die Formeln einfach runtergeraspelt. Das Geheimnisvolle und Unerklärbare ist nicht Thema. Die Konsequenzen für das Leben und die Nachfolge Christi werden nicht aufgezeigt. Ich möchte, dass die heutige hierarchisch geprägte katholische Amtskirche endlich ihren Mystikern Raum schafft, indem sie den Dialog führt und selbstkritisch die längst fälligen Reformen an die Hand nimmt. Papst Benedikt und seine Ergebenen verwalten die Kirche, statt sie zu gestalten. Bitten wir Gott, dass sich dies bessere!
WALTER TROTTMANN, URDORF
«Nicht bloss fromme Party»
in forum 19/2011
Der Artikel über den Weltjugendtag ist ausgezeichnet. Die meisten deutschschweizerischen Medien haben sehr einseitig und knapp berichtet, mit einer Konzentration auf die Anti-WJT-Demo und auf den «Abbruch» wegen Gewitters des Programmes am Freitag abend (SF). Schön, dass sie dies nicht als Kritik aufnehmen, sondern selbstbewusst, jugendlich und ausführlich berichten. Damit lassen sie faktisch viele andere Berichte «alt» aussehen.
Sehr gefallen hat mir auch das Editorial von Beatrix Ledergerber, der Artikel «Als Gott in die Irre ging» sowie das Gedankenspiel von Thomas Binotto.
MARKUS ALIG, PER MAIL
«z.B. Kirche offline»
in forum 19/2011
Der Seitenhieb auf den twitternden Papst beziehungsweise den Abt von Einsiedeln könnte problemlos auch auf Alt-Bundesrat Leuenberger zutreffen: Statt hip zu sein, müssen Personen in solchen Positionen insbesondere durch Besonnenheit und Weitsicht glänzen. Und genau solche Weitsicht würde dafür sorgen, dass sie «bereits da sind, wenn die Menschen ankommen.» (Diese Formulierung hat echt etwas Programmatisches!)
DIETER KUHN, ZÜRICH
Glück ist relativ
in forum 14/2011
Zuerst einfach Danke für Ihre gfreuten Artikel auf der Schlussseite des forums. Ich lese sie immer zuerst, nachher, wenn möglich, ein zweites Mal laut, denn meine Partnerin kann nicht mehr gut lesen. Ja, und schon schafft Ihr Artikel Beziehung und die Voraussetzung zu relativem Glück. Weiten wir den Blickwinkel etwas aus, so gelangt man beim forum auf die ersten Seiten. Unter anderem wird dort die Frage nach dem Verzicht aufgeworfen. Ich denke, es könnte auch eine Kultur des Verzichts geben. Denn wie Sie sagen, ohne Verzicht wird nichts Bedeutendes geschaffen. Mit dem freiwilligen Verzicht bin ich zum ersten Mal so richtig auf meiner Jakobspilgerschaft konfrontiert worden. Ich durfte erleben, wie diese Übung mir die relativ glücklichste Zeit meines Lebens bescherte.
JOSEF BAUMGARTNER, AFFOLTERN AM ALBIS
Rätselkrimi
in forum 15/2011
Danke speziell für die interessante Krimi-Nummer 15. Irgendwie hängt’s
wohl mit dem Alter zusammen, aber ich finde die versprochene Lösung des
Rätselkrimis nicht. Weder in der Nr. 16 noch im 17. Falls sie nicht erst
in einer der nächsten Nummer kommen soll (damit alle Krimifreunde noch
etwas länger suchen können), wäre ich dankbar, wenn Sie sie mir per Mail
gäben.
ROBERT JETZER, PER MAIL
Lösung des Rätselkrimis
aus Heft Nr. 15
Selbst gewiefte Kriminalisten dürften bei der Suche nach der für die
Nummer 16 versprochenen Lösung gescheitert sein, weil es schwer möglich
ist, etwas zu finden, wo nichts vorhanden ist. Es liegt also weder am
Alter noch an den grauen Zellen unserer vergeblich suchenden
Leserschaft, sondern schlicht und einfach an der Nachlässigkeit der
Redaktion, dass Herr Jetzer die Publikation der Lösung bei uns anmahnen
musste. Dafür bitten wir um Entschuldigung und lüften jetzt endlich das
Geheimnis: Der Opferstockdieb hat sich verraten, weil er behauptete,
den Zettel mit den Gottesdienstzeiten unmittelbar vor Beginn der Andacht
geschrieben zu haben. Die Notiz war mit grünem Filzstift geschrieben –
in den Taschen des Diebs befand sich jedoch kein entsprechender Stift.
THOMAS BINOTTO, CHEFREDAKTOR
SOS Narrenschiff
in forum 16/2011
Dieser Artikel von Thomas Binotto im letzten forum ist nichts anderes als eine Breitseite gegen den Bischof unserer Diözese. Man spürt es, der Verfasser freut sich spitzbübisch über sein Geschreibsel. Allerdings braucht es dazu nicht viel Mut, schwimmt er damit doch wohl im Mainstream unserer Zeit.
Gemäss Jahresbericht 2010 der Katholischen Kirche im Kanton Zürich ist das von der Zentralkasse kostendeckend finanzierte forum das kirchliche Informations- und Publikationsorgan und «steht im Dienst der Seelsorge und vermittelt Orientierung aus religiös-ethischer Sicht auf der Grundlage der christlichen Botschaft zum Zeitgeschehen.»
Ich weiss gut genug, dass die Zeitläufte in unserer Kirche nicht einfach sind. Umso eher wäre es angebracht, wo immer möglich zu vermitteln und nicht noch schadenfroh weitere Gräben auszuheben.
Nebenbei bemerkt: Hätte der Abt von Einsiedeln diese Testfahrt unternommen, hätten Sie ihn sicher gerühmt als fortschrittlichen Kirchenmann!
JOSEF LEHMANN, DIELSDORF
Freude am Leib
in forum 17/2011
Nach der Dogmatisierung der Himmelfahrt Marias 1950 erschien in der NZZ eine Glosse des katholischen Schriftstellers Graham Green. Der Glaubenssatz sei nichts Neues. Er sage nur verbindlich, was man bereits glaubte: dass «Maria nach Vollendung ihres irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele zur himmlischen Herrlichkeit aufgenommen worden ist.» Da gibt es freilich die Meinung, Maria sei von der Verwesung des Todes bewahrt worden. Und diese Meinung ist dann auch in die erst später formulierte neue Präfation des Festes eingegangen (sie fehlt noch in meinem Messbuch von 1963). Bischof Eleganti schreibt so, wie wenn die Unverweslichkeit zum Glaubenssatz gehören würde. Paulus sah Tod und Verwesung der Menschen als Folge der Sünde Adams, trotzdem glaubte er an die Auferstehung der Toten. Heute darf ich als Katholik überzeugt sein, der Tod gehöre ohne Schuld zum Leben.
GEORG KAUFMANN
Titelbild
in forum 13/2011
Das Titelbild der Pfingstnummer zeigt eine Darstellung, welche nichts mit dem Ereignis von Pfingsten zu tun hat, denn nach dem Zeugnis der Apostelgeschichte kam der Heilige Geist auf zwölf Apostel herab. Unmittelbar vor dem Bericht über das Pfingstfest wird die Ersatzwahl des Matthias anstelle von Judas berichtet. Auch in Apg 2,14 heisst es von Petrus und den Elf.
Weshalb ist die Zwölfzahl an Pfingsten wichtig? Der Heilige Geist begründet das neue Gottesvolk in der Zwölfzahl der (nicht mehr durch Verwandtschaft begründeten) Stämme, so wie das alte Gottesvolk in zwölf Stämmen am Sinai seinen Ursprung hat. Als einige Jahre später Herodes den Apostel Jakobus töten lässt, findet keine Ersatzwahl mehr statt, weil die Zwölfzahl lediglich am Ursprung der Kirche als neues Volk Gottes vollendet sein musste.
Auch in der Vision der Kirche am Ende der Zeiten, wie sie in der Geheimen Offenbarung beschrieben wird, hat die Mauer der Stadt zwölf Grundsteine mit den zwölf Namen der zwölf Apostel (Offb 21,14). Dazu ist sicher nicht der Verräter Judas zu zählen, sondern der vor Pfingsten gewählte Matthias. Er ist kein blosser Ersatzmann, sondern einer der zwölf Grundsteine der Kirche und gehört daher auf jede Pfingstdarstellung.
PFARRER FRANZ STAMPFLI, ZÜRICH
Das Pfingst-Titelbild zeigt leere Köpfe, denen der Pfingstgeist fehlt. Elf Figuren, wobei die Hauptfigur Maria fehlt, die wesentlich zum Pfingstereignis gehört. Die Pfingstmeditation ist auf das Element Wasser beschränkt. Wo bleiben da Wind und Sturm? Bewegt sich ein Schiff etwa bloss auf dem Wasser und nicht erst dank des Windes oder Sturmes? Im Pfingstevangelium ist gerade der Sturm als Symbol des Heiligen Geistes das wesentliche Element. Oder sind wir etwa nur mit Wasser getauft worden und nicht ganz wesentlich mit dem Heiligen Geist?
PFARRER JOSEF Z’GRAGGEN, WINTERTHUR
Das Deckblatt der Pfingstausgabe hat bei mir viel Unmut ausgelöst. Eine Personengruppe ohne Gesichter, grau in grau, hat in mir eher Hoffnungslosigkeit hinterlassen. Hier ist gar nichts von der Ankunft des Heiligen Geistes zu erahnen, geschweige denn über die Freude des vorangegangenen Osterfestes. Hohle, traurige Gesichtshöhlen, die jegliche Verbindung zum christlichen Glauben vermissen lassen.
BERND H. SPETH, ZUMIKON
Nachrichten
in forum 13/2011
Unter der Rubrik «Nachrichten» erwähnen Sie die Vergabe des Zürcher Journalistenpreises an Michael Meier: Müssen Sie dies unbedingt in Ihrem Pfarrblatt erwähnen? Ich lese seit Jahren die Absonderungen dieses «ausgezeichneten Journalisten». Seine besonders gegen die katholische Kirche gerichteten Abhandlungen lassen auf ein sehr gestörtes Verhältnis zu ihr schliessen – das ganze Christentum scheint für Michael Meier zur Disposition zu stehen.
BERND H. SPETH, ZUMIKON
Die Erwähnung von Michael Meier in Zusammenhang mit seiner Auszeichnung mit dem Zürcher Journalisten-Preis hat mich erstaunt. Der Mann ist für seinen neurotisch-obsessiven Katholikenhass bekannt, keift seit Jahren gegen Kirche und Hierarchie und hat fast täglich einen Giftpfeil im Köcher. Die Nennung im forum deutet auf Anzeichen eines latenten katholischen Mental-Masochismus hin.
JANOS GOEGY, PER MAIL
Michael Meier ist für mich ein polemischer Journalist. Ihn hätte ich nicht ausgezeichnet. Ich finde seine Artikel pointiert geschrieben, aber durchzogen einseitig dargestellt. Religiöses sollte achtsam angegangen werden, auch Christliches; auch in den Medien. Christliche Inhalte sind (auch) Kulturgut; man sollte nicht unbekümmert am Ast sägen, auf dem man sitzt.
ESTHER WOLF, ZÜRICH
Ortstermin mit Karoline Mayer
in forum 14/2011
Seit unendlich vielen Jahren lese ich auch das «forum» – als urzwinglianische Reformierte. Besonders freue ich mich jeweils über die Beiträge des Chefredaktors – diesmal über Karoline Mayer. Wie gut ich sie kenne. Seit 1983 setzt sich Herrliberg für ihr Werk ein. Seit Jahren werden Bazare veranstaltet und immer wieder beachtliche Beiträge für «Cristo vive» gesammelt. Seit wenigen Jahren besteht nun auch eine Gruppe «Cristo vive Schweiz» mit Sitz in Herrliberg.
RUTH HAAG, HERRLIBERG
Glück ist relativ
in forum 14/2011
Zuerst einfach Danke für die gfreuten Artikel von Thomas Binott auf der Schlussseite des forums. Ich lese sie immer zuerst, nachher, wenn möglich ein zweites Mal laut, meine Partnerin kann nicht mehr gut lesen. Ja, und schon schafft Ihr Artikel Beziehung und die Voraussetzung zu relativem Glück. Weiten wir den Blickwinkel etwas aus, so gelangt man beim forum auf die ersten Seiten. Unter anderem wird dort die Frage nach dem Verzicht aufgeworfen. Den Gürtel enger schnallen heisst dieser Problemkreis in der Politik, wenn überhaupt davon gesprochen wird. Der Wissenschaftler sagt wohl zu Recht, dass dies nicht sein Ressort sei. Ich denke, es könnte auch eine Kultur des Verzichts geben. Zu Recht sagen Sie, dass ohne Verzicht nichts Bedeutendes geschaffen würde. Mit dem freiwilligen Verzicht bin ich zum ersten Mal so richtig auf meiner Jakobspilgerschaft konfrontiert worden und ich durfte erleben, wie diese Übung mir die relativ glücklichste Zeit meines Lebens bescherte. Relativ, weil die Beziehungen zu den anderen Pilgern, zu den Hospitalieros und zu den Anwohnern das zentrale Erlebnis meines Pilgerns wurde, und dies obwohl ich alleine und nicht in der Gruppe unterwegs war. Dieses zentrale Erlebnis war so voller Freude, dass ich seither jedes Jahr auf dem Pilgerweg nach Santiago bin.
JOSEF BAUMGARTNER, AFFOLTERn AM ALBIS
Es endet nicht tragisch
in forum 9/2011
Herr
Weihbischof Eleganti schreibt in seinem Beitrag, das Leiden sei
wahrscheinlich das stärkste Argument gegen die Existenz eines guten
Gottes, denn die Menschen würden eigentlich von einem guten Gott
erwarten, dass er alles friedlich, harmonisch und schmerzfrei
eingerichtet hat. Ich bin mir nicht so sicher, ob die Menschen dies
wirklich erwarten, denn ich glaube, dass viele instinktiv wissen, dass
es die Gegensätzlichkeit des Lebens einfach braucht! Sie spüren, dass es
ohne Tod kein Leben gibt, dass es ohne das Hässliche das Schöne nicht
gibt, dass es ohne das Falsche das Richtige nicht gibt. Was wäre das für
ein Leben, wo man für das Gute nicht kämpfen müsste, wenn einem das
Gute einfach serviert würde? Wir würden nicht einmal Danke sagen, da es
ja selbstverständlich wäre. Ich staune immer wieder, wenn sich gewisse
Menschen ein ewig andauerndes irdisches Leben wünschen. Wahrscheinlich
würden sie sich selbst umbringen, da sie sich so unendlich langweilen.
Oder waren sie schon mal in einem Land, wo 365 Tage lang die Sonne
scheint? Sie werden sich Regentage und kalte Winter wünschen! Ich würde
deshalb vorschlagen, dass wir Gott nicht nur als den lieben Onkel sehen,
der als Gegenspieler den Teufel und sündigende Menschen braucht,
sondern als allumfassendes Wesen, dessen Wirken für uns völlig unfassbar
ist. Wollen wir denn beurteilen, welche Handlungen Gottes gut waren und
welche nicht?
URS DERENDINGER, PER MAIL
Unklare Antworten auf offene Fragen
in forum 10/2011
Auch dem engagierten Laien, dem die Theologie nicht ganz terra incognita ist, kommen die Antworten von Bischof Huonder nach seinem Rombesuch wie firmeninterne Anweisungen vor. Dabei dürfte man doch erwarten, dass ein Diözesanbischof des 21. Jahrhunderts, das ganz besonders wieder um den Lebenssinn zu ringen hat, nicht nur den Codices des kanonischen Rechtes nachkommt, sondern sich auch bewusst um das Wohl der Gläubigen (und des ungläubigen Thomas) kümmert.
Bei Bischof Isidor von Sevilla (570 – 636), dem letzten abendländischen Kirchenvater, lesen wir nämlich: «Die bischöfliche Würde bedeutet Arbeit, nicht Ehre, und deshalb ist derjenige kein Bischof, der den Bischofsstab führt, um eine Rolle zu spielen, und nicht, um für die andern nützlich zu sein.»
Das ist nicht etwa ein Text aus den legendenhaften Heiligenbiografien der Legenda Aurea, sondern er steht im nachkonziliären Missale, dem Grossen Wochentags-Schott, 1975 herausgegeben von den Benediktinern der Erzabtei Beuron.
XAVER STALDER, STÄFA
Zur Seligsprechung von Johannes Paul II.
in forum 10/2011
Was hat dieser Mann wirklich geleistet, wenn man mal seine Eventshows beiseite schiebt? War er wirklich so nahe bei den Menschen, wie er vorgab?
Seine wirkliche Leistung als Papst lässt sich, denke ich, nur beurteilen, wenn man ihn an den Aufgaben und Pflichten misst, die mit diesem hohen Amt verbunden sind. Doch genau hier wird man ihm kein gutes Zeugnis ausstellen können. Im Gegenteil. Als Papst, der als Stellvertreter Jesu auf Erden die Kirche durch die Zeiten zu führen und allfällige Probleme zu lösen hat, muss er sich gerade in dieser, seiner wichtigsten Aufgabe bewusste und totale Arbeitsverweigerung vorwerfen lassen. Alle Probleme, die schon bei seinem Amtsantritt 1978 auf seinem Schreibtisch lagen, wie Priestermangel, Stellung der Frau in der Kirche, Umgang mit den Geschiedenen, aber auch andere, wie etwa die tiefgreifenden innerkirchlichen Konflikte, deren Ursache im Zweiten Vatikanum liegen, Probleme und Fragen, die teilweise den Kern der Kirche treffen, wurden von ihm ignoriert und unter den Teppich gekehrt.
GREGOR PLUTSCHOW, WERNETSHAUSEN
Bei Mausklick «Liebe»
in forum 11/2011
Die Katholische Kirche sei rückständig, behaupten Kirchenkritische. Lassen wir sie bei ihrem Glauben – oder laden wir sie ein, einen Blick auf die Titelseite der neusten forum-Ausgabe zu werfen: Wir sehen eine Frau und einen Mann im gemeinsamen Bett. Beide einen Laptop auf ihren vom Duvet bedeckten Knien. Alles gut und recht, das macht man heute so, man geht mit Facebook und Skype ins Bett …
Unter dem Bild steht allerdings in grossen Lettern «Bei Mausklick ‹Liebe›» und «Partnersuche im Online-Zeitalter». Aha, die beiden suchen einen Partner. Jeder einen für sich? Oder einen für beide? – Ich freue mich über «mehr good news» des modernen katholischen Paares.
GABRIELLA HOFER, KLOTEN
Jedem Glauben sein Amtsverständnis
in forum 12/2011
Wir Basiskatholiken sind Zeugen, wie «das Amt» in der Kirche im Fluss ist, wie es neu gestaltet wird etwa in der Gemeindeleitung, Pastoralassistenz, Katechese, Diakonie usw. Viele können sich sogar problemlos vorstellen, Eucharistie unter Leitung einer Frau zu feiern, ob Priesterin oder nicht. Der forum-Titel «Jedem Glauben sein Amtsverständnis» verspricht, was sich gar nicht einhalten lässt. Die Frage ist nämlich nicht die typische Beamtenfrage nach einem angeblich festgefügten Amtsverständnis in einer religiösen Gemeinschaft, auch nicht in der katholischen Kirche. Die Frage richtet sich auf das, was jedem Amtsverständnis zugrunde liegt: Die Charismen.
Das Zweite Vatikanum hat sich ja auf die Kirche als priesterliches und prophetisches Volk Gottes besonnen. Es hat die grossartige Grundidee des Apostels Paulus aktualisiert, der von den vielen Charismen spricht: Weisheitsrede, Erkenntnis, Heilen, Wunderwirken, prophetisch reden, Zungenreden, Leitungsfunktionen und andere. Die aktuelle Frage scheint mir darum: Wie nimmt die Kirche die Charismen wahr, die dem Geist des Evangeliums entspringen?
So gefragt, befriedigt mich der Beitrag von Eva-Maria Faber nicht. Die Churer Professorin schreibt, dass katholische Amtsträger «im personalen Zeichen die Gegenwart und das Wirken des Auferstandenen darstellen sollen». Damit engt sie das Amt auf das Weihesakrament ein und suggeriert, dass die vielen anderen Charismen den Auferstandenen nicht darstellen. Aber: Waren denn beispielsweise Mutter Teresa von Kalkutta (obschon Frau) oder Erzbischof Oscar Romero (obschon Amtsträger) als Anwälte der Armen und Unterdrückten nicht Darsteller des Auferstandenen im besten evangelischen Sinn?
Eva-Maria Faber verlangt vom Amtsträger, er solle ein «geistlich und weisheitlich lebender Mensch» sein. Dies ist sehr einseitig und scheint mir nicht den Charismen im «Volk Gottes» zu entsprechen. Wie sollen «Amtsträger» für uns gewöhnliche Katholiken Bedeutung haben, wenn sie zwar fromm gesinnt sind, aber nicht auch durch ihren glaubwürdigen Einsatz um Reich-Gottes-Verhältnisse den Auferstandenen darstellen. Wer Jesus «darstellt», sollte sich vergegenwärtigen, dass Jesus weder Mönch noch Priester war, sondern ein gesellschafts- und tempelkritischer Prophet, ein Seelsorger im Sinne des Heilens und des Austreibens von Dämonen, ein gewaltloser Anwalt der Armen und Ausgestossenen, einer, der sogar zum Leben erweckte, was tot war.
Es ist ein Ärgernis in unserer Kirche, dass sie ihr Amtsverständnis nicht an den Charismen aufhängt, sondern an Weihesakrament (nach Kirchenrecht), an Geschlecht (keine Frauen) und Zivilstand (nur zölibatär). Dieser verengte Blick blockiert faktisch die überfällige charismatische Erneuerung des Kirchenlebens.
FRITZ P. SCHALLER, KÜSNACHT
Wohin führt der Bischof von Chur «sein» Bistum?
in forum 26/2010
Der Beitrag «Wohin führt der Bischof von Chur ‹sein› Bistum?» war sehr sachlich und bestens dokumentiert. Der Inhalt ist betrüblich, aber es ist zu hoffen, dass die Offenlegung der Situation den Verantwortungsträger dazu bringt, seine «Hirtschaft» eingehend zu reflektieren. Noch nie erlebte ich, dass ein Beitrag im forum so eingehend diskutiert wurde wie diese Analyse. Die Überraschung war gross, aber auch die Zufriedenheit, dass das forum die Zusammenhänge aufzeigt.
JOSEF NÖSBERGER, WIESENDANGEN
Diese Druckerschwärze wäre besser für die real existierende Glaubens- und Kirchenkrise verwendet worden. Selbst Kardinal Kurt Koch sprach und spricht von der Verdunstung des katholischen Glaubens in den deutschsprachigen Ländern Europas. Wir fragen deshalb: Wann wird die Neue Evangelisierung endlich im forum auch zum Thema gemacht? Wann wird das progressistische Chaos im Religionsunterricht auch im Zürcher Pfarrblatt angeprangert? Wann wird bestätigt, dass das Firmprojekt 17/18 ein Flop ist und eigentlich nur dazu dient, noch weniger Jugendliche zur Firmung zu führen? Wann werden die wilden Glaubenskurse in Zürich und Luzern zu echten Glaubensschulen umfunktioniert? Eine grosse Anzahl des gewaltigen Heeres von Laienseelsorgern sieht das natürlich anders. Kirchenstaatliche Funktionäre zum Teil auch. Wir sagen: Die ständigen progressistischen Agitationen gegen Chur müssen aufhören. Die katholische Kirche in der Schweiz ist Teilkirche der Kirche Roms und nichts anderes.
PRO ECCLESIA ZÜRICH
Warum sucht unser Bischof nicht das Gespräch über strittige Fragen?
Sind wir Gläubige, die das Konzil erlebt haben und als mündig wahrgenommen werden möchten, ein Auslaufmodell, nicht mehr katholisch, sogar «im Busch» zuhause und zu fürchten – gar auszugrenzen ? Das macht mich wütend und tieftraurig zugleich, und manchmal frage ich mich erneut, ob ich weiter dieser Kirche angehören will. Aber trotz immer wiederkehrender Zweifel gilt für mich noch: Aufreten und nicht austreten! Ich stimme Ihrem Schlusssatz im Editorial von Herzen zu . Ja, auch ich wünsche mir einen Bischof, der Hoffnung und Zuversicht verbreitet und auch in uns Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger sieht.
URSULA FREI-NAEF, DÜBENDORF
Auch im Grossraum Zürich gibt es sehr viele Katholiken, denen die Tridentinische Messe wesentlich mehr gibt als die nach-konziliare «kastrierte» Version, die besonders dann versagt, wenn auch noch ein wenig talentierter Prediger sich eine halbe Stunde lieblos mit einem Thema abmüht, das kaum einen Messbesucher berührt, der allzu grossen Ferne zu aktuellen Problemen und Nöten der Menschen wegen. Manche nehmen weite Anfahrtswege auf sich um irgendwo in der Provinz an einer vor-konziliaren Messe teilzunehmen, manchmal sogar bei Lefèbristen (was ja nicht unbedingt wünschenswert ist!).
JÜRG GOTTSTEIN, ZÜRICH
Ihren Feldzug gegen Bischof Vitus Huonder finde ich absolut unwürdig und lächerlich. Sie scheinen Angst vor der Tridentinischen Messe zu haben, warum? Müssen Sie fürchten, das die Heilige Messe im regulären Ritus bald keine Anhänger mehr haben wird? Haben Sie Angst vor bischofstreuen und romtreuen Priestern? Ich für meinen Teil habe langsam genug von Priestern die die Heilige Messe nach Lust und Laune bis zur Unkenntlichkeit verunstalten. Ja, auch ich fühle mich zum ausserordentlichen Ritus hingezogen. Warum? Weil die Heilige Messe, die von unseren Priestern hier gefeiert wird, durch die Veränderungen und Auslassungen keine Anziehungskraft mehr hat. Es ist absolut traurig. Aber machen Sie ruhig nur so weiter. Die treuen Gläubigen werden Sie mehr und mehr verlassen und sich treue Priester suchen (es gibt diese noch!). Irgendwann wird der Punkt erreicht sein, wo diese treuen Gläubigen alle aus der «Schweizer» Kirche ausgetreten sein werden und keine Geld mehr in die Staatskirchen fliessen lassen. Ihre Scheinkatholiken werden Sie bereits jetzt schon los, eine Missbrauchsmeldung, eine Kondommeldung und schon sind wieder ein paar Tausende weg. Wenn Ihnen dann das Geld knapp wird, werden wir ja sehen, wie weit es Ihnen um den Glauben geht. ROGER MURER, PER MAIL
Zu Ihrem erhellenden Beitrag über unsern Bischof und «sein» Bistum gratuliere ich Ihnen und danke zugleich aufrichtig dafür. Zeigt er doch eine Stossrichtung auf, die uns «gewöhnlichen», offenbar weniger geisterfüllten Katholiken – wenn wir es denn in den Augen unserer Bistumsleitung – überhaupt noch sind, zu denken geben muss. Auch wenn der Bischof in seiner Stellungnahme betont, dass er – innerhalb seines Bistums? – nur fünf ausserordentlichen, sprich Tridentinischen Messen vorgestanden habe, gegenüber 120 gemäss dem heute, seit dem Vaticanum II gültigen Ritus. Dass Bischof Huonder in den Seminaren Wigratzbad Subdiakone geweiht hat und in Heiligenkreuz einen Seminaristen aus dem Bistum Chur zum Priester ausbilden lässt, macht deutlich, wohin der Weg gehen soll. Das kann der Anfang eines Schismas sein, insbesondere wenn man seitens der Piusbruderschaft die Kardinäle Kurt Koch und Christoph Schönborn sowie die Bischöfe Markus Büchel und Norbert Brunner als altliberale Prälaten lächerlich zu machen versucht. HANSRUEDI BUDLIGER, DÜBENDORF
Wie einst die Fürstbischöfe ihr Bistum offiziell dokumentiert in Besitz nahmen, so scheint auch Bischof Huonder mit dem Bistum Chur zu verfahren. Aber während die bischöflichen Landesfürsten das legitimiert durch Papst und Kaiser und Öffentlichkeit taten, muss der forums-Redaktor Thomas Binotto alle Hintergassen und Geheimwinkel ausleuchten, um den Schleichwegen des Churer Bischofs auf die Spur zu kommen. Offensichtlich will Bischof Huonder alles in eigener Regie und gegen einen Grossteil seines Klerus entscheiden, wie wenn nicht schon das Zweite Vatikanische Konzil den Bischof ausdrücklich ermahnt hätte, zusammen mit den Priestern seines Bistums das Volk Gottes durch die Wirren der modernen Zeit zu führen. Das Konzil fordert von der Seelsorgearbeiet des Bischofs, dass sich die Menschen als Glieder der Diözese fühlen. Das kann sich unter den jetzigen Voraussetzungen der Churer Kurie nur noch ein kleiner Teil des Kirchenvolkes. So bleibt uns vorläufig nur die Hoffnung, dass wir es auch ohne Bischof schaffen, einigermassen rechtschaffen durchs Leben zu kommen. Ganz im Sinne von Novalis: «Wohin gehen wir? Immer nach Hause.» XAVER STALDER, STÄFA
«An ihren Worten sollt ihr sie erkennen»
in forum 24/2010
Mit dem Beitrag unter diesem Titel ist Chefredaktor Binotto ein ganz
grosser Wurf gelungen, zu dem man ihm und ihrer geschätzten Zeitschrift
nur gratulieren kann! Das Spannungsfeld zwischen «der frommen Sprache
der Politik» und «der kriegerischen Sprache der Religion» ist
hervorragend recherchiert und dargestellt. Die emotionslose Sachlichkeit
und die Fülle an prägnanten historischen und aktuellen Belegen, mit
denen dieses anspruchsvolle Thema angegangen wird, erteilen dem Leser
den klaren Auftrag, unvoreingenommen weiter darüber nachzudenken, wer an
welchen Worten wie erkannt werden kann. Was für die Politiker gilt,
trifft im Kleineren letzten Endes auch auf jeden einzelnen von uns zu.
Nachdenken ist angesagt!»
PETER HEDIGER, PER MAIL
«Ein Leben für die Menschlichkeit»
in forum 24/2010
Heute, wo alle Leute in den Ferien auf den Père-Lachaise oder in die
Wiener, Mailänder und Genueser Friedhöfe gehen, um prominente und
weniger bedeutende Gräber zu besuchen, gibt es hier in Zürich
tatsächlich noch Journalisten, die über einen prominenten Schweizer wie
Henry (richtige Schreibweise!) Dunant schreiben, ohne eine Zeile über
sein Grab zu verlieren. Das möchte ich als pensionierter
Grabmalsachverständiger der Stadt Zürich nicht einfach ohne Kommentar
belassen. Gerade das Grabmal Dunants ist das herausragende Beispiel
eines sinnvollen Grabzeichens, das mit dem in Stein gehauenen Gleichnis
des Barmherzigen Samariters Bezug auf Leben und Wirken Henry Dunants
nimmt. Leider habe ich in meiner Amtstätigkeit immer wieder feststellen
müssen, wie fast alle Theologen die Bedeutung des Grabmals als
Gegenstand der christlichen Verkündigung ausser Acht lassen. Ein
ausdrucksstarkes Grabmal ist manchmal mehr wert, als eine mittelmässige
Predigt. Und es hat erst noch Langzeitwirkung.
MEINRAD HUBER, ZÜRICH
Nachrichten
in forum 18/2010
Auch eine gute Redaktion kann mal Unverständliches vermitteln. Ich schätze das forum der Katholischen Kirche im Kanton Zürich sehr. Aber in der Ausgabe 18/2010 ist eine Nachrichtenmeldung erschienen, die absolut neben der Zielsetzung liegt. Da wird doch ernsthaft und ziemlich ausführlich berichtet, wie der britische Architekt Norman Foster einen Auftrag zum Umbau des ehemaligen Kapuzinerklosters Stans erhielt. Allgemein bekannt ist doch, dass die Gebäulichkeiten nichts mehr mit dem Kapuzinerorden zu tun haben, eingenistet hat sich dort ein Chemieunternehmen mit viel Geld. Soll der forum-Leser daran Interesse finden? Soll man gar daraus den Schluss ziehen, dass die Kapuziner über Chemiekonzerne weltlich aufrüsten? Wie dem auch sei. Die Meldung ist deplaziert, zumal gleichzeitig Norman Foster als Architekt des Grand-Hotel Dolder und des Luxus-Kugelhauses in St. Moritz vorgestellt wird.
MAX ZINGG, KNONAU
Sorge um mögliche Ernennung
in forum 17/2010
Beim Lesen des Artikels «Sorge um eine mögliche Ernennung» musste ich tief durchatmen, den Kopf schütteln und zur Feder greifen. Ja, worauf und wozu warten und hoffen wir denn noch immer? Wohl auf ein Wunder, denke ich.
So, wie wir Christen am Karfreitag jeweils öffentlich in Zürichs Strassen hinter dem Kreuz hergehen und Zeugnis für unseren Glauben an Jesus Christus ablegen, so sollten auch zur Biberbrugger Konferenz die Konsequenzen gezogen werden. Und zwar so, dass wir von der Basis her miteinander durch die Strassen Zürichs ziehen: Geistliche und Laien, Jung und Alt. Ohne Drohungen und Krawalle, aber mit Tatkraft, das heisst, durch Kundtun unserer Ansprüche.
Lassen wir uns doch nicht immer wieder von «faits accomplis» überraschen und überlisten. Die Basis muss handeln. Ich als bejahrte katholische Frau bin dabei!
LUISETTA KAUFMANN-BALTISSER
Thema: Österreich
in forum 16/2010
Sehr erfreut habe ich als Österreicher, der seit 55 Jahren in der Schweiz lebt (freiwilliger Doppelbürger), das Themenheft «Österreich» aufmerksam gelesen. Bei den «Fakten und Zahlen» habe ich jedoch unter «Kulinarik» die berühmte Linzer Torte vermisst. Vor einigen Wochen schrieb die NZZ am Sonntag in einem Artikel, die Österreicher seien die treuesten Freunde der Schweiz. Das kann ich nur bestätigen.
FRANZ RITZBERGER, BÜLACH
Über drei Seiten widmet das forum der Gruppe «Wir sind Kirche». Diese verlangt dringend eine Annäherung an die Weltmeinung (mainstream). Was die Kirche seit 2000 Jahren lehrt, sei nicht mehr zeitgemäss. Wer die Aussagen der Kirche nur noch schleierhaft kennt, ist geneigt, ein neues Glaubensverständnis und eine andere Moral zu fordern. Doch wer die Weltmeinung übernehmen will, zerneuert die Kirche. Auch die katholische Kirche in Österreich hat hervorragende Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien. Sie setzen sich für die Wahrheit ein, wie sie uns Papst Benedikt XVI. vorlegt. […] In Österreich wüten die üblichen zersetzenden Schlagwörter wie bei uns. Die kirchliche Lehre hilft uns, diesen kraftvoll zu begegnen.
ERWIN AUF DER MAUR, BERINGEN
Architektur ist Liebe auf den zweiten Blick
in forum 10/2010 und forum 14/2010
Die irreführende Aussage von Tilla Theus bedarf einer unmissverständlichen Richtigstellung. Wohnen in den eigenen vier Wänden heisst heute für ältere Menschen mehr denn je, den Lebensabend in ihren angestammten Wohnungen zu verbringen. Die Architektur der Zukunft hat sich nicht an Gebäudetypologien wie Altersheime, Alterswohnungen und Alterssiedlungen zu orientieren. Spezialimmobilien, wie Pflegeheime und betreutes Wohnen, haben natürlich auch künftighin ihre Berechtigung. Sie haben aber lediglich einen geringfügigen Bedürfnisanteil für Betagte abzudecken. Die Wohnbauten sind heute so anzulegen, dass sie ohne Entflechtung für alle Altersstufen gleichzeitig nutzbar sind, d.h. sie müssen bereits ab dem Aussenbereich und erst recht im Innenzustand rollstuhlgängig bzw. behindertengerecht sein.
Die Gemeinden haben nicht nur im Baubewilligungsverfahren darauf zu achten, dass alle Bauvorschriften eingehalten werden. Sie sorgen für ein behindertengerechtes Leben in ihren Siedlungen. Im Weiteren bauen sie die Spitex-Organisation etc. auf und sichern einen nachhaltigen Service für ihre Einwohner.
PAUL SCHNETZER, HERRLIBERG
Keine lebenslange Ächtung
in forum 13/2010
Josef Annen schreibt, dass der Bülacher Priester, der Kinderpornos heruntergeladen hat, keine sexuellen Übergriffe begangen habe. Das hat er aber durch den Konsum solcher Bilder sehr wohl getan, wenn auch nicht direkt. Wer durch den Kauf irgendwelcher Artikel deren Absatz steigert, steigert natürlich gleichzeitig auch deren Produktion. Jeder Pornokonsument ist somit mitschuldig an deren Produktion! Das ist ein Punkt, der bedauerlicher Weise nicht nur von den entsprechenden Konsumenten geflissentlich übersehen wird. Im Übrigen gebe ich Josef Annen recht, wenn er meint, dass eine lebenslange Ächtung unmenschlich wäre.
ILSE NÀVERT-EIGENMANN, EBMATINGEN
Freiheit des Gewissens
in forum 13/2010
Ihren Namenspatron Thomas More bewundere auch ich. Neben seinen grossen Eigenschaften als Mensch und Christ ragen vor allem sein Mut und sein Humor im Angesicht des Todes hervor. Aber machen wir uns nichts vor: More war ein Kind seiner Epoche. Gewissensfreiheit im modernen Sinne gab es auch für ihn nicht. Die Aussage in Ihrem Artikel «Er war überzeugt, dass jeder Mensch sein Leben selbst verantworten müsse» stimmt so nicht. Als Lordkanzler hat er anderen diese Freiheit nicht gewährt.
CHARLES EDWARD BROOKS, ZÜRICH
Seitdem ich weiss, dass Thomas Morus reformfreudige Engländer grausam gefoltert hat, ist er mir zu einer zweifelhaften Gestalt geworden. Die Reformation lag in der Luft. Henry VIII. spaltete sich aus widerlichen Gründen vom Papsttum ab. Aber es gab durchaus gute Argumente für ein Hinterfragen der katholischen Kirche der damaligen Zeit. Wer sich lutherischen Strömungen anschloss, neue Bibelübersetzungen las oder verkaufte, wurde aber verfolgt, erpresst, gefoltert und als Ketzer verbrannt. Morus war beteiligt an diesen Verfolgungen und zeigte sich da leider gar nicht als Humanist.
MONIKA SCHUMACHER-BAUER, ZÜRICH
Keine lebenslange Ächtung
in forum 13/2010
Josef Annen schreibt, dass der Bülacher Priester, der Kinderpornos heruntergeladen hat, keine sexuellen Übergriffe begangen habe. Das hat er aber durch den Konsum solcher Bilder sehr wohl getan, wenn auch nicht direkt. Wer durch den Kauf irgendwelcher Artikel deren Absatz steigert, steigert natürlich gleichzeitig auch deren Produktion. Jeder Pornokonsument ist somit mitschuldig an deren Produktion. Das ist ein Punkt, der bedauerlicherweise nicht nur von den entsprechenden Konsumenten geflissentlich übersehen wird.
Im Übrigen gebe ich Josef Annen recht, wenn er meint, dass eine lebenslange Ächtung unmenschlich wäre.
ILSE NÀVERT-EIGENMANN, EBMATINGEN
Der Kirche aufs Maul geschaut
in forum 11/2010
Mit Klara Obermüller haben Sie einmal mehr einer «romkritischen», wenn nicht «antikatholischen» Person das Wort gegeben. Und einmal mehr kommt der Verdacht auf, diese Person soll stellvertretend für die «forum-Macher» das sagen, was man selber denkt aber, nicht zu sagen getraut.
ROLF MOOSMANN, KÜSNACHT
Welcher Teufel hat Sie wohl geritten, als Sie sich entschieden, unter dem Titel «Der Kirche aufs Maul geschaut“ das Kipa-Interview mit Klara Obermüller nachzudrucken? (...) Ob Sie wohl wissen, dass Klara Obermüller die erste Präsidentin der 1976 – also nach dem Bau der Berliner Mauer und nach der Installation von automatischen Schussanlagen an der DDR-Grenze – gegründeten «Gesellschaft Schweiz – DDR» war? Den einen trägt man kleinere Vergehen bis über ihren Tod nach, bei anderen werden gravierende Fehler grosszügig übergangen.
KARL SONDEREGGER, PER MAIL
Architektur ist Liebe auf den zweiten Blick
in forum 10/2010
Eine Aussage des Interviews mit Tilla Theus möchte ich näher beleuchten. Dazu legitimiert mich die Tatsache, dass Tilla Theus an unserem Lehrstuhl an der ETH Zürich studiert hat. Sie sieht für die «Architektur der Zukunft» Gebäudetypologien wie Altersheime, Alterswohnungen und sogar Altershäuser vor, um älteren Menschen einen längeren Aufenthalt in «den eigenen vier Wänden» zu ermöglichen. Das ist sicher gut gemeint, könnte aber zu Missverständnissen führen. Wenn daraus eine Zonenplanung oder Ghettoisierung nach dem Alter resultiert, ist das nicht im Interesse unserer Gesellschaft. Daher drängen die Fachleute auf die Ausbildung aller Wohnungen als tauglich für alle Altersstufen und Behinderungen. Der Wohnungsmix in Mehrfamilienhäusern sollte so sein, dass ältere Leute im gleichen Haus oder in der gleichen Siedlung eine kleinere Wohnung beziehen können und ihre sozialen Kontakte und die vertraute Umgebung nicht aufgeben müssen. Die zusätzlichen Kosten sind verschwindend klein. In anderen Ländern, z.B. in Holland und den USA, sind seit langem solche bauliche und organisatorische Lösungen realisiert, mit sehr guten Spitex-ähnlichen, für alle erschwinglichen Pflegeorganisationen. Aber auch in jetzigen und früheren Kulturen mit Grossfamilien ist dieses Problem gelöst. Die sozialen Kosten für die Altersbetreuung könnten so stark reduziert werden. Für die «Architektur der Zukunft» ist eine Segregation von alten Menschen in speziellen Haustypologien oder in «Grauzonen» genauso unerwünscht wie die soziale Entmischung unserer Gesellschaft.
DR. NORBERT CLEMENS NOVOTNY, ZÜRICH
Worauf warten wir noch?
in forum 9/2010
Dass Kinder in meinen Zeiten ab und zu ein wohl verdientes Ohrfeige oder eins auf den Hinteren bekommen haben, hat zur damaligen Erziehung gehört. Es hat ihnen aber meistens gut getan, denn es hat gewirkt. Es war besser als Weichheit und Nachsicht bis die Disziplin zusammenbricht. Damals wäre kein Schüler auf die Idee gekommen den Lehrer oder die Lehrerin zu verprügeln. Es geht nicht darum das Vergangene herbeizuwünschen, sondern dass wir die Geschichte mit den damaligen, nicht mit den heutigen Massstäben beurteilen. Kinder sind nicht nur lieb, manchmal haben sie Lust zu ärgern und zu erfahren wie weit sie gehen dürfen. Sie müssen es sogar erfahren können, sonst stimmt die Erziehung nicht.
Bedauerlicherweise gibt es auch Leute welche die aktuellen Turbulenzen zum Anlass nehmen um aus der Kirche auszutreten. Diese Personen bedenken kaum, dass das Verfehlen von einigen Personen die Berufung der Kirche und die pastorale Tätigkeit der Priester keineswegs ändert. Jede Kirche besteht aus Menschen und wird von Menschen getragen. Darunter gibt es auch solche die ihrer Krankheit verfallen. Bei einem Priester ist es besonders stossend. Sie müssen nicht entschuldigt werden, man kann sie aber auch nicht sofort einsperren. Jede Organisation reagiert zuerst intern und versucht in einem internen Verfahren abzuhelfen.
EUGÈNE SZEDERJEI, MÄNNEDORF
Danke für die freimütige Analyse der Glaubwürdigkeitskrise der katholischen Kirche. Wie Hans Küng in seinem offenen Brief an alle Bischöfe sehen Sie das Hauptproblem in der Zentralisierung. Die Kurie besteht aus zahllosen Ministern ohne verbindende Exekutive und ohne gemeinsame Sprache. Latein dient längst nicht mehr der alltäglichen Verständigung. Die Person von Hans Küng sollte niemanden hindern, seine Vorschläge zu unterstützen. Gegen das, was er glaubt und nicht glaubt, habe ich meine Vorbehalte. Ich habe aber auch Vorbehalte gegen das, was Josef Ratzinger glaubt und nicht glaubt.
Ich gehöre zu den betagten Katholiken, die von der Kirche immer noch auf ein Zeichen hoffen, das sie im Bleiben bestärkt. Aussichtslos? Es gab immer schon konservative Bischöfe und Äbte, die plötzlich die Zeichen der Zeit – nicht den Zeitgeist - erkannten.
GEORG KAUFMANN, ZÜRICH
Sie haben klar auf die Dringlichkeit der Situation hingewiesen, werden doch nicht polemisch, greifen verschiedene Argumente und Sichtweise auf und formulieren dazu Ihre wohlüberlegten, fundierten Gedanken. Solch differenzierte Meinungsbildung tut unserer Kirche gut! Ich hoffe, dass Ihre Überlegungen auch von kirchlichen Führungskräften gelesen und beherzigt werden.
TONJA JÜNGER, ZÜRICH
Als ich mit eigenen Ohren hörte, was Kardinal Sodano beim feierlichen Ostergottesdienst zu Rom auf dem Petersplatz dem Papst in seiner Glückwunschbotschaft sagte : «…das Volk Gottes lässt sich vom dummen, unsinnigen Geschwätz des Momentes nicht beeindrucken…», da war ich nicht nur geschockt, sondern konsterniert. Dabei gibt es keinen Zweifel, was der Kardinal damit gemeint hat, denn im Interview mit dem «Osservatore Romano» vom 6./7. April hat er es eindeutig bestätigt. Er spricht «von der Waffe der Pädophilie, die man gegen die Kirche schwingt…», wie damals bei den «Schlachten des Modernismus gegen Pius X.» im vorigen Jahrhundert!
Noch etwas hat mich bei der Grussbotschaft von Kardinal Sodano unangenehm berührt; er schloss mit einem deutlichem Bezug zu meiner grossen Mitschwester, der heiligen Catarina von Siena, indem er Papst Benedikt XVI. als «dolce Santo Padre» ansprach, nachdem er zuvor von Christus dem «Buon Pastore » gesprochen hatte. Wenn ich daran denke mit welchem Geist der Freiheit die 29-jährige Catarina dem damaligen Papst Gregor XVI. in Avignon begegnete, dann kann ich das Lächeln von Benedikt XVI. bei der anschliessenden Umarmung nicht anders deuten als grosse Verlegenheit. Deshalb möchte ich den geistlichen Bruder von Catarina, Raimund von Capua dazu zitieren: «Während einer Audienz beklagte sich Catarina über den päpstlichen Hof, der – wie sie meinte – keine paradiesischen Düfte heiligmässigen Lebens ausströmte, sondern fürchterlichen Gestank höllischer Laster. Da wandte sich der Papst an mich und fragte auf lateinisch, wann denn Catarina hier am päpstlichen Hof eingetroffen sei ? Ich sagte ihm, vor wenigen Tagen. Dann richtete der Papst sich wieder an Catarina und sagte: ‹Wie kannst du den Zustand des Hofes beurteilen, wenn du erst ein paar Tage hier bist? › – Da richtete sich Catarina auf, sie die bis anhin klein und unscheinbar dastand – plötzlich bemerkte ich ihre grosse Würde – und mit fester und entschiedener Stimme sagte sie : ‹Ohne Furcht bekenne ich, denn es geht um die Ehre Gottes des Allmächtigen, die Sünden des päpstlichen Hofes stinken bis nach Siena, woher ich komme, und es ekelt mich dort noch mehr an, wie diese Leute hier sich immer wieder beschmutzt haben und sich jeden Tag weiter beschmutzen!› – Während der Papst schwieg, war ich voller Hochachtung und völlig überrascht. In meinem Herzen betrachtete ich immer wieder diesen Geist der Freiheit, mit dem Catarina dem höchsten Priester der Kirche geantwortet hatte. Ich werde das nie vergessen.» Soweit Raimund von Capua.
VIKTOR HOFSTETTER OP, ZÜRICH
Editorial
in forum 8/2010
Als Katholiken an der Basis hoffen wir, dass: Berechtigte Kritik aus
Kirche oder Gesellschaft von den Kirchenführern ernst genommen, nicht
als „sprungbereite“ Feindseligkeit gegen die Kirche ausgelegt oder
sogar mit Antisemitismus verglichen wird. Der Vatikan hat zwar den vom
Hausprediger des Papstes ausgesprochenen Antisemitismus-Vergleich
bedauert, doch bleibt er ein Zeichen dafür, wie unbedacht nervös und
unprofessionell der Vatikan auf Kritik reagiert. Und dass die für die
Vertuschung von Missbrauchsfällen verantwortlichen Kirchenführer nicht
nur pauschal Fehler eingestehen, sondern auch persönliche Konsequenzen
ziehen, wie dies einige Bischöfe in Irland getan haben.
EVA UND JOHANNES ECKERT, ZÜRICH
Was heisst hier Mythos?
in forum 8/2010
Welche Art von Glauben werden wohl die Theologen und Pastoren
weitergeben, die durch die Schule von Erst Axel Knauf gegangen sind?
Wollte uns das Gespräch mit ihm diese Frage überdenken lassen? Nichts
Österliches kann ich in diesem «Schwerpunkt» finden, nichts
Ökumenisches kann ich sehen, keine Freude kann ich empfinden. Stehen
wir mit der Bibel vor allem vor theologischen Problemen oder darf man
sie schlicht als einen Liebesbrief Gottes an uns lesen? Mal sehen, was
dann passiert!
OTMAR WILLI, ZÜRICH
Dieses Gespräch mit Axel Knauf finde ich voll daneben. Dass es noch
dazu an Ostern, dem zentralen Fest um Jesus Christus (und damit des
Neuen Testamentes) publiziert wird, ist ungeheuerlich. Wie viele
Menschen dieser Artikel verunsichert, möchte ich mir gar nicht
vorstellen. Nachdem Herr Knauf das Neue Testament als eigentlich
überflüssig bezeichnet, fragt sich, ob Jesus umsonst gelebt und
gelitten hat und sinnlos gestorben und auferstanden ist. Dieser Artikel
ist ein Paradebeispiel dafür, dass Wissen dem Glauben im Wege steht.
SIBYLLA HÜRLIMANN-KEMPF, RÜTI
In der ersten der vier Lesungen in der Osternachtfeier wurde die
ergreifende Schilderung des Durchzuges der Israeliten durch das Rote
Meer geschildert. Da ich tags zuvor den Artikel «Was heisst hier
Mythos» im forum gelesen hatte, musste ich mich ernsthaft fragen, wie
lange uns dieses Ereignis noch in dieser Form vorgetragen wird. Sind
nun die Israeliten aus der Knechtschaft der Ägypter geflüchtet, oder
wurden sie vertrieben, wie es der Autor Ernst Axel Knauf es uns
weismachen will. Will man seinen Ausführungen Glauben schenken, scheint
auch die Geschichte um Mose mit allem Drum und Dran ein Mythos zu sein.
WERNER KESSELI, PER MAIL
Eine grosse seelische Verletzung
in forum 06/2010
Die Feststellung von Frau Dr. Luginbühl, dass hier ein klarer
Machtmissbrauch vorliege, ist sicher richtig, doch lässt sich dies
nicht auf diese Täter reduzieren, denn letztlich waren auch sie Opfer
des Machtmissbrauchs durch die katholische Kirche, die ihre Diener seit
Jahrhunderten zwingt, ihre natürliche Sexualität zu unterdrücken, sie
aber damit völlig allein lässt, aber es wenigstens bis anhin für fair
hielt, sie vor der Öffentlichkeit zu schützen, wenn sie sich als Folge
ihrer Zwangslage falsch verhalten hatten. Dies allerdings nicht aus
Menschenfreundlichkeit, sondern um die schöne Fassade einer von Sünde
reinen Kirche aufrechterhalten zu können, wozu ihr jedes noch so
fragwürdige Vertuschungsmanöver recht war.
GREGOR PLUTSCHOW, WERNETSHAUSEN
Kürzlich besuchte ich in Appenzell den Friedhof der Kapuziner. 61 Jahre
nach Schulabgang waren auf den Kreuzen nur noch wenige Namen ehemaliger
Lehrer zu finden. In Gedanken liess ich alle an mir vorbeiziehen, ihnen
habe ich viel zu verdanken. Nicht alle waren von mir angetan, zu Recht.
Allen aber gestehe ich vorbehaltlos ihren jahrzehntelangen,
unbeschreiblich grossartigen Einsatz zu. Wie viele Schüler wurden von
wie vielen Lehrkräften seit Gründung des Kollegiums unterrichtet? Der
Kapuzinerorden, mit ihm zahlreiche andere Institutionen, haben
Hunderttausende Jugendlicher mit Hingabe gebildet, vielen überhaupt
eine über die Primarschule hinausgehende Erziehung ermöglicht. So
wurden gigantische Leistungen erbracht, die nie gebührend gewürdigt
werden können.
Nun verbeisst man sich in die bedauerlichen Fälle von Missbrauch, geht
Jahrzehnte zurück. Wenn man schon alle jene, denen ihre Schwäche zum
Verderben geworden ist, ans Tageslicht bringen will, dann ist es nur
folgerichtig, wenn man diese in Proportion zum gesamten Lehrkörper und
zur Gesamtzahl der Unterrichteten setzt.
Diese Institutionen sollen nicht nur den Kopf hinhalten, sondern sich auch wehren.
RICHARD DÄHLER, ZÜRICH
Ein Wort an die Jugend
in forum 6/2010
Der Bischof ist ein Mann des Glaubens. Demensprechend spricht er aus
diesem. Mein Herz freut sich sehr, Worte des Glaubens zu hören. Wenn
Leserbriefschreiber ob solchem «verweifeln» oder Chefredaktoren es
sprachlich und inhaltlich für sehr problematisch halten… weltfremd!?…
Der, der uns glücklich machen will, wird heute noch vehementer
abgelehnt als vor 2000 Jahren. Wer in dieser Welt bestehen will oder
sogar Gutes bewirken möchte, ist mit dem «weltfremden» Rat, der vom
Herrn des Himmeld und der Erde kommt, gut beraten: «Suchet zuerst das
Reich Gottes, dann wird euch alles andere dazu gegeben!»
MARTIN WOLF, ZUMIKON
Womit, um
Gotteswillen, haben die «lieben Jugendlichen» solche Worte eines
Bischofs verdient. Sie sind weltfremd und inhaltslos. Gibt es in der
ganzen Churer Kurie niemanden, der Bischof Vitus von solchem Tun
abhält. Aber ich bin eigentlich nicht erstaunt, denn sie sind genau so
gefühllos wie seine seinerzeitigen Worte zum Abschied von Weihbischof
Vollmar. Es ist zum Verzweifeln.
WALTER L. BLUM, ZÜRICH
Durchblick
in forum 06/2010
Es
stimmt nicht, dass nächstes Jahre (2011) Ostern auf den gleichen Tag
(4. April) fallen wird. Der erste Frühlingsvollmond ist erst am 18.
April und Ostern somit erst am 24. April.
V. WILDHABER, ZÜRICH
Um
Missverständnisse auszuräumen: Gemeint war, dass die Ost- und
Westkirchen auch 2011 am selben Tag Ostern feiern werden. Das wird in
der Tat der 18. April sein.
ANMERKUNG DER REDAKTION
«Hoffen auf Klimaerwärmung»
in forum 05/2010
«Hoffen auf Klimaerwärmung» was für ein Unsinn! Da engagieren sich
Millionen von Menschen weltweit in Tausenden von Organisationen um die
Mächtigen in Wirtschaft und Politik endlich dazu zu bringen handfeste
Entscheide zu treffen, um die grösste Umweltkatastrophe, welche die
ganze Menschheit bedroht und wie immer die Armen am Ersten (ganze
Inselstaaten drohen als direkte Folge im Meer zu versinken!),
verursacht durch die Klimaerwärmung, noch abzuwenden. Und da kommt ein
neu geweihter Bischof und schwafelt etwas von «Hoffen auf
Klimaerwärmung» – das ist doch barer Unsinn! Dass er noch hinzufügt, er
rede von einer «Klimaerwärmung des Heiligen Geistes» macht das Ganze
keinen Deut sinnvoller. Denn es ist eine Tatsache, eine versalzene
Suppe bleibt ungeniessbar, auch wenn man den Heiligen Geist als
Hauptverursacher zum Oberkoch dieses Unglücks erklärt.
VIKTOR HOFSTETTER OP, ZÜRICH
Kein Zölibat ohne Sexualität
in forum 05/2010
Der Durchblick «Kein Zölibat ohne Sexualität» ist hervorragend: Klar, kritisch , nicht einseitig und lösungsorientiert. Von Herzen Dank für die offene Stellungsnahme. Auch der Artikel «Quinoa – goldenes Korn nicht nur der Inkas» hat mir imponiert durch den Informationsgehalt, die positive Stossrichtung und die instruktive Bebilderung.
HANS SCHWEGLER, GLATTBRUGG
Ein wohltuender, objektiver Artikel gegenüber der Boulevardpresse. Ich fand es auch wertvoll, dass Sie den springenden Punkt des Zölibats, nämlich die Isolation und (bei älteren Priestern) die Vereinsamung angesprochen haben.
BEAT ZWIMPFER, WINTERTHUR
Bitte hören Sie auf mit solch persönlichen, den eigenen Glauben spaltenden Aussagen. Was heisst «fehlbare» Priester im kircheninternen Sinne? Gehören dazu nur sexuelle Übergriffe, die als solches ohne jeden Zweifel verabscheuungswürdig sind und mit jeder Konsequenz bestraft gehören. Inklusive jene, die darüber Bescheid wussten. Ich weiss, wovon ich rede, ich habe in meinem Bekanntenkreis selber abgeklärte Opfer. Was geschieht in unserem Lande? Was heisst hier vertuschen? Sie wissen genau warum unsere Priester heute isoliert sind. Was passiert mit solchen,
die in den Generalverdacht geraten sind, «römisch-katholisch» zu sein? Nein, Herr Binotto, ich bitte Sie, hören Sie im Namen Gottes auf damit. Sie irritieren die Gläubigen und beleidigen, demütigen und verletzen jeden einzelnen anständigen Priester tief, bis hinauf zum Papst – die alle aus freiem Willen bemüht sind auf persönliche Art ehrlich das Leben zu bewältigen. Die neusten Kirchenaustrittszahlen sollen Ihnen eine Mahnung sein.
MARLIS STEINER, GOMMISWALD
Das musste einmal auf den Punkt gebracht werden. Insbesondere die Formulierung «strengere Zulassungsbedingungen zum Zölibat» finde ich – fast – irrwitzig, doch folgerichtig. Dann wird eben der dadurch eintretende vermehrte Priestermangel erst recht zum Handeln zwingen. Wir brauchen gute, starke und reife Männer und Frauen als Seelsorger.
Die Rubrik über die Heiligen hat meine besondere Aufmerksamkeit gefunden. Es ist eine gute Sachen, und ich freue mich auf weitere Artikel, die, wie ich hoffe, insbesondere historisch verbürgte heiligmässige Personen zum Thema haben wird.
Was mich weniger freut, sind die jeweiligen Illustrationen. Liebloser, irgendwo aus dem Netz kopiert, könnte es nicht gehen. Nur schon die moderne Flagge der Bundesrepublik, um anzudeuten, dass Mechthild von Magdeburg eine deutsche Frau war, wohl noch nicht Bürgerin der BRD, haarsträubend.
ALBERT JÖRGER, HORGEN
SOS Narrenschiff
in forum 3/2010
Treffende Worte … vielen
Dank … ja, Seelsorge ist unspektakuläre Kleinarbeit … nicht geeignet um
weiträumig das Rauchfass zu schwingen … dafür werden liturgische
Adventstüren aus dem Baumarkt im Kirchenschiff installiert und selbst
Pizza-Backen gerät zum gottesnachdienstlichen Miteinander … womit die
Teilnehmer wenigstens etwas wärmendes mit nach Hause tragen!
THOMAS RECK, ZÜRICH
Mit
viel Freude lese ich immer wieder diese Rubrik, die mit scharfem
Hinsehen, mit Einfühlungsvermögen, doch nie verletzend Situationen aus
dem Alltag treffend beschreibt. Ihr letztes Narrenschiff ist mit vollen
Segeln ins Ziel eingelaufen, das Statement betreffend Seelsorger oder
Liturgen hat nun wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich arbeite
seit vielen Jahren beruflich und auch ehrenamtlich im Umfeld der Kirche
und gehe mit Ihren Feststellungen vollkommen einig. Eigentlich kann man
nur hoffen, dass die Botschaft auch bei den richtigen Stellen ankommt
und dort etwas auslöst. Machen Sie weiter so, ich freue mich auf jedes
weitere Narrenschiff!
LEONIE EBERLE, PER MAIL
Grundgebete des Christentums
forum 1 – 26/2009
Die Auslegung des Glaubensbekenntnisses im forum ist
mit dem Satz «Auferstehung der Toten und das ewige Leben.» zu Ende. Spannend und tiefgläubig haben die verschiedenen Schreiberinnen und Schreiber die einzelnen Teile ausgelegt. Trotz veraltetem Vokabular holten sie religiös-feine Gedanken heraus und gut verständlich für jeden. Dafür möchte ich allen herzlich danken. Sie kämpften um das «Richtige», ohne sich allzu weit auf «die Äste» hinauszulehnen.
EMMA DI GIUSEPPE-MESSNER, RÜTI
Wie man Weihbischöfe ernennt
in forum 1/2010
Ohne Zweifel: Die Ernennung eines neuen Weihbischofs für das Bistum Chur verlief kirchenrechtlich korrekt. Nur: Ist ein solches Vorgehen auch angemessen? Angemessen gegenüber den im Dienst der Seelsorge Stehenden? Angemessen gegenüber andern engagierten und am kirchlichen Leben interessierten Gläubigen? Mir scheint, das geltende Verfahren entspricht nicht der in der Bergpredigt (Mt 5 – 7) – dem «Grundgesetz» des Himmelreiches – enthaltenen Weisung Jesu: «Ich sage euch» – angesprochen sind die Jünger: «Wenn eure Gerechtigkeit die der (korrekten!) Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, werdet ihr nicht ins Himmelreich hineinkommen.» (Mt 5,20) Wer wie Jesus ein guter Hirte sein will, wird auf das, was die Herde bewegt und umtreibt, eingehen und ihm in Ausübung der Hirtenpflicht entsprechen. Darf die Ernennung von Josef Annen zum Generalvikar als ermutigendes Zeichen verstanden werden?
ROBERT TROTTMANN, BADEN
Moderator auf Zeit
in forum 2/2010
Als Katholikin und Mitglied einer Kirchenpflege, aber auch als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, kann ich die Aussage von Bischof Kurt Koch nicht einfach so stehen lassen. Ich habe mich bei der SP Schweiz erkundigt, wie es sich mit dem erwähnten Papier, mit dem «die SP ringt», verhält. Ich habe die Antwort erhalten, dass es nicht die SP Schweiz, sondern die Jusos waren, die das Thema lanciert haben. Die SP und inzwischen auch die Jusos, ringen keineswegs mit diesem Papier, es ist zurzeit nicht im Geringsten ein Thema, denn es gibt andere Sachen, die viel dringender sind.
Marie-Therese Ledermann, Grüt
Zu forum 17/2009
Vielen Dank für die Übersetzung des Artikels von Fergus O'Donoghue zur irischen Trauergeschichte. Es ist das Beste, das ich bisher zur Problematik lesen konnte, aber in der Sache gerecht. Auch Ihre Beiträge zu den Riten und zu Bruce Springsteen gefielen mir, ebenso derjenige von Daniel Kosch. Es scheint dass Ihre Generation aus den falschen Alternativen heraus ist, denen so manche in meiner Generation erlegen sind. Zu Ihren Stosssäufzer am Ende des Springsteen-Artikels: Es kann nicht immer Kaviar sein.
VICTOR CONZEMIUS, LUZERN
SOS Narrenschiff
in forum 18/2009
Beim Studium der täglichen Hysterie-Nachrichten fällt mir auf, wie kritiklos und willfährig die dümmsten Beschlüsse umgesetzt werden. Das gibt mir über den Tag hinaus sehr zu denken. Was passiert in den wirklichen Notsituationen? Welche Beschlüsse werden unter anderen Umständen ebenso kritiklos umgesetzt? Die Geschichte ist reich an Beispielen, die zeigen welche Unmenschlichkeiten sich später hinter dem Begriff «Befehlsnotstand» verschanzen.
PETER ELTSCHINGER, USTER
Struktur ist Trumpf
in forum 19/2009
Wo die öffentlichen Kantonsschulen die notwendige Lerndisziplin mit umständlichen Massnahmen einzufordern gezwungen sind, schreibt die benediktinische Stiftsschule seit jeher ihren Schülern eine offizielle Studierzeit vor und stellt ihnen einen entsprechenden Arbeitsraum zur Verfügung. Aus der jahrhundertealten Erfahrung, dass der Jugendliche nur unter bestimmten Rahmenbedingungen sich auf eine effiziente Geistesarbeit zu konzentrieren imstande ist.
Ein Zweites fällt im Artikel über «attraktive Klosterschulen» auf: Ins Internat treten Schüler und Schülerinnen verschiedener Konfessionen und Religionen ein. Und doch hält die Stiftsschule an ihrer benediktinischen Tradition fest: Jeder Tag beginnt und schliesst mit einem Gebet, und «am Sonntag besuchen alle Internen, unabhängig von ihrer Konfession, den Gottesdienst». Auch dieses religiös motivierte Ritual scheint gemeinschaftsfördernd und zugleich persönlichkeitsprägend zu wirken. So machen die Jugendlichen nicht einfach einen Schnupperkurs in Religion und Multikulturalität, befassen sich schön proportional verteilt mit allen Weltreligionen und spirituellen Bewegungen, um am Schluss von allem ein wenig, aber von nichts genügend viel zu wissen. Im Internat wird das Fachwissen des humanistischen Unterrichts eingebettet in einen Tagesablauf christlich-jüdischer Tradition und vermag als gefestigte Weltsicht dem Jugendlichen sichern Halt in einer unsichern Welt zu verschaffen.
XAVER STALDER, FELDMEILEN
Er sitzt auch unter uns
in forum 20/2009
Alexandra Dosch übersetzt «El Shaddai» mit «Gott, der Allmächtige». Das hat mich stutzig gemacht, denn ich bin dieser Übersetzung noch nie begegnet und das Wort Allmacht kommt im alten Hebräisch nicht vor. Im hebräisch-deutschen Wörterbuch steht für «El Shaddai» schlicht: ein Gottesname. Mit Allmacht (pantokrátor) wird dieser Gottesname zum ersten Mal in der griechischen Übersetzung des Ersten Testamentes – vermutlich um 200 v. Chr. herum in Alexandrien entstanden – wiedergegeben und zwar im Hiobbuch. In der ersten von Hieronymus (300 bis 420 n. Chr.) verfassten lateinischen Übersetzung der hebräischen Bibel wird für «El Shaddai» fast immer deus omnipotens (Gott, der Allmächtige) verwendet. Und in dieser Form ist die Bedeutung dieses Gottesnamens weiter überliefert worden und in die christliche Theologie eingegangen, zunächst in das Apostolische Glaubensbekenntnis, wie wir es kennen. – Die Herkunft von «El Shaddai» ist ungewiss. Martin Buber übersetzt diesen Begriff in seiner berühmten Bibelübersetzung mit «Der Gewaltige». Dies dürfte dem Sinn des Wortes am nächsten kommen, denn ihm ist eine Wurzel enthalten – schdd (phonetisch ausgesprochen) – welche «gewaltig» bedeuten dürfte. Ein wunderbares Beispiel für die wirkungsgeschichtlichen Konsequenzen von Übersetzungen; denn Allmacht ist, wie Alexandra Dosch in ihrem Beitrag richtig erwähnt, kein unproblematisches Prädikat Gottes.
ArNOLD EICHMANN, MÜNCHENBUCHSEE
Angst vor der Angst
in forum 20/2009
In diesem Artikel über die elterliche Angst habe ich interessante Aussagen zum Annehmen der Angst gelesen. Es gibt eine Meditationsmethode mit dem Namen «Körperzentrierte Herzensarbeit», entwickelt von Safi Nidiaye. Diese Meditationstechnik fokussiert gezielt auf den Körper und die Emotion und hilft, verdrängte Gefühle wie Angst im Körper aufzuspüren, das Gefühl zu fühlen (wie fühlt sich meine Angst an?) und das Herz dafür zu öffnen. In unserer kopflastigen Welt tut dieser Weg gut, den Geist mit dem Körper und dem Herzen wieder zu verbinden.
MATTHIAS HOBI, PER MAIL
Es geht ums Ganze
in forum 23/2009
Den Text Eva-Maria Faber habe ich mit grossem Interesse gelesen. Ich wünsche mir aber noch weitere Aspekte des Mittelalters zurück: als es an manchen Kirchen Reclusen gab, welche (wie die Hausmutter) 24 Stunden im Tag zur Verfügung standen für Rat, Theologie und Hilfe, bevor ein absurder Hexenwahn diese Einstellungen rigoros vernichtete. Abgebildet an den Decken der Kirchen wurde keine, aber mehrere dieser Frauen, ledig auf Zeit, wurden immerhin heilig gesprochen. Gibt es auch Kirchenmalereien mit gleichviel Männern und Frauen mit den viel sagenden Flämmchen? Oder beim ominösen Abendmahl? Und bei Christi Himmelfahrt?
AGATHA GACHNANG-DEKKER, TANN
SOS Narrenschiff
in forum 18/2009
Beim Studium der täglichen Hysterie-Nachrichten fällt mir auf, wie kritiklos und willfährig die dümmsten Beschlüsse umgesetzt werden. Das gibt mir über den Tag hinaus sehr zu denken. Was passiert in den wirklichen Notsituationen? Welche Beschlüsse werden unter anderen Umständen ebenso kritiklos umgesetzt? Die Geschichte ist reich an Beispielen, die zeigen welche Unmenschlichkeiten sich später hinter dem Begriff «Befehlsnotstand» verschanzen.
PETER ELTSCHINGER, USTER
Struktur ist Trumpf
in forum 19/2009
Wo die öffentlichen Kantonsschulen die notwendige Lerndisziplin mit umständlichen Massnahmen einzufordern gezwungen sind, schreibt die benediktinische Stiftsschule seit jeher ihren Schülern eine offizielle Studierzeit vor und stellt ihnen einen entsprechenden Arbeitsraum zur Verfügung. Aus der jahrhundertealten Erfahrung, dass der Jugendliche nur unter bestimmten Rahmenbedingungen sich auf eine effiziente Geistesarbeit zu konzentrieren imstande ist.
Ein Zweites fällt im Artikel über «attraktive Klosterschulen» auf: Ins Internat treten Schüler und Schülerinnen verschiedener Konfessionen und Religionen ein. Und doch hält die Stiftsschule an ihrer benediktinischen Tradition fest: Jeder Tag beginnt und schliesst mit einem Gebet, und «am Sonntag besuchen alle Internen, unabhängig von ihrer Konfession, den Gottesdienst.» So machen die Jugendlichen nicht einfach einen Schnupperkurs in Religion und Multikulturalität, befassen sich schön proportional verteilt mit allen Weltreligionen und spirituellen Bewegungen, um am Schluss von allem ein wenig, aber von nichts genügend viel zu wissen. Im Internat wird das Fachwissen des humanistischen Unterrichts eingebettet in einen Tagesablauf christlich-jüdischer Tradition und vermag als gefestigte Weltsicht dem Jugendlichen sichern Halt in einer unsichern Welt zu verschaffen.
XAVER STALDER, FELDMEILEN
Angst vor der Angst
in forum 20/2009
In diesem Artikel über die elterliche Angst habe ich interessante Aussagen zum Annehmen der Angst gelesen. Es gibt eine Meditationsmethode mit dem Namen «Körperzentrierte Herzensarbeit», entwickelt von Safi Nidiaye. Diese Meditationstechnik fokussiert gezielt auf den Körper und die Emotion und hilft, verdrängte Gefühle wie Angst im Körper aufzuspüren, das Gefühl zu fühlen (wie fühlt sich meine Angst an?) und das Herz dafür zu öffnen. In unserer kopflastigen Welt tut dieser Weg gut, den Geist mit dem Körper und dem Herzen wieder zu verbinden.
MATTHIAS HOBI, PER MAIL
Er sitzt auch unter uns
in forum 20/2009
Alexandra Dosch übersetzt «El Shaddai» mit «Gott, der Allmächtige». Das hat mich stutzig gemacht, denn ich bin dieser Übersetzung noch nie begegnet und das Wort Allmacht kommt im alten Hebräisch nicht vor. Im hebräisch-deutschen Wörterbuch steht für «El Shaddai» schlicht: ein Gottesname. Mit Allmacht (pantokrátor) wird dieser Gottesname zum ersten Mal in der griechischen Übersetzung des Ersten Testamentes – vermutlich um 200 v. Chr. herum in Alexandrien entstanden – wiedergegeben, und zwar im Hiobbuch. In der ersten von Hieronymus (300 bis 420 n. Chr.) verfassten lateinischen Übersetzung der hebräischen Bibel wird für «El Shaddai» fast immer deus omnipotens (Gott, der Allmächtige) verwendet. Und in dieser Form ist die Bedeutung dieses Gottesnamens weiter überliefert worden und in die christliche Theologie eingegangen, zunächst in das Apostolische Glaubensbekenntnis, wie wir es kennen. – Die Herkunft von «El Shaddai» ist ungewiss. Martin Buber übersetzt diesen Begriff in seiner berühmten Bibelübersetzung mit «Der Gewaltige». Dies dürfte dem Sinn des Wortes am nächsten kommen, denn in ihm ist eine Wurzel enthalten – schdd (phonetisch ausgesprochen) –, welche «gewaltig» bedeuten dürfte. Ein wunderbares Beispiel für die wirkungsgeschichtlichen Konsequenzen von Übersetzungen; denn Allmacht ist, wie Alexandra Dosch in ihrem Beitrag richtig erwähnt, kein unproblematisches Prädikat Gottes.
ARNOLD EICHMANN, MÜNCHENBUCHSEE
SOS Narrenschiff
in forum 14/2009
Sie haben die Tendenz der Individualisierung und Zersplitterung der Gemeinschaft innerhalb der Kirche sehr gut umschrieben. Es ist eine moderne Entwicklung, ich würde es wagen zu sagen, eine schweizerische Spezialität: Man möchte es für jedes einzelnen Kirchenmitglied recht machen. In der Weltkirche sind gemeinsam gefeierte Gottesdienste die einzige Form des Gottesdienstes, ich kenne dies aus Lateinamerika oder aus Medjugorje. Dort feiert man in den Sommermonaten täglich Gottesdienste auf einem grossen Gelände. Es feiern nicht nur Jung und Alt gemeinsam, sondern auch eine Vielfalt von Sprachen und Nationen, eine kleine Welt. Das muss man gesehen und erlebt haben.
YVONNE EDWARDS, PER MAIL
SOS Narrenschiff
in forum 15/2009
Ich fahre öfters ins Kloster auf Zeit. Einmal klagte mir der Gastpater eines Zisterzienserklosters, er habe ein schlechtes Gewissen, wenn er in die Stundengebete gehe, er habe so viel zu tun mit E-Mails beantworten, Handyanrufe von Gästen annehmen etc. Schon verrückt, eigentlich! Die neueren Habits haben eine extra Innentasche fürs Handy! Es ist mir schon bewusst, dass auch Klöster nicht stehen bleiben dürfen und sich der Modernität beugen müssen – trotzdem aber sollte es gerade in Klöstern auch für die Mönche und Nonnen (und nicht nur für die Gäste) hin und wieder eine informationsfreie Zeit geben.
ISABELLE GENDRE, ZÜRICH
«Jesus ist tot? – Denkste!»
in forum 15/2009
Wer hat je behauptet Jesus sei tot? Ein Titel mit dieser Frage impliziert genau diese Annahme. So etwas kann aber kein normal denkender Christ als Hypothese annehmen. Da hilft auch kein «Denkste!» Niemals würden wir das denken!
THOMI HORATH, PER MAIL
«Gegen den kalten Wind»
in forum 16/2009
Aus meinem Blickwinkel der Entwicklungs-Zusammenarbeit kann ich nur bestätigen: Genau so eindrücklich ist das Werk, das in jenem Hochland auf 4000 m über Meer entstanden ist im Bemühen, die Lebensbedingungen der Campesinos zu verbessern. Als Leiter der Stiftung «Aid Governance», welche solchen Hilfswerken im Bestreben nach möglichst grosser Effizienz beisteht, durfte ich dank der Unterstützung eines privaten Spenders Padre Degen und seine Fischzucht vor Ort analysieren und beraten. Beeindruckt war ich nicht nur von der hohen Qualität der dort im kristallklaren, kalten Wasser gezüchteten Forellen, sondern auch von der Begeisterung und Professionalität des Teams. Alles in allem ein Werk, für das sich aller Einsatz auch in dessen weiteren Ausbaubemühungen lohnt!
PATRICK RENZ, ZUG
Titelbild
forum 17/2009
Gewiss passt dieses Titelblatt zum Editorial auf Seite 3. Aber im Blick auf «Maria Himmelfahrt» am 15. August sehe ich diese Mache als Verhöhnung der katholischen Lehre. Maria, die Reine, im Gegensatz zum Lasterleben der «Street Parade». Gehört diese Aufmachung zur Verkündigung des christlichen Glaubens? Der katholische Glaube, die Liebe zur Kirche und die Verehrung des Hl. Vaters in Rom leidet unter der banalen Darstellung was katholisch ist.
ERWIN AUF DER MAUR, BERINGEN
zu forum 17/2009
Vielen Dank für die Übersetzung des Artikels von Fergus O›Donoghue zur irischen Trauergeschichte. Es ist das beste, das ich bisher zur Problematik lesen konnte, aber in der Sache gerecht. Auch Ihre Beiträge zu den Riten und zu Bruce Springsteen gefielen mir, ebenso derjenige von Daniel Kosch. Es scheint dass Ihre Generation aus den falschen Alternativen heraus ist, denen so manche in meiner Generation erlegen sind. Zu Ihren Stosssäufzer am Ende des Springsteen-Artikels: Es kann nicht immer Kaviar sein.
VICTOR CONZEMIUS, LUZERN
SOS Narrenschiff
in forum 11/2009
Ich habe die Glosse «SOS Narrenschiff» mit Genuss und Genugtuung gelesen. Als bald 53-jähriger «Betroffener» lebe ich seit meinem 2. Lebensjahr mit den Folgen und Spätfolgen einer Erkrankung an Kinderlähmung (Polio). In all den Tiefs und Hochs ist mir sehr oft genau das begegnet, was Sie beschreiben. Und – das muss ich zugeben – oft genug war ich derjenige, der dem oder der Niedergeschlagenen die «psychologische Nulllösung» zugemutet hat. Ihre Glosse will mir Anlass genug sein, mein zukünftiges Verhalten in dem aufgearbeiteten Sinne zu überwachen und zu «zügeln».
WERNER RUCH, AU
Dieser Beitrag ist bei mir negativ hereingekommen. Sie belächeln Menschen, die es mit andern Menschen in Not gut meinen, aber dabei vielleicht etwas ungeschickt sind. Der Betroffene wird aber bestimmt spüren, dass sie es gut meinen und ihnen das Ungeschick nachsehen. Jedenfalls ist das besser, als den Betroffenen zu schneiden und abzutauchen. Sie schreiben ja selber auch nichts Brauchbares für solche Situationen – nur ein paar flockige Worte lese ich. Das Unsympathische am Artikel ist für mich, dass sich der Schreiber etwas süffisant über Ungeschickte lustig macht. Auch als Chefredaktor sind Sie nicht zum Richter berufen.
FRANZ FEDERER, DIETIKON
So köstlich amüsiert habe ich mich beim Lesen eines Berichtes schon lange nicht mehr. Es gibt gar nichts mehr zu sagen, so gut ist er geschrieben. Ich werde ihn jedem zu lesen geben, der sich traut, mir mit gutem Rat helfen zu wollen.
FABIENNE FASEL, PER MAIL
«Idealistisch und pragmatisch»
in forum 11/2009
Vor einigen Jahren auf einem Kalenderblatt ein Zitat von Jeremias Gotthelf gelesen – und nicht vergessen: «Mit den Idealen ist es wie mit den Sternen, wir können sie nicht erreichen, uns aber an ihnen orientieren.» Eine weise Einsicht für schwierige Situationen!
ROBERT TROTTMANN, BADEN
Sie haben dieses schwierige Thema kurz und prägnant auf den Punkt gebracht. Bravo! Das hat mir sehr gefallen.
MICHAEL NOLLE, ADLISWIL
«Darwin lupft die Decke»
in forum 11/2009
Ich habe natürlich viele Fragen, möchte aber Christian Illies herzlich gratulieren zu seinem Artikel. Wunderbar wie er die Evolutionstheorie/Biologie in Einklang bringt mit der christlichen Religion. Gott ist tatsächlich nicht kleiner, nur weil er mehr als sechs Tage gebraucht hat für die ganze Schöpfung.
EDUARD BRAENDLE, HITTNAU
Was mich am Ganzen im forum befremdet, ist der mangelnde ehrliche kritische Sinn, die Akzeptanz einer fragwürdigen Theorie, ohne die Schwachstellen aufzuzeigen.
Die Evolutionstheorie kann sich nur weiterentwickeln, wenn die Wissenschafter den Ursprung aller physikalischen, biochemischen, biophysikalischen und biologischen Vorgänge in Gott erkennen. Denn nur der Schöpfer konnte die grosse Komplexität und Funktionalität lebender Organismen erdacht und erschaffen haben, vom Niveau der Zelle bis zum Höhepunkt, dem Menschen. In der ganzen Schöpfung kann man eine grosse Intelligenz, Weisheit, Schönheit und vor allem Liebe erkennen.
Und noch ein Wort zum Thema Sexualität: Es ist offensichtlich, dass es Absicht war, die Leser herauszufordern, sogar zu provozieren. Viele Menschen leiden unter unkontrollierten Trieben (z.B. Pädophile), und die kann man nicht mit guten Ratschlägen und Humor wegbringen. Die ganze Thematik in dieser Form in einer katholischen Zeitschrift ist ein Hohn für Menschen, die eine gesunde Sexualität leben. Innerhalb der Ehe ist die Sexualität ein Geschenk Gottes, denn sie bringt wunderbare Früchte hervor.
YVONNE EDWARDS, ESSLINGEN
«Ungekrönte Auserwählte»
in forum 11/2009
Diese Betrachtung gehört zum Schönsten, Originellsten und Tiefgründigsten, was ich je über diese Perikope gehört habe.
URS BOLLER (REFORMIERTER PFARRER IM RUHESTAND), PER MAIL
«Betriebsunfall? – Schön wär’s!»
in forum 5/2009
Von ganzem Herzen danken wir Ihnen für Ihre Stellungnahme im forum zum Versagen von Papst und Kurie in dieser unsäglichen und für unsere Kirche so katastrophalen Geschichte. Wir verzichten, hier und jetzt auch noch unsere Gedanken niederzuschreiben, versichern Ihnen jedoch, dass uns das erneute Fehlverhalten unserer Kirchenleitung sehr berührt. Wie beruhigend wäre es, wenn auch unser Diözesanbischof Worte wie die Ihren finden könnte, aber das darf – oder besser – wagt er wohl nicht. Ihr Artikel war in der Tat ein Aufsteller.
JETTE UND HANS-PETER MANNHART, HERRLIBERG
Bischof Williamson von der «Priesterbruderschaft Pius X.» meint, Frauen bräuchten nicht zu studieren, da sie von ihrer Natur her nicht für rationales und globales Denken geeignet seien. Generationen gelehrter Männer vor ihm, auch Geweihte, sagten Ähnliches. Pauschale Urteile über Menschen sind immer unannehmbar. Dieses Urteil über Frauen ist es ganz besonders. Bischof Williamson und Mitglieder der Priesterbruderschaft, die so denken wie er, sollten gezwungen werden, sich bei den Frauen dafür zu entschuldigen.
HELENE AMBORD, ZÜRICH
Beiträge zur Busspraxis
in forum 6/2009
Die Zeit als Rom die Vielfalt in der Kirche gelten liess, indem die sog. «sowohl – als – auch – Formel» (et – et) viele Geister versöhnte, hat sich verändert. Nebst gregorianischen Gesängen in lateinischer Sprache verträgt sich noch heute eine deutsche Schubert-Messe. Durch die Abschaffung der Bussfeier wird die Belastung unserer Seelsorger geradezu unerträglich. Selbst der Einsatz von bewährten Personen (Viri et Virgines probati) ist kein Ersatz. Das Gewissen eines heutigen Christen vermag sehr wohl zu unterscheiden zwischen sog. «lässlichen Sünden» deren Vergebung durch Einsicht und tätige Reue möglich ist, und der schweren Schuld, die eine ganz persönliche Beichte erfordert.
JOSEF J. STAUB, ZÜRICH
Auftakt
in forum 4/2009
Darwin zerstörte mit seiner Theorie – die bis heute nicht bewiesen werden konnte (Stichwort: missig links) – die bis dahin geltende allgemein verbreitete Gewissheit, dass es für die in der lebendigen Natur zu beobachtende Zweckmässigkeit eine entsprechende Ursache geben müsse («Von nichts kommt nichts!»), nämlich einen allmächtigen Schöpfer. Er setzte an die Stelle des planenden, intelligenten Gottes den blinden Zufall von Mutation und Selektion. Kindern wird heute in der Schule der Eindruck vermittelt, es sei unwissenschaftlich, an einen Schöpfergott zu glauben, da ja alles von selbst «durch Zufall» gemäss Darwin entstanden sei.
MELI GORDANA, ZÜRICH
«Betriebsunfall? – Schön wär’s!»
in forum 5/2009
Mich dünkt immer mehr, Rom gehe einen eigenen Weg ohne echte Berücksichtigung des 2. Vatikanischen Konzils: Die zurück genommenen Neuerungen lassen nicht auf eine verständnisvolle Führung für aufgeschlossene Christen hoffen.
Möglicherweise bestärken auch Kirchen-Austritte von sich mündig fühlenden Katholiken Papst Benedikt XVI. und seine Gremien in Rom und anderswo in ihrer konservativen Gesinnung, weil dann die verbleibenden gehorsamen «Schäfchen» einfacher zu lenken seien. Es scheint völlig gleichgültig zu sein, ob das Kirchenvolk leidet, sich empört, sich abwendet. Hauptsache, die Macht des Vatikans geht nicht verloren. – Kann das wirklich ein guter Hirte und Stellvertreter Jesus Christus sein?
L. KAUFMANN-BALTISSER, ZÜRICH
Ihr Artikel ist eine weitere jener Ungerechtigkeiten, die seit Jahren in der katholischen Kirche in unserem Land unaufhörlich geschehen. – Eine Aussage in Ihrem oben erwähnten Artikel macht mich richtig wütend: «Traditionalisten jeglicher Couleur, die aus der Wahrheit immer das herauspicken, was ihnen in den Kram passt». Das war dreist. Ist Ihnen eigentlich bewusst, was mit den Katholiken in unserem Lande geschieht? Wir werden laufend an der Nase vorgeführt. Wir leben in einem Getto mit einer «Nachrichtensperre». Trotz all der aktiven Professoren bekommen wir glaubensmässig noch genau das zu hören, was uns zu hören erlaubt wird, den Rest sollen wir uns bitte schön selbst organisieren. Wer tut das heute noch? Der ganze Nonsens, der in den vergangenen Wochen produziert worden ist, hat aber auch Erstaunliches, Positives zu Tage befördert. Etwas, was man im kirchlichen Sprachgebrauch wohl als längst fällige «Unterscheidung der Geister» bezeichnet. Noch selten gab es zu einer Sache so wenig «lauwarme» Bekenntnisse. Entweder man war dafür, oder man war dagegen. Ich würde das als Trennung von Weizen und Stroh bezeichnen.
MARLIS STEINER, GOMMISWALD
Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Artikel. Das gehört zum Besten, was ich zu dieser jammervollen Geschichte gelesen habe!
PROF. DR. JOSEF BOMMER, LUZERN
Mit der Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe hat der Papst versucht, eine Trennung der Kirche, welche vor 20 Jahren erfolgte, möglicherweise wieder aufzuheben. Der Akt der Rücknahme der Exkommunikation stellt in keiner Weise eine Aufnahme der Priesterbruderschaft dar, sondern ist eine Türöffnung dazu, dass sich diese Vereinigung in später zu erfolgenden Gesprächen wieder der römisch-katholischen Kirche annähern kann. Setzen wir uns dafür ein, dass Wege gefunden werden, dass alle Gläubigen in der Kirche Platz finden. Helfen wir mit, dass die Zulassungskriterien nicht zu eng definiert werden, weder zu eng nach links, noch zu eng nach rechts.
FELIX MEYER, BASEL
Mit grossem Interesse habe ich Ihren ausgezeichneten Artikel gelesen, der in klaren Worten und sehr sachlich die Geisteshaltung der «Priesterbruderschaft Pius X.» darstellt und Sorgen formuliert, die viele Katholiken bewegen. Es ist jetzt eine Situation eingetreten, in der sich die bisherige schweigende Mehrheit zu Wort melden muss, damit die Kirchenleitungen auf der mittleren und höchsten Ebene endlich merken, dass man nicht einfach über die Mehrheit der Katholiken und die Errungenschaften des II. Vaticanums hinweggehen darf.
PROF. DR. JOHANNES ECKERT, ZÜRICH
Eine der klarsten und ehrlichsten Analysen, die ich gelesen habe. Sie zeugt von einer glaubwürdigen und weltnahen Haltung. Solange es solche Artikel gibt, bleibe ich gerne katholisch.
MAX ELMIGER, DIREKTOR CARITAS ZÜRICH
Schon mehrere Male musste ich mir eingestehen, dass ich diesen Papst einfach nicht verstehe und begreife. Eine solch belesene, intelligente Persönlichkeit ist sich doch bewusst, was sie sagt und wie sie handelt, und muss die Folgen abschätzen können. Also sind für mich die «Entschuldigungen» und «Erklärungen» Ausflüchte und unakzeptabel. Ich gehe auf die 70 zu, und es tut weh, die Entwicklung unserer Kirche zu beobachten.
ILSE MÖTTELI, RÜTI
Danke für Ihren informativen und kritischen Artikel. Nur: Was sollen engagierte Kirchenmitglieder tun, die nicht gewillt sind, einfach der Kirche den Rücken zu kehren? Wer ist gewillt und so positioniert, die stimm-, aber nicht meinungslosen Mitglieder der Kirche hinter sich zu scharen, um den entstandenen Druck auf die sich unfehlbar fühlende Amtskirche in Rom aufrechtzuerhalten? Wir sind zwar Gläubige, aber zu einem stetig wachsenden Teil nicht mehr solche, die meinen, alles, was von oben verlautbart wird, ohne Raum für zweifelnde Fragen als Glaubenssatz hinnehmen zu müssen.
MANFRED REITER, ZÜRICH
Ihr Artikel hat mich sehr angesprochen. Ganz herzlichen Dank für Ihre klaren Worte. Dies sind Aussagen, welche ein Verbleib in der katholischen Kirche rechtfertigen und das «Fussvolk» stärken.
VERENA JUNGHANNS, STALLIKON
Von ganzem Herzen danken wir Ihnen für Ihre Stellungsnahme im forum zum Versagen von Papst und Kurie in dieser unsäglichen und für unsere Kirche so katastrophalen Geschichte. Wir verzichten, hier und jetzt auch noch unsere Gedanken niederzuschreiben, versichern Ihnen jedoch, dass uns das erneute Fehlverhalten unserer Kirchenleitung sehr berührt. Wie beruhigend wäre es, wenn auch unser Diözesanbischof Worte wie die Ihren finden könnte, aber das darf – oder besser – wagt er wohl nicht. Ihr Artikel war in der Tat ein Aufsteller.
JETTE UND HANS-PETER MANNHART, HERRLIBERG
Mit Erleichterung habe ich Ihren Artikel gelesen. Ich wünschte mir, es gäbe viele solche katholische Christen in leitenden Stellungen in den Pfarreien und weiteren kirchlichen Gremien, die mutig und ehrlich und sachlich zu vielen solchen und ähnlichen «Ereignissen» in unserer Kirche ihre Meinung äussern würden. Weniger Unterwürfigkeit kann nicht nur nichts schaden, sondern kann Schaden verhindern. Nun muss ich mich bis auf weiteres etwas weniger schämen vorläufig immer noch der Institution «Katholische Kirche» anzugehören.
ROSMARIE GYR, PER MAIL
Bischof Williamson von der «Priesterbruderschaft Pius X.» meint, Frauen brächten nicht zu studieren, da sie von ihrer Natur her nicht für rationales und globales Denken geeignet seien. Generationen gelehrter Männer vor ihm, auch Geweihte, sagten Ähnliches. Pauschale Urteile über Menschen sind immer unannehmbar. Dieses Urteil über Frauen ist es ganz besonders. Bischof Williamson und Mitglieder der Priesterbruderschaft, die so denken wie er, sollten gezwungen werden, sich bei den Frauen dafür zu entschuldigen.
HELENE AMBORD, ZÜRICH
Die Zeit als Rom die Vielfalt in der Kirche gelten liess, indem die sog. «sowohl als auch – Formel» (et – et) viele Geister versöhnte, hat sich verändert. Nebst gregorianischen Gesängen in lateinischer Sprache verträgt sich noch heute eine deutsche Schubert-Messe.
Durch die Abschaffung der Bussfeier wird die Belastung unserer Seelsorger geradezu unerträglich. Selbst der Einsatz von bewährten Personen (Viri et Virgines probati) ist kein Ersatz. Das Gewissen eines heutigen Christen vermag sehr wohl zu unterscheiden zwischen sog. «lässlichen Sünden» deren Vergebung durch Einsicht und tätiger Reue möglich ist, und der schweren Schuld, die eine ganz persönliche Beichte erfordert.
JOSEF J. STAUB, ZÜRICH
«Die entscheidende Frage»
in forum 18/2008
Reicht es, Jesus als einen Gesandten Gottes und als einen Propheten zu verstehen? Für den Schreibenden wäre das ein Jesus «light».
Jesus selbst nennt sich Prophet und gibt die Antwort: Ein Prophet wird überall geachtet nur nicht in seiner Heimat und in seiner Familie (Matthäus 13,57). Und weiter steht bei Lukas 13,33 geschrieben, dass einige Pharisäer Jesus warnten: Verlass die Gegend, Herodes will dich umbringen! Da antwortete Jesus: Heute und morgen muss ich meinen Weg gehen. Es ist undenkbar, dass ein Prophet ausserhalb von Jerusalem umgebracht wird.
Auch das Volk sah in Jesus einen grossen Propheten. Bei Lukas 7,16 steht: Alle wurden von Furcht ergriffen, sie lobten Gott und riefen: Ein grosser Prophet ist unter uns aufgetreten, und Gott hat sich seines Volkes angenommen. Auch die Emmausjünger sagen: Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk (Lukas 24,19).
Nach diesen Texten im Zweiten Testament können wir doch nicht mehr sagen, wer Jesus als einen Propheten hält, sieht Jesus «light». Das würde dem Leben Jesu einen grossen Abbruch tun.
Erreicht hat mich hingegen der letzte Abschnitt des Artikels; dass Jesus sich uns erst und immer wieder neu in der persönlichen Begegnung erschliesst. Wenn auch wir bereit sind, uns den dunklen Seiten unseres Lebens zu stellen, unseren Grenzen, Verletzungen und Schwächen.
Emma Di Giuseppe-Messner, Rüti
«Von der Kurzsicht zum Weitblick»
in forum 1/2009
Ich bin sehr enttäuscht von dem Titelbild des ersten forums im 2009. Dazu noch drei ganze Seiten wurden Bankier Vontobel gegeben, um seine Ansichten und Meinungen kundzutun. Dies alles kann man in ähnlichen Worten in jedem «Bänker-Interview» hören und lesen. Aber Worte sind das eine und Taten das andere. Trotzdem sehe ich auch hier keine grundlegenden Tugenden. Und, dass man mit 92 Jahren zu gewissen Dingen eine andere Sicht aufweist, dürfte wohl normal sein. Es gäbe und gibt gerade zu Beginn eines schwierigen neuen Jahres viele Persönlichkeiten mit anderen Qualitäten.
Marianne Uebelhör, per Mail
«Die Spur im Tiefschnee»
in forum 24/2008
Die Autorin schreibt: «Schwierig zu verstehen ist zuerst der Erbsünde-Gedanke: Durch Adam kam der Tod in die Welt – als ob der Tod nicht Teil der Schöpfung wäre.» Die biblische Erklärung zur offen gelassenen Frage beruht auf der Unterscheidung zwischen Tod mit Verwesung einerseits und Ende des Lebens als Übergang in die Ewigkeit mit verklärtem Leib andererseits. Die Folge der Sünde Adams war klar vorhergesagt worden: Der Mensch «wird zum Erdboden zurückkehren, von dem er genommen ist» (Gen 3,19). Im Gegensatz dazu wurde «Henoch entrückt und musste nicht sterben, er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte» (Hebr 11,5).
Seit Jahrtausenden haben es Sakralschriften aller Religionen unternommen, sich transzendenten Zusammenhängen durch Verweis auf irdische Erlebniserfahrungen für die damaligen Menschen bildhaft anzunähern und anschaulicher verständlich zu machen. Für das Diesseits übersteigende Bezüge fanden sich auch mit Simplifikation und Negation später keine plausiblen und rational unbestrittenen Erklärungsmöglichkeiten.
Die Bibel lässt somit ahnen, wie glorreich die spätere Verklärung Adams gewesen wäre, hätte er nicht gesündigt.
Die evidente Begrenzung diesseitiger Existenz lässt trotz unentwegter Behauptung eines autonomen oder gar souveränen Geschöpfes keine Vermittlung oder gar Vertiefung erschöpfender Einsichten aufkommen. Ohne Einbezug ausgewogener Überlegungen und Berücksichtigung einschlägiger Annäherungsversuche lässt sich keine Erhellung von Abhängigkeiten zwischen Immanenz und Transzendenz erreichen. Anstelle von Stärkung und Festigung resultiert Aushöhlung und Verarmung der Wahrnehmung von Reichtum und Fülle des Daseins.
Bernhard Stüdeli, Zürich
Synodenbericht
in forum 25/2008
Der Vorstoss der Synode betreffend Laien als Gemeindeleiter dürfte nicht ganz so heiss gegessen werden, wie er gekocht wurde: Wer etwas aushandeln will, verlangt bekanntlich mehr.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass das Amt des Gemeindeleiters im Kanton Zürich, als Institution der staatlichen Kirchgemeinden verstanden, das Kirchenrecht (CIC) nicht tangiert, und dass es in einigen Gemeinden durch ständige Diakone, also Kleriker, ausgeübt wird, zur vollen Zufriedenheit sowohl der kirchlichen Amtshierarchie als auch der betroffenen Gemeindeglieder. Bei Priestermangel kann der Bischof Personen, welche die Priesterweihe nicht erhalten haben, an den Seelsorgeaufgaben beteiligen.
Das Amt des staatskirchenrechtlichen Gemeindeleiters umfasst aber bei weitem nicht nur seelsorgerliche Aufgaben. Indem man Ständige Diakone als Gemeindeleiter einsetzt, erhält der Weihegrad des Ständigen Diakons eine Aufwertung, was wünschenswert ist, zumal es sich bei diesen Klerikern meistens um lebenserfahrene, gut ausgebildete diplomierte oder promovierte Theologen handelt.
RENÉ Bosshard, Zürich
Kleines 1x1 der Liturgie
in forum 25/2008
Meiner Auffassung nach ist der Artikel «Unbefleckte Empfängnis» eher für Religions-Wissenschafter geschrieben. Ich jedenfalls kann diesen Gedanken nicht folgen und vermisse die Kernaussagen. Könnte man die Lehre der katholischen Kirche nicht
wie folgt zusammenfassen: 1) Maria wurde von jedem Makel der Erbsünde bewahrt jedoch auf natürliche Weise von ihrer Mutter empfangen und geboren. 2) Maria selbst hatte einen leiblichen Vater (Joachim) verheiratet mit Anna. 3) Dem Feiertag vom 8. Dezember folgt neun Monate später (Schwangerschaft) das Fest der Geburt Mariens
(8. September).
Hans Schnyder, Uster
«Verheizen wir unsere Zukunft»
in forum 19/2008
Die Voraussagen von Andreas Fischlin für die Folgen der Klimaerwärmung tönen erstaunlicher Weise genau gleich wie die Berichte aus dem 11. Jahrhundert aus der Schweiz. Die Schweizer Siedlungsgeschichte beweist, dass im 10. bis 13. Jahrhundert Ackerbau bis auf 2300 Meter betrieben wurde und das Klima im Jahresschnitt etwa um 1,6 Grad höher als heute war.
Wenn die Gletscher vor 6000, 4500 und 1000 Jahren so weit zurückgezogen waren, kann das damals nicht durch den Menschen verursacht gewesen sein, und wenn die UNO nun die vom Menschen erzeugten Treibhausgase für eine Klimaerwärmung verantwortlich macht, ist dies nicht so einfach zu interpretieren. Wir kennen nicht einmal die Mechanismen der Wirkung der Treibhausgase auf die Atmosphäre, weder in Sinne der Thermodynamik noch im Sinne der Strahlentheorie. Für alle nachvollziehbar ist hingegen, dass sich der rasant vermehrende Mensch durch die Abholzung von mehr als 40% des Waldbestandes der Erde eine Lungenhälfte ersatzlos amputiert hat.
Statt rasant die Wälder der Welt aufzuforsten, führen wir die nicht effizienten Landwirtschaften weiter, roden noch mehr Waldflächen in den Entwicklungsländern und bauen weiterhin Autos mit Verbrennungsmotoren für Jedermann. Es kommt der Verdacht auf, dass die heute verordneten Therapien zum Schutz unseres Klimas einseitig auf die Gewinnmaximierung gewisser Sparten ausgerichtet sind. Wir sind drauf und dran, unsere Zukunft nicht zu verheizen, sondern durch profitorientierte Paradigmen zu einer nachhaltigen Katastrophe der Vernunft und der Menschlichkeit zu machen.
Norbert C. Novotny, Zürich
Editorial
in forum 22/2008
Thomas Binotto stellt richtig fest, dass sich über 2 Milliarden Menschen auf dieser Welt Christen nennen und fragt, ob sie denn vergessen haben, dass sie nicht dem Mammon dienen sollen. Bezüglich der Schweiz gehört die Mehrheit der obersten Führung in der Wirtschaft (die grossen Publikums-Gesellschaften) zu den katholischen Christen. In der Politik, usw. übrigens auch. Zumindest seit den letzten zwanzig, dreissig Jahren. Und davon wiederum wurden viele, wenn nicht die meisten, in einem Internat geschult bis zur Matura. Ist denn da so wenig von der menschlichen Schulung hängen geblieben? Oder ist es so, dass es halt doch wichtiger ist, zu den Gewinnern und zur Elite zu zählen?
Oscar Rufer, Zürich
SOS Narrenschiff
in forum 23/2008
Was Thomas Binotto in seiner Glosse schreibt, sind aus meiner Sicht nicht einfach bewusste Übertreibungen im Sinne einer Satire, sondern der Text enthält zahlreiche Un- und Halbwahrheiten, welche der Entgegnung bedürfen.
Wie in vielen andern Zeitungsartikeln wird der Eindruck vermittelt, dass die UBS vom Staat Dutzende von Milliarden Franken Sanierungsbeitrag erhalte, während die UBS-Manager weiterhin Milliarden an Boni kassieren, und zwar für eine Null-Performance.
Tatsache ist, dass es sich bei den «Managern mit Null-Performance» um einige Hundert Manager (und MitarbeiterInnen) mit Domizil mehrheitlich in den USA sowie – wenn überhaupt – Mitglieder des Verwaltungsrates und der Konzernleitung der Bank handelt, während bekanntlich weitere Zehntausende von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der UBS, davon über 27 000 in der Schweiz, grösstenteils unverändert gute Arbeit leisten. Im Gegenteil, UBS MitarbeiterInnen in der Schweiz müssen sich tagtäglich gegen die verbalen Angriffe seitens ihrer Kunden verteidigen, welche ihr Pauschalurteil aufgrund der nicht objektiv berichtenden Tagespresse und neuerdings aufgrund des forums fällen.
Ich finde es reichlich unfair, in einer kirchlichen Zeitschrift einfach eine einzelne Firma anzuklagen, handelt es sich doch bei der Finanz- und Wirtschaftskrise um ein inzwischen weltweites Problem.
Matthias Schweitzer, Effretikon
Nachrichten
in forum 23/2008
Im Oktober 1958 hat das knapp fünfjährige Pontifikat von Johannes XXIII. begonnen. Warum hat man diesem Gedenken im forum nur gerade mit einer Randnotiz von zehn Zeilen Platz gegeben? Will man denn den Aufbruch, den dieser Papst unter anderem mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und weiteren befreienden Impulsen möglich gemacht hat, schon wieder vergessen machen? Man braucht nicht Nostalgiker zu sein, wenn man sich auf dem Stuhl Petri wieder einmal nach einem echten Seelsorger und einer Persönlichkeit mit der Güte, Weisheit, Ausstrahlung und dem Optimismus eines Johannes XXIII. sehnt.
Franz Tschopp, Zürich
«Sabbatical – Zeit fürs Wesentliche»
in forum 24/2008
Zum Inhalt des Artikels von Pia Stadler habe ich weiter nichts zu bemerken, wohl aber zur Verwendung dieses amerikanisch-englischen Ausdrucks, der nota bene, nicht einmal erläutert wird. Ich nehme an, Ihr Pfarrblatt ist auch für den Durchschnittsbürger gedacht. Also da gäbe es ja den deutschen Ausdruck «Sabbatjahr».
Als redaktionelle Grundregel schlage ich vor, dass man der Pflege des deutschen Sprachgutes die gehörige Beachtung widmet und, wenn es dann einmal unerlässlich ist, den fremdsprachlichen Ausdruck in einer Klammer erläutert.
Albert Jörger, Horgen
«Junge bringen Pfarrei zum Klingen»
in forum 24/2008
Leider wurde vergessen, etwas sehr Wichtiges zu erwähnen: Der Initiator, Architekt und Baumeister dieser aussergewöhnlichen Jugendbewegung in der Pfarrei St. Konrad ist der ehemalige Pfarrer August Durrer. Er hat in seiner Amtszeit als Vikar und Pfarrer unglaublich viel dazu beigetragen, dass unsere Pfarrei heute noch so lebendig ist und einen erfolgreichen sozialen Kitt aufweist. Darum ist die vorbildliche Pfarreigemeinschaft auch in der heutigen Zeit überhaupt lebbar.
Mario und Elisabeth Brun del Re, Zürich
«Ein Werk der Innerlichkeit»
in forum 17/2008
Mit Herrn Prokop stimme ich sehr überein: Auch ich habe die Schubert-Messe immer gerne gesungen, und ich weiss nicht, was manche Menschen gegen Rührung haben. Zu dieser Messe gehört aber auch der Text von Johann Philipp Neumann, ein Text dessen Frömmigkeit mich ebenso immer beeindruckt.
Vier dieser Lieder haben im neuen Kirchengesangbuch (KGB) Aufnahme gefunden (Nr. 47/83/110/129), aber nur mit einem «angelehnten» Text. Das wäre für mein Empfinden schon eine kulturelle Entgleisung, wenn der neue Text ebenbürtig wäre. Das ist er aber nicht. Anstatt fromm ist er an manchen Stellen fade und formelhaft.
Und noch etwas ist schade: Seit diese vier «überarbeiteten» Lieder ins KGB aufgenommen wurden, wird die ganze schöne Messe bei uns kaum noch gesungen.
KASIMIR RICHLE, ZÜRICH
«Eindrücklich – aber auch einseitig»
in forum 18/2008
Prof. Annen findet es ein «vernichtendes Urteil» über 200 Jahre Jesus–Forschung. Man tut Papst Benedikt aber Unrecht, wenn man sagt, er habe 200 Jahre Jesus–Forschung verurteilt. Was er in seinem Buch zu Recht kritisiert hat, ist einzig eine Überstrapazierung der kritisch–historischen Methode und eine entsprechend einseitige Bibelauslegung. Dazu kann aber das Urteil nicht positiv ausfallen. «Vernichtend» – mag sein! Aber wessen Schuld bitte ist das dann? Die Schuld desjenigen, der das Übel (eine Überstrapazierung einer Methode – und nur das bitte betrifft es!) in die Welt gesetzt hat? Oder desjenigen, der es anprangert?
Dieses Buch kann man also in keinster Weise als einseitig beurteilen – weiss Gott nicht! Im Gegenteil, es ist völlig evangelientreu und kommt – unter Einbeziehung aller (auch moderner kritisch–historischer Forschungs-Daten, aber ihrer korrekten Gewichtung – zu einem stimmigen Gesamtbild. Darum und nur darum muss es uns schliesslich gehen! Also: gar nicht einseitig, aber sehr eindrücklich! Äusserst lesenswert und erbaulich!
MONIKA WILD, ZÜRICH
«Kurze Hebel für Bischöfe»
in forum 16/2008
Mich reut die Zeit und die Mühe, mich eingehend mit dieser interessegeleiteten Heiligsprechung des päpstlichen Kirchenrechts zu befassen. Nachdem ich – und ein weiterer Kollege, dem ich den Artikel zugeleitet habe – seit mindestens 50 Jahren als Insider mitverfolge, wie in der Römischen Kirche mit Theologen umgegangen wird, die anderer Meinung als die Kirchenleitung sind, halte ich diese Behauptungen für reinen Hohn.
ROLAND HINNEN, PER MAIL
«Ein ökumenisches Werk»
in forum 16/2008
Hat die Berner Nationalrätin Margret Kiener Nellen als Magistratin nichts Besseres zu tun, als gegen den Nationalhymentext Sturm zu laufen? Was möchte denn die übereifrige «Erneuerin» in unserer Landeshymne über die «Willensnation» Schweiz verankert haben? – «Geographische und kulturelle Vielfalt»? Matterhorn, Rigi, Lavaux, Glacier-Express, Jungfrau-Bahn, Oberwalliser Eigenart, rhätoromanische Sprachprobleme, Italianità ai Ticinesi, welsche Gelassenheit, Basler oder Appenzeller Dialekt, Uhren, Käse, Schokolade oder gar die Miliz-Armee, die Konkordanz-Demokratie, das allgemeine Stimm– und Wahlrecht, das Initiativ– und Referendumsrecht? – Das sind gerade mal 19 typisch schweizerische Gegebenheiten, von mindestens 191 weiteren, für die einzelnen Regionen nicht weniger wichtigen Eigenheiten, Errungenschaften und Institutionen. Vorschlag: Frau Margret Kiener Nellen als Motionärin soll aus einigen Hundert Vorschlägen schweizerischer Besonderheiten, zusammen mit ihren 29 Mitunterzeichneten, innerhalb eines Jahres versuchen, die passende Auswahl zu treffen, die dann in den Text einer allfällig neuen Hymne aufgenommen würde. – Das Resultat dieses Unterfangens liesse sich mit einer fast 100%-igen Sicherheit voraussagen: Ein heilloses Durcheinander und keine Basis für einen neuen Hymnen-Text!
F. J. ZIEGLER, KLOTEN
«Welche Übersetzung soll ich wählen»
in forum 9/2008
Das ist Leserservice der besten Art! Die auch für Laien sehr gut verständliche und dennoch profunde Auseinandersetzung mit der Thematik ist eindrücklich. Obendrein ist es Herrn Bauer gelungen, auf einen zentralen Aspekt hinzuweisen – dass Übersetzung immer auch das Ergebnis einer Interpretation ist.
Auf einen haptisch-ästhetischen Aspekt bei der Wahl einer Bibelausgabe möchte ich noch hinweisen: Nach meinen Besuchen in den Buchhandlungen bin ich zum Schluss gelangt, dass mehrere Bibelausgaben punkto Einband und/oder Typografie keine genügende Note verdienen. Eine Bibel sollte doch in besserer Aufmachung daherkommen als eine billige Taschenbuchausgabe eines Bestsellerromans.
ROLF MEIER, ZÜRICH
Leserbrief zu «Katholisch imprägniert»
in forum 14/2008
Zu Zölibatsverpflichtung: «Ein Bischof muss ohne Tadel sein: der Mann einer einzigen Frau…, einer, der seinem Haus gut vorzustehen weiss… – denn wenn einer seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiss, wie kann er dann für die Gemeinde Gottes sorgen? … Diakone sollen nur eine Frau haben und ihren Kindern und dem eigenen Hausstand gut vorstehen.» Diese Worte stehen nicht etwa in einer protestantischen Kirchenordnung, sondern im Ersten Brief an Timotheus. Zu Auswahlkatholizismus: «Prüft aber alles, das Gute behaltet.» Diese Worte sind nicht ein Auftrag Jesu an die Apostel, sondern eine Aufforderung von Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki (1. Thess 5,21).
Ein Kritiker ist nicht einfach ein Feind der Kirche, sondern kann ihr durchaus ein wohlwollender Freund sein.
ROBERT TROTTMANN, BADEN
«Kurze Hebel für Bischöfe»
in forum 16/2008
Bischof Koch erscheint aus Ihrer im forum dargestellten Sicht als kirchenrechtlich ziemlich unbedarft (auch wenn nichts Entsprechendes direkt formuliert wäre). Solche Äusserungen erschweren die Lage meines Erachtens unnötig und fallen dem geplagten Bischof noch zusätzlich in den Rücken, da die meisten Gläubigen eine differenzierte Sicht gar nie zur Kenntnis bekommen.
ROBERT WENGER, ZÜRICH
Zum oben erwähnten Beitrag ist eigentlich nur zu sagen, dass Thomas Binottos Argumentation nichts als pure Apologie ohne jegliche Substanz darstellt, da die katholische Hierarchie jegliche juristische Gewaltentrennung innerhalb der eigenen Mauern vehement ablehnt. Umso zynischer kommt dies daher, ermahnt doch der katholische Klerus die Welt ausserhalb der eigenen Mauern pausenlos zur Einhaltung der Menschenrechte.
MICHAEL BAMBERGER, PER MAIl
«Ein Suizid ist keine isolierte Handlung»
in forum 15/2008
Herzlichen Dank für den Artikel über die Sterbehilfe. Er ist hilfreich. Ein Ausdruck ist freilich nicht zutreffend. Es heisst sinngemäss: «In der Schweiz ist der assistierte Suizid erlaubt.» Es muss heissen: «Er ist zulässig.» Denn zwischen erlaubt und zulässig besteht ein wesentlicher Unterschied.
Erlaubt heisst: Etwas geschieht mit ausdrücklicher Billigung der zuständigen Autorität. Wer erlaubt, billigt und ist damit einverstanden. Zulässig heisst: Die zuständige Autorität lässt etwas zu. Sie schreitet dagegen nicht ein. Kurzum: In der Schweiz ist der assistierte Suizid nicht erlaubt, wohl aber zulässig, nicht verboten und nicht strafbar.
ALBERT ZIEGLER, PER MAIL
Zum Inhalt allgemein
des forums
Seit bald zwei Jahren erhalte ich das Pfarrblatt forum und möchte der Redaktion ein Kompliment machen bezüglich der Qualität der Artikel: kritisch, offen, aktuell und frisch. Ein bisschen frech – das gebe ich zu –, alles andere als man erwarten würde. Weiterhin inspirierte Zeilen!
A. LUMINATI, KÜSNACHT
Mit Aufmerksamkeit und einer gewissen Neugier blättere ich jeweils das forum durch und finde immer wieder sehr interessante und fundierte Artikel, die ein aufgeklärtes katholisches Christentum vertreten. Weiter so!
ALBERT JÖRGER, PER MAIL
«Katholisch imprägniert»
in forum 14/2008
Benno Schnüriger zeichnet sein liberales, gesellschaftsorientiertes Kirchenbild, was immer das heissen mag. Unter anderem sagt er: «Die Kirche muss im Alltag präsent sein.» Das finde ich richtig. Sie muss sich aber nicht allen Forderungen aus progressistischen Kreisen anpassen. Auch in der Schweiz nicht.
Nicht schlecht habe ich gestaunt, als ich las, dass der Präsident der Zentralkommission die Aufhebung des Pflichtzölibats und die Zulassung des Frauenpriestertums begrüssen würde. Dazu meinte er: «Diese basieren auf Entscheiden von Menschen und können von Menschen wieder aufgehoben werden.» Das heisst doch, dass wir zum Beispiel Strassenverkehrsgesetze, die uns nicht passen, einfach aufheben können, da sie ja von Menschen gemacht wurden.
Das Zölibatsgesetz ist aber nicht von Machern gemacht worden, sondern richtet sich nach dem Leben und den Aussagen unseres Herrn Jesus Christus. Die Bestimmungen des Zölibats entwickelten sich schon am Anfang der jungen Kirche und eine erste Vorgabe wurde zum Beispiel auf der Synode von Elvira 305 n. Chr. eingeführt, um dem Ruf des Herrn noch besser folgen zu können. Über die vielen Vorzüge des Zölibats sind unzählige Bücher geschrieben worden. Man sollte sich diese auch zu Herzen nehmen, mindestens aber die Aussagen und die Lebensweise Jesu erwägen.
Gegen den Schluss der Überlegungen von Benno Schnüriger meint dieser: «Wer überhaupt nicht mit diesen Vorgaben umgehen und sich nicht damit arrangieren kann, der muss sich überlegen, ob es in dieser Kirche für sie oder ihn noch einen Platz hat.»
Aufgrund der Beobachtungen der letzten 30 Jahre kann es leider tatsächlich so sein, dass vielleicht nicht wenige Katholiken vorab in der Deutschen Schweiz die Kirche verlassen, weil sie mit einigen Glaubenswahrheiten und Kirchengesetzen nicht mehr einverstanden sind. Wahrheiten werden auch im katholischen Glauben relativiert. Der Auswahlkatholizismus ist überall feststellbar. In all den Jahren hat das
«forum» oft sehr einseitig über die Kirche berichtet. Hier müsste ein Umdenken im Sinne der Gerechtigkeit und der Toleranz stattfinden. All die vielen Titelbilder des «forums» in den letzten Monaten und Jahren weisen nicht gerade auf eine genuin
katholische Sicht hin.
MARKUS CARLONI, TURBENTHAL
«Nachrichten»
in forum 14/2008
In der Kurzmeldung zur bevorstehenden Rehabilitierung von Anna Göldi ist zu lesen, sie sei 1872 zum Tod verurteilt worden.
Diese Jahreszahl ist falsch. Ich darf Sie darauf hinweisen, dass sie bereits im Jahre 1782 hingerichtet worden ist.
SIEGFRIED WIPF, ZÜRICH
«Auch das Schicksal hat seine Logik»
in forum 14/2008
Ist’s nicht immer die Liebe – dies himmlische Kind im irdischen Chaos, dieser Diamant mit Facettenschliff, welcher vor 2000 Jahren das Weltgeschehen zu revolutionieren begonnen hat – welche zu brodeln beginnt in diesen Momenten? Revoltierend gegen jegliche Einengung, z. B. Reduktion auf Sexualität, auf Familie, auf Arbeit, auf Natur, auf Tradition… auf was auch immer, hinweisend darauf, dass alles, was von Liebe nicht durchflutet wird, in einer Art pervertiert, hohl wird/bleibt? So gesehen, fallen einem diese Schicksals-Winke («Wink mit dem Zaumpfahl» pflegte man in der Innerschweiz zu sagen) vielleicht eben genau darum zu, wenn die darin verborgene Sprache gefunden, gelernt werden soll/kann, und so Wandlung möglich wird.
GRET BURKHARD, BINZ
«Was braucht es, um gerettet zu werden?»
in forum 12/2008
Es ist immer wertvoll über die beschriebene Stelle im Römerbrief nachzudenken, solange es sich um eine Auslegung dieser Textstelle handelt. Wenn aber eine geschichtsträchtige Gedankenreise in die lutherische Reformation damit verbunden wird, wird der Text ins Unermessliche strapaziert. In der Beschränkung zeigt sich die Meisterschaft: entweder dieses oder jenes. Die Rechtfertigung Luthers sowie die «Gemeinsame ökumenische Erklärung zur Rechtfertigung» sind Themen, die ganze Bibliotheken füllen würden. In den Überlegungen der Glaubenskongregation zum ökumenepapier lässt sich unter anderem nachschlagen: «Wenn jemand nicht gerecht ist, ist er/sie auch nicht gerechtfertigt.» Ausgehend von der Überlegung, dass wir zwar der Ökumene verpflichtet sind, sollten wir unsere katholische «Identität» dennoch keineswegs vernachlässigen. In der Schatztruhe der Kirche befinden sich auch ganz kostbare Edelsteine, die es zu heben gilt.
MARTIN KELLER, OETWIL AM SEE
«Benedikt XVI. im Fokus»
in forum 13/2008
Als reformierter Zürcher bin ich ein grosser Fan des (neuen) Papstes. Ich bin darum begeistert von diesen Artikeln. Mein Gegenüber am Esstisch im Altersheim, der ein guter katholischer Italiener ist, sagt zwar, Benedikt sei «ein Intellektueller», dies im Gegensatz zu dem, was die Italiener gerne haben. Ich erzählte ihm, dass ich im Zimmer die neueste Enzyklika des Papstes habe, und dass ich davon begeistert sei, mag nun auch der Papst geschrieben haben, Luther habe den Hebräer-Brief kaum richtig verstanden. Wie dem auch für Theologen sei, so haben Sie im forum Papst Benedikt XVI. sehr sympathisch dargestellt, was mich, den Reformierten, beeindruckt.
JAKOB HINDEN, HORGEN
Narrenschiff
in forum 11/2008
Falls Ihr «Narrenwort» nun ernst genommen wird, muss ich als katholische Mitleiterin eines kirchlich unterstützten ökumenischen Kinderchors wohl erneut um meinen Lohn bangen. Zugegeben, unsere Kinder sind keine «Wunderkinder» oder «erstklassige Solisten», sondern einfach nur Kinder. Wunderbar gschpürige Menschen, die unseren Zuspruch brauchen: Zuhören, sich öffnen, dem Atem vertrauen, die eigene Stärke spüren, loslassen können, taktvoll den richtigen, freien und farbigen Ton finden. Das ist Musikunterricht – und beseelt alle Beteiligten immer wieder – mindestens so sehr wie die das «leidenschaftliche» Hören der Sonntagspredigt und das «Amen» in der Kirche. Schlussmahnung: «Der hat vergeben das ewig Leben, der nicht die Musik liebt und sich beständig übt in diesem Spiel.» Oder – frei nach dem 1. Brief an die Thessalonicher: «Seid allezeit fröhlich, musiziert ohne Unterlass.»
CLAUDIA HOLD, WINTERTHUR
Normalerweise freue ich mich über die Narrenschiff-Glosse, weil sie häufig ins Schwarze trifft. Nur diesmal dünkt mich, haben Sie übers Ziel hinaus geschossen und diskriminieren damit einen ganzen Berufsstand, den der MusiklehrerInnen.
Ich gehöre seit Jahren dazu, und ich kann Ihnen versichern, dass es an unsern Musikschulen nicht darum geht, grosse Künstler zu züchten, – das übernimmt die Musikhochschule – sondern den Kindern die Freude an der Musik zu vermitteln und sie zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung anzuleiten, einer die mindestens so wertvoll ist wie Sport.
Vielleicht besuchen Sie gelegentlich ein Quartierkonzert der Jugendmusikschule. Sie werden sehen, mit wie viel Begeisterung und wie kompetent musiziert wird, wie Kinder jeden Alters ihrem Niveau entsprechend vorspielen und es keineswegs eine Qual, sondern ein grosses Vergnügen ist, ihnen zuzuhören. Meistens tönt es rein und im Takt und das ist der professionellen musikpädagogischen Arbeit der Lehrpersonen zu verdanken, die in der Lage sind, die Schwierigkeit des Stücks und das Können der Kinder zu beurteilen und richtig zu kombinieren. Dass die Kinder daneben noch ganz viel Sozialverhalten und Konzentration lernen, ist absolut kein Zufall.
Dass Sie sich mit Blockflöten- und Klavierspiel geplagt haben, tut mir leid. Vermutlich hätte ich Sie nach zwei Jahren in den Turnverein geschickt.
RUTH OSTERWALDER, ZÜRICH
Wenn die Lebenskunst versagt
in forum 6/2008
Seit einiger Zeit hat sich mein Interesse am forum über den Mittelteil hinaus ausgeweitet. Angefangen hat es wohl mit dem Sakrileg-Decoder – heute lese ich die letzte Seite immer. Auch manche Berichte sprechen mich an, zum Beispiel jener über die Lebenskunst. Es freut mich, zu spüren, dass die Texte im forum vom christlichen Glauben als Basis ausgehen, man sich nicht scheut, die Bibel zu zitieren und deren Werte mit jenen unserer Gesellschaft zu vergleichen. Last but not least gefällt mir die Prise – beim Narrenschiff wohl untertrieben – (Selbst-)Ironie und Humor, die mir in den Texten begegnet.
Kurz gesagt, ich möchte der Redaktion ein Lob für ihre Arbeit aussprechen.
CHRISTOPH SOMMER, PER MAIL
Eucharistie als Erneuerung
Zum Leserbrief von Walter Artho
in forum 11/2008
Walter Artho scheint in die Falle der Gnosis getappt zu sein. Wer kann sich Christ, gar Katholik nennen, der mit Grundaussagen der Kirche nicht übereinstimmt? Auch die historisch-kritische Bibelwissenschaft darf kritisch hinterfragt werden. Der mündige Katholik muss keine Dogmen «unwidersprochen hinnehmen», sondern als das verstehen, was sie sind: Nicht Diktate «Roms», sondern Festschreibungen dessen, was von den Aposteln übernommen, was schon immer geglaubt oder im Laufe der Geschichte unter der Führung des Heiligen Geistes als wahr erkannt worden ist – Grenzpfosten des katholischen Glaubens sozusagen. Der Kirche kann wohl kaum das Recht abgesprochen werden, Minimalanforderungen an die Zugehörigkeit zu ihr festzulegen. Innerhalb dieser Grenzen herrscht keineswegs «naive Erstkommuniongläubigkeit». Hilfreich dürfte das eine oder andere Buch sein, etwa das Jesus–Buch des Papstes, oder kürzer: «Sind die Berichte des neuen Testamentes wahr» (Klaus Berger) und «Ich warne vor Goethe» (Max Lackmann). Goethe hat bekanntlich mit dem Christentum nicht viel am Hut gehabt. Er hatte sich mit seinem Pfarrer–Freund Lavater (Zürich) zerstritten und sich als «dezidierter Nichtchrist» bekannt. Jeder kann die Bibel lesen und verstehen wie er will, aber nicht jeder darf sich Katholik nennen.
Otmar Willi, Zürich
Zum forum allgemein
Jetzt will ich Ihnen einmal ein ganz grosses Kompliment machen. Das forum ist allerbeste Texte, aktuelle Information, gute Redaktion und augenfreundliche Gestaltung! Seit Monaten sage ich das meiner (protestantischen) Frau, die nun auch Artikel liest, (wie ich im protestantischen Kirchenboten lese). Nun sollen auch Sie das einmal wissen. Ich wünsche Ihnen weiterhin so viel Begeisterung und Freude bei der Arbeit, Erfolg natürlich und Ausdauer.
ANTON COTTI, PFAFFHAUSEN
Wenn die Lebenskunst versagt
in forum 6/2006
Infolge verschiedener Umstände bin ich schwer invalid. Der Alltag entwickelt sich für mich zum reinen Horror. Aus diesem Grund halte ich mich punkto Leiden für einen best ausgewiesenen Fachmann.
Gott hat die Welt und die Menschheit erschaffen. Wir werden in die Welt eingesetzt – mit einem materiellen Körper, damit wir in der materiellen Welt leben können. Nicht als Spiel und Plausch, sondern als Aufgabe von Gott. Wir müssen das Leben meistern, uns unter den verschiedensten Bedingungen behaupten und dabei verschiedenen Verhaltensnormen – wie etwa in den Zehn Geboten dargelegt – bestmöglich einhalten. Glück und Erfolg bestehen nicht darin, keine Probleme zu haben, sondern darin, genügend Kraft und Willensstärke aufzubringen, die Probleme zu tragen und trotz aller Widrigkeiten mit Mut und Zuversicht seinen Weg zu gehen.
Im Laufe des Lebens sammelt sich ein ansehnlicher Schatz an Wissen und Können, an Einsicht und Erfahrung zusammen – und auch eine Vorstellung des Göttlichen, das dahinter steht. Und wenn unsere Zeit gekommen ist, wenn unser materieller Körper abgeworfen werden muss, stehen wir als Seele vor dem Herrn, um Rechenschaft über unser Tun und Lassen abzugeben.
Leiden gehört zum Leben: Ohne Karfreitag keine Ostern, keine Auferstehung. Krankheiten sind keine Strafe Gottes. Sonst müsste man die Sünde dahinter finden. Gott ist nicht der strafende, auf Rachen sinnende Tyrann, sondern der liebende Vater im Himmel, gütig und vergebend. Offenbar dienen die Schwierigkeiten des Erdenlebens zur Übung und zum Zwang, sich mit dem Willen Gottes auseinanderzusetzen. Vielleicht ist diese Härte des Lebens notwendig zur Erziehung und kontinuierlichen Verbesserung der menschlichen Art in Bezug auf ihre «Strapazierfähigkeit», vor allem aber in Bezug auf ihre zunehmende Ausrichtung auf Gott.
LÁSZLÓ JABLONKAY, ZÜRICH
Eucharistie als Erneuerung
in forum 6/2006
Die Auszüge aus dem Fasten-Hirtenbrief von Bischof Vitus Huonder haben bei mir Kopfschütteln ausgelöst. Für mich ist das naive Erstkommuniongläubigkeit wie vor fünfzig oder mehr Jahren. Zur Ehrenrettung des Bischofs sei jedoch gesagt, dass ich seine Aufforderung zu häufiger Bibellektüre vorbehaltlos unterstütze. Nur: Man sollte sich dann auch unbefangen den Fragen stellen, die das Lesen der Bibel aufwirft. Wenn man sich in katholischen Gottesdiensten Schriftlesungen und Schriftauslegungen anhört, hat man den Eindruck, als hätte eine historisch-kritische Bibelwissenschaft nie existiert. Man kann heute auch Christ sein, ohne beispielsweise die Jungfräulichkeit Mariens, die Auferstehung und die Wunder Jesu wörtlich zu nehmen. Entscheidend ist die Botschaft, das Geistige, die Idee dahinter. Alles ist eine Frage der Interpretation. Man kann von denkenden Menschen nicht verlangen, dass sie dogmatische Vorgaben unwidersprochen hinnehmen. Glaubwürdig und zeitgemäss scheint mir eine mystisch-philosophische Spiritualität zu sein. Schon Goethe hat gesagt: «Ich habe mir mein eigenes Christentum zurechtgelegt.» Das sollte auch Katholiken erlaubt sein.
WALTER ARTHO, SCHLIEREN
Der Diözesanbischof beschreibt in seinem diesjährigen Hirtenbrief die Messe in Worten, welche ich weder gegenüber Kindern und Jugendlichen noch gegenüber Erwachsenen je gebrauchen würde. Muss sein Wortschatz so differieren von jenem eines Normalbürgers? Mit einem selektiven Wortschatz und Wortgebrauch kann eine geschlossene Gruppe den Zugang zu ihr erschweren. Für draussen gelassene wirkt das frustrierend, wenn sie Zugang möchten.
Ich suche den Zugang zur Botschaft Jesu. Und ich habe genug Lebenserfahrung, Intelligenz, Wissen über die Kirchengeschichte und auch Gnade, um mich der Botschaft, welche Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern mitgab, zu öffnen. Jesus hat die Leute immer wieder angeregt, selber zu denken und zu verstehen, was befohlen, geglaubt, gesittet war.
AGATHA GACHNANG-DEKKER, TANN
Steiniger Boden für Dämonen
in forum 7/2008
Mit Interesse habe ich den Artikel über Exorzismus gelesen. Ich bin froh, dass Sie darüber so unaufgeregt berichtet haben. Sensibilisiert durch ähnliche Auseinandersetzungen in Österreich, möchte ich ergänzen, dass wahrscheinlich die gefährlicheren «Exorzisten» heute unter den Psychiatern zu finden sind.
Dem äusserst bedauerlichen Fall der Anneliese Michel wäre wohl die Legion Opfer psychiatrischer Behandlungen gegenüberzustellen. Dort jedoch stellen wir kaum etwas in Frage, da die Überzeugungen und der Glaube an die Psychiatrie als Wissenschaft ebenso «religiös» verbrämt sind wie bei den eingefleischten Exorzisten ihre «Kunst». C.G. Jung spricht oft vom «apotropäischen» Charakter des Bewusstseins und der Wissenschaften überhaupt, also dem Abwehrzauber, der sicherlich auch wichtiger Teil unserer modernen Wissenschaftsgläubigkeit ist. Bekanntlich kriecht im Menschen draussen, sobald es zu dunkeln beginnt, Angst und Beklemmung auf – Angst vor den wilden Tieren, Dämonen und Geistern, dem Unbekannten schlechthin also. Dagegen hat der «primitive Mensch» versucht, sich durch Feuermachen, Lärm, Trommeln, etc. zu schützen. Aus der Wirkung wusste er, was zu machen ist und wie/ob es auch wirklich schützt. Er machte dabei wohl auch die Erfahrung, dass er sich damit einen grösseren Freiraum verschaffen konnte, ohne aber ungestraft sich einbilden zu können, er habe die Tiere oder Dämonen durch seine Praktiken auch schon vernichtet. Genau das scheinen wir aufgeklärte moderne Menschen aber zu vergessen, dass wir mit den uns geläufigen und von der Wissenschaft sanktionierten Methoden eben solchen Abwehrzauber betreiben. Es ist ja durchaus legitim und notwendig, solange wir nicht dem Irrtum erliegen, wir hätten das Bedrohliche damit bereits vernichtet. Verstehen Sie das bitte nicht als eine pauschale Kritik an den Psychiatern oder einen Aufruf, die Psychiatrie abzuschaffen; vielmehr ginge es um eine unaufgeregte Bestandesaufnahme. Wie es sicherlich Exorzisten gibt, denen ich nicht über den Weg laufen möchte, weil sie blind geworden sind, so gibt es auch ebensolche Psychiater, die dann nicht minder gefährlich sind.
WILHELM JUST, A-LINZ
Interview mit Bischof Kurt Koch
in forum 1/2008
Das Interview mit Bischof Kurt Koch zeigt es ein weiteres Mal: Der Bischof des Bistums Basel ist ein sehr differenzierter Denker. Seine subtilen Unterscheidungen zeigen klar die Kompetenzen der kirchlichen und weltlichen Oberen auf und weisen zugleich auf die Schnittflächen hin, wo sich staatliches und kirchliches Recht überschneiden können. Beim engagierten Laien stellt sich jedoch die Frage: Wozu das Ganze? Was hilft schliesslich dieser filigrane Rechtsdisput dem verunsicherten Christenmenschen, der in Anbetracht der weltweiten Entwicklung schon jetzt in jede Bedeutungslosigkeit zurückzusinken fürchtet?
Benedikt von Nursia habe da im 6. Jahrhundert – ebenfalls eine Zeit des Umbruchs – eine ganz pragmatische Lösung getroffen, meint der emeritierte Abt von Einsiedeln Georg Holzherr. Er habe sich nämlich in seiner Regel an den altkirchlichen Grundsatz gehalten: «Was alle angeht, soll auch von allen gutgeheissen werden.» Das gelte nicht nur bei Wahlen, meint der ehemalige Abt in seinem Vortrag an der Benediktinerhochschule Sant Anselmo in Rom weiter: «Auch bei anderen wichtigen Entscheidungen für das Leben der Kirche sollte man nicht einseitig von einem Kirchenbegriff nach Art einer Pyramide ausgehen.»
XAVER STALDER, FELDMEILEN
Bischof Koch sagt, es sei kein Widerspruch, dass er als Theologe für die Weihe von verheirateten Männern (viri probati) eingetreten sei und jetzt als Bischof keine verheirateten Männer weihe. Man könne, mit politischen Begriffen ausgedrückt, nicht zugleich in der Regierung und in der Opposition sein.
Ich nehme an, wenn er sich als Theologieprofessor für die Weihe der viri probati ausgesprochen hatte, so geschah dies, weil er von der Richtigkeit seiner Argumente überzeugt war und nicht in erster Linie aus Opposition zur herrschenden Praxis, beziehungsweise zum Bischof. Es ist mir durchaus klar, dass es heikler und von anderem Gewicht ist, als Bischof eine solche Weihe zu vertreten denn als Theologieprofessor. Ob man seine Überzeugung weiterhin vertritt, scheint mir indes weniger ein Problem von Regierung und Opposition als eine Frage der Konsequenz und des persönlichen Muts zu sein.
CLAUDIO AGAZZI, KÜSNACHT
Regionale Nachrichten
in forum 2/2008
Eine Predigt einfach in «Besinnung» umzubenennen, ist wohl lächerlich. Und wenn jemand überlegt, «auf Wortgottesdienste ohne Eucharistiefeiern auszuweichen», stellt sich die Frage, ob ihm die Predigt am Sonntag wichtiger und nötiger ist als die Eucharistie. Die Gläubigen würden sich bestimmt gerne mit einem kurzen – auch einem älteren Pries¬ter zumutbaren Wort – einer Homilie zufrieden geben.
OTMAR WILLI, PER MAIL
«Gemeinsam auf dem Weg bleiben»
in forum 3/2008
Nach der Hiobsbotschaft aus dem Bistum Chur im Dezember ist es erfreulich und ermutigend, die Neujahrsbotschaft unseres Weihbischofs Paul Vollmar zu lesen. Gerne hoffen wir, dass die vom Weihbischof erwähnte «Lebendigkeit der katholischen Kirche im Kanton Zürich» nicht durch sinnlose Bestimmungen aus Chur behindert oder erschwert wird.
In unserem System, das stark von den kirchlichen Gemeindeleitern mitgetragen wird, können wir nicht daran denken, auf die ¬«Laienprediger» im Gottesdienst zu verzichten.»
CLAUDIA UND JÖRG FEHR, PFAFFHAUSEN
«Wenn es Gott nicht gibt, gibt es keine Wahrheit»
in forum 3/2008
Es ist meiner Meinung nach klar, dass die Religion ein wichtiger Bestandteil der heutigen Gesellschaft ist. Wenn sie von allen so gelebt werden würde, wie sie geschrieben steht, nämlich in Frieden, Liebe und Akzeptanz, wäre die Welt schon einen gewaltigen Schritt weitergekommen. Denn vergessen wir nicht «Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!»
Wichtig ist, dass der Mensch einen Glauben hat. Alle anderen Religionen als Unglaube oder Aberglaube abzutun, ist eine fundamentalistische Aussage, die zu allem anderen führt nur nicht zu einem Miteinander, was diese Welt so nötig hätte.
ERIC HUBER, PER MAIL
Das Interview mit Robert Spaemann hat mir sehr gefallen. Ich denke, was man heute dringend braucht, ist genau eine philosophische Reflexion über die Grundthemen des Lebens und des Glaubens.
ROBERTO ANDORNO, PER MAIL
«Nachrichten»
in forum 3/2008
Im «forum» gelesen: «…wird künftig pharmazeutische Forschung betrieben … entwickelt Medikamente zur Behandlung seltener Krankheiten, die in Versuchen an Tieren auf ihre Effektivität getestet werden.»
Meine Frage: Wenn Klöster, eventuell auch Kirchen «vorübergehend» leider geschlossen werden müssen, sollte dann nicht vertraglich vereinbart werden, dass keine Forschungen an Tieren etc. gemacht werden, sondern die Klostergebäude nur für Begegnungsstätten, für Kultur oder soziale Arbeit benützt werden dürfen. Da müsste doch die Kirchenleitung daran auch interessiert sein, wenn vorher die Klostergemeinschaft in den Räumen Eucharistie gefeiert und gebetet
hat – sicher auch für die Erhaltung und Bewahrung der Schöpfung – und jetzt eine Forschungsstätte einzieht und dabei Tiere für Versuchszwecke gebraucht werden!
ELVIRA WICK-KVAPIL, WEISSLINGEN
«Eine der wichtigsten ökumenischen Initiativen»
in forum 4/2008
Nun werden landauf, landab, mehr oder weniger geglückt, die ökumenischen Gottesdienste für die Einheit der Christen gefeiert. Die Priester hüten sich davor, etwas zu sagen, was nicht erlaubt ist – und viele Gläubige passen ja auch genau auf, dass das nicht passiert.
Als mir aber die Präsidentin einer ev.-ref. Kirchenpflege sagte, sie hätte sich nicht getraut, zur Kommunion zu gehen, um den katholischen Pfarrer, den sie übrigens sehr schätze, nicht zu kompromittieren, überkam mich doch ein leises Gruseln. So herrlich weit sind wir also gekommen! Heisst es nicht im Einsetzungsbericht «Esset alle – und nicht etwa ‹alle Katholiken› – davon»?
RUTH OSTERWALDER, ZÜRICH
Wider die Weltuntergangsstimmung
in forum 18/2007
Jan Uwe Rogge betitelt seinen Beitrag mit „Wider eine mutlose Weltuntergangsstimmung“. Ich fasse dies – wahrscheinlich nicht in seinem Sinn, aber dennoch realistisch – als „Für eine mutige Weltuntergangsstimmung“ auf. Wer im 2. Brief Pauli an Timotheus den Beginn des dritten Kapitels liest, weiss, wovon ich spreche. Was Herr Rogge dann weiter vorträgt, sein Trick, für den gleichen Vortrag zweimal bezahlt zu werden, obwohl er nichts bewirkt hat, regt an, darüber nachzudenken: Warum? Könnte es auch sein, dass man es verpasst hat, das Wort des Herrn sprechen zu lassen? Kennen unsere Kinder zum Beispiel das wertvollste Buch aller Zeiten noch? Hat ihnen schon mal jemand aus den Sprüchen Salomos Kapitel 27, Vers 11 vorgelesen? Oder Kapitel 6, Verse 1 bis 4 aus dem Brief Pauli an die Epheser? Ich bin sicher, diese Verse würden nicht nur auf taube Ohren stossen.
THOMAS HORATH, ZÜRICH
Kleines 1 x 1 der Liturgie
in forum 18/2007
Ich lese die Artikel des forums immer wieder gerne. Sie sind anregend. Wenn man aber bedenkt, dass dieses Blatt eigentlich alle Bevölkerungsschichten erreichen sollte, ist einer verständlichen Sprache hohe Aufmerksamkeit zu schenken. Der Beitrag zu „Pantene“ ist an sich schon kein leichter Artikel, und wie viel Prozent der katholischen Bevölkerung verstehen dann noch konsekriert und abstrahiert? Das als eine spontane Rückmeldung. Machen Sie ansonsten weiter so.
PETER SCHMID, ZÜRICH
Der „Sakrileg-Decoder“
in forum 18/2007
Der Darstellung „Was ist Gnosis?“ möchte ich zwei Ergänzungen beifügen. Zum einen entlastet die Gnosis mit der Vorstellung eines Weltschöpfers (des Demiurgen) den obersten gerechten Gott davon, für all das namenlose Unrecht der Welt, verkörpert in der Figur des Teufels, als Schöpfer und Welterhalter mitschuldig zu sein, und sie löst damit ein seit Augustinus bekanntlich nicht gelöstes theologisches Problem. Das Zweite betrifft die Stellung der Frau: Im gnostischen Thomasevangelium ist sie tatsächlich zweitrangig, aber in vielen andern gnostischen Schriften ist ihre Stellung ausgesprochen hoch. Die „Exegese über die Seele“ beginnt damit, dass nicht nur die einzelne Seele nach ihrem Wort und ihrem Wesen weiblich sei, sondern dass auch das genaue Ebenbild des obersten, nicht vorstellbaren Gottes eine weibliche Kraft ist, die oft Sophia („Weisheit“) genannt wird. Die Schrift „Pistis Sophia“ spricht gar über „Johannes, die Jungfrau“, und im Philippusevangelium liest man: „Einige sagen, Maria sei schwanger geworden vom Heiligen Geist. Sie irren sich (…) Wann ist jemals eine Frau durch eine andere Frau schwanger geworden?“ Hier ist also selbst der Heilige Geist feminin. Dies hängt wohl auch mit dem semitischen Ursprung des Begriffs zusammen, zeigt aber doch, dass es sehr frauenfreundliche gnostische Strömungen gab, die leider von den späteren Kirchen (besonders den östlichen) nicht aufgenommen wurden.
WERNER WIDMER, ZÜRICH
Der „Sakrileg-Decoder“
in forum 20/2007
Es ist mir ein Anliegen, Judith Hardegger zu danken und zu gratulieren für ihre fundierten „Sakrileg-Decoder“-Beiträge. Die kompetente, objektive Art der Berichterstattung ist lobenswert – und leider heute so selten.
BRUNO ROSSI, PER MAIL
Der erste Rausch
in forum 21/2007
Anschaulich und einfühlsam erklärt Walter Achermann das Relief von Filippo Calendario in Venedig, „Noach und seine Söhne Sem und Ham“ (vor 1355) im Zusammenhang mit Genesis 9,18–27. Mit dem letzten Satz verbindet er das Mittelalter mit unserer Zeit. Zitat: „Wen wundert es, dass auch ihr Verhalten noch heute überall anzutreffen ist?“ Diese Pauschale ist für mich etwas zu unverbindlich. Sie könnte dazu führen, Vorurteile und Haltungen zu bestärken, die für die Auseinandersetzung mit unserem grössten sozialmedizinischen Problem hinderlich sind. Aber gerade in der katholischen Kirche der Schweiz ist eine solche Auseinandersetzung dringend erforderlich.
Die menschliche Würde, die durch den Alkoholmissbrauch zerstört wird, lässt sich nicht wiederherstellen, indem man die Blösse zudeckt. Das Zudecken gestattet höchstens dem Betroffenen, in den Augen seiner Umgebung nicht als unwürdig dazustehen. Dem Mitbetroffenen, dem Zuschauer, ermöglicht es, sich den peinlichen Anblick zu ersparen. Aber Würde geht bei Alkoholmissbrauch deshalb verloren, weil höchste menschliche Fähigkeiten, Verantwortungsgefühl und Selbstkontrolle, die uns von den tierischen Lebewesen unterscheiden, zuerst im Gehirn durch das Nerven- und Zellgift Alkohol gelähmt werden. Erst später werden dann die rein körperlichen Funktionen, z.B. der Gleichgewichtssinn, gestört. Mehr Würde kann also nur heissen: weniger Alkohol.
Ist es richtig, in unserer Zeit, mit den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Blösse nur zuzudecken, sich abzuwenden und den andern zu bedeuten, mit Mitgefühl auch wegzuschauen – oder sollte nicht genau auf die Ursachen geschaut, nach Gründen gefragt und versucht werden, das Problem mit aller Energie und dem heutigen Wissen anzugehen? Ich bin überzeugt, in unserer katholischen Kirche besteht in dieser Hinsicht ein grosser Nachholbedarf.
HERMANN T. MEYER, EFFRETIKON
Das Relief am Dogenpalast zeigt eine Episode aus dem Leben Noachs, der zwar wegen Unachtsamkeit nicht abstützt, aber doch etwas an Haltung verloren hat und in Schieflage geraten ist, was jedem passieren kann.
Der Weingarten als Prachtentfaltung der Welt besitzt die vielen Möglichkeiten des Machbaren, somit auch die Kräfte der Verführung. Auch Noach lässt sich davon berauschen, so wie die ersten Menschen, und er trinkt, was die Wimper hält, vom goldenen Überfluss der Welt. Im Rebbaum seines Gartens wächst heran, was sich als Alternative entwickelt, nämlich der Wein zum Gebrauch der Heiligung oder der Entheiligung. Noach ist nicht der Typ eines besoffenen Weinbauern in desolatem Zustand, wie er im forum beschrieben wird, sondern ein einfacher Mann des Erdbodens, der seinen Weg mit Gott geht. Sein einziger Ausrutscher ist in einer Zeitaufnahme festgehalten, in der ihn Filippo Calendario als schlanken und feingliedrigen Mann darstellt, mit prächtig gelocktem Bartschmuck und feingekämmten Haar.
SANDRO KÄLIN, ZÜRICH
Zum Titelbild
des forums 16/2007
Nach meine Ansicht haben Sie bewusst ein unvorteilhaftes Bild für die Titelseite ausgesucht. Ich weiss nicht, ob es klug ist, den Leser so negativ auf den neuen Bischof einzustellen. Unabhängig davon wie auch immer man zu seinen Ansichten stehen mag.
HAGEN GEBAUER, PER MAIL
Zum Auftakt
in forum 16/2007
Der Auftakt zum forum 16 ist meiner Ansicht nach so gut geschrieben und spitze formuliert, dass ich dem Autor ein Kompliment machen muss. Das „Auswahlverfahren“ für den neuen Bischof ist tatsächlich lächerlich und scheinheilig. So verspielt die Kirche ihre Glaubwürdigkeit und der neue Bischof hat einen schlechten Start, da er in dieses üble „Spiel“ einbezogen war und mitgemacht hat. Thomas Binotto hat eine klare Sprache gefunden, ohne aus Ärger bös und bissig zu reagieren.
PETER VOGT, HINWIL
Zum Auftakt
im forum 16/2007
Vielen Dank für die klare Information über die „Wahl“ des neuen Bischofs am 6. Juli 2007. Einige Fragen beschäftigen mich: Wie wurde das Churer Domkapitel bei den Vorbereitungen zur Wahl einbezogen? Wann hat das Domkapitel die Namen der drei Bischofskandidaten erfahren? Haben Vorstellungsgespräche stattgefunden, so dass sich die Kanoniker ein Bild über die vom Vatikan Vorgeschlagenen machen konnten? Wie viele Wahlgänge fanden statt und welches waren die Ergebnisse?
Die letzten Päpste haben sich erfreulich für die Einhaltung von Menschenrechten und demokratischen Strukturen in der Welt eingesetzt. Bewegt sich der Vatikan innerkirchlich nicht von solchen Strukturen weg? Es sei nur an Apostelgeschichte 6,1–6, die Wahl der Sieben, erinnert, wo man vereinfachend, aber durchaus treffend sagen kann, dass die zwölf Apostel die Gemeinde in Jerusalem aufforderten, geeignete Männer für den (Tisch)Dienst an hellenistischen Witwen zu wählen, um die Gewählten darauf durch Gebet und Handauflegung in ihren Dienst einzuweisen. Mit einem erfreulichen Ergebnis: „Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer grösser...“ (Apg 6,7).
ROBERT TROTTMANN, BADEN
Zu Kontroverse ohne Notwendigkeit
in forum 16/2007
Die römisch-katholische Kirche sagt, nur sie dürfe sich als Kirche bezeichnen. Als Reformierter, welcher – aus dieser Sicht – der Kirche nicht angehört, habe ich damit überhaupt kein Problem. Die Kirche versteht sich selbst so, weil sie annimmt, über die ununterbrochene Reihe der Nachfolger von Petrus (apostolische Sukzession) im Besitze der absoluten Wahrheit zu sein. Diese beinhaltet, dass nur die Kirche eine Kirche ist. Wenn ich nun behaupten würde, diese Sicht sei falsch, nehme ich umgekehrt an, dass ich in deren Besitze bin. Nur selber im Besitze der Wahrheit wäre es mir möglich zu sagen, dass die Kirche nicht in deren Besitze ist und sich nicht als einzige Kirche Christi bezeichnen darf.
Wir Christen haben alle dasselbe Problem. Wir setzen alle voraus, im Besitze der absoluten Wahrheit zu sein. Die Kirche spricht das nur offen und ehrlich aus. Wir Reformierten dagegen regen uns darüber auf, merken indes nicht, dass wir damit nur genau denselben Fehler machen, den wir der Kirche vorwerfen. Das – unser aller Anspruch auf die absolute Wahrheit – ist aber letztlich der Grund, dass es uns nicht gelingt, eine einzige christliche Gemeinschaft zu sein.
Wir könnten das Problem ganz einfach lösen. Verzichten wir alle auf die Annahme, unsere Religion sei die einzig wahre. Damit erledigt sich die Frage, welche Kirche sich als Kirche bezeichnen darf. Vielleicht sind die anderen Religionen dann bereit, Gegenrecht zu halten. Vorher dürfen wir das von ihnen auch gar nicht verlangen.
ANDREAS MICHEL, RÜSCHLIKON
Leserbrief zur „Versuchung“
in forum 14/2997
Versuchung, auf Hebräisch „nissajon“, bedeutet Erprobung. Gemeint ist also mit „und führe uns nicht in Versuchung“ verschone uns vor Prüfungen, denen wir kaum gewachsen sind. Wer ist schon so stark wie Hiob? Auserwählte wurden immer geprüft und erhielten eine Zeit der Bewährung.
Jesus, der mit seiner totalen Hingabe bis zum Tod am Kreuz den Liebesbeweis erbracht hat, will unserem schwachen Geschlecht nicht soviel zumuten und uns eine harte Probe ersparen. Darum lehrt er uns zu beten: „Führe uns nicht in Prüfungen und erprobe uns nicht, sondern erlöse uns von dem Bösen und von Schicksalsschlägen. Aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Gott freut sich auf jeden Beweis der Treue, auch im Kleinen.
SANDRO KÄLIN, ZÜRICH
Titelbild
des forums 13/2007
Wenn die Darstellung eines AKW-Kühlturmes von Keystone ohne Überprüfung übernommen wurde, so muss ich die Redaktion einer schweren Unterlassung bezichtigen. Diese Darstellung – Feuer aus dem Kühlturm – widerspricht allen bekannten Tatsachen. Mit diesem Titelbild wird der Leserschaft ganz einfach, aber deutlich und gegen jede Realität suggeriert, dass sich in der Abluft eines AKW-Kühlturmes Feuer, Zerstörung und Chaos und schlussendlich radioaktive Verstrahlung nachweisen lassen. Wären die Herren Zaugg und Streichenberg aus der gleichen Ausgabe konsultiert worden, wäre diese Angst scheuernde Darstellung wohl nie auf der Kirchenzeitung erschienen, das heisst, dieser unverzeihliche Missgriff und die krasse Fehlinformation währen nie zum Tragen gekommen.
Kühlanlagen dienen ausschliesslich dazu, die im Prozess entstehende Wärme über einen Wärmetauscher – lies Kühlturm – in sauberes Wasser abzuleiten. Dabei verdampft das Kühlmittel Wasser im Hochtemperaturbereich des Kühlers teilweise. Dampf entsteht, der beim Austritt aus dem oberen Rand kondensiert und somit als reiner Wasserdampf in Erscheinung tritt. Hierbei handelt es sich um einen allen Primarschülern bestens bekannten Prozess, der sich in der Natur vielfältig und täglich feststellen lässt. Kein rotes Feuer und kein Inferno, wie die Redaktion es glaubhaft machen möchte, sondern reiner Wasserdampf. Auch diese Wolke ist nach einem bekannten physikalischen Prozess (Gott gegebenes Gesetz) mit unseren Wolken am Himmel absolut identisch. Dies belegen die Urteile aller Fachkräfte, aber auch die unmittelbaren Anwohner solcher Erscheinungen. Ausnahmslos haben sie festgestellt, dass dieser Wasserdampf harmlos ist.
KARL BRÄNDLE, FELDMEILEN
Debatte zur Energiepolitik
in forum 13/2007
Kaum wurde die frohe Botschaft laut, dass man etwas gegen die Klimaveränderung machen kann, läuft schon bestens das Geschäft damit.
Unter dem Einfluss der (an der ETH und von namhaften Wissenschaftlern nicht so naiv übernommenen) CO2-Theorien und der Angst vor der drohenden Energiekappheit befürworten nun sogar linke Politiker in der Schweiz und Europa den raschen Bau von neuen Atomkraftwerken. Wissenschaft und Forschung haben sich ein Label geschaffen, da gewaltige finanzielle Mittel über Forschungsprogramme und Medienwirksamkeit für Publikationen generiert. In den Entwicklungsländern beginnen Spekulanten Raps, Mais und andere Biomassen zu Erzeugung von alternativen Treibstoffen anzubauen und dazu grosse Flächen des Regenwaldes in Indonesien und Brasilien zu roden. Damit werden nicht nur neue Treibhausgas-Produzenten geschaffen, sondern auch der dortigen Bevölkerung wesentliche Mittel für die eigene Lebenserhaltung entzogen. Und die Ölgesellschaften verteuern laufend ihre Preise mit der Begründung der Verknappung ihres Produktes. Für die Realisierung der 2000-Watt-Gesellschaft nur in der Schweiz (die lediglich Promillanteile am Weltenergiekonsum hat) werden wir in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren 40 Milliarden Franken ausgeben müssen.
Sollen nachhaltige Massnahmen im Sinne des Brundtland-Reports der Uno „Our common future“ ergriffen werden, braucht es die Zeit für sorgfältige Analysen der Situation auf wissenschaftlicher und nicht auf intuitiver Basis. Jetzt oder nie ist da kein passendes Motto. Es bedarf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, die auch die sozialen und humanitären Konsequenzen der jetzt einsetzenden Vermarktung der Klimaveränderung in Betracht zieht. Neue Atomkraftwerke, Raubbau an der Natur, zusätzliche CO2-Belastung durch die Landwirtschaft, Vernichtung des Regenwaldes, Ausnützung der Bevölkerung etc., ist es das, was wir nun zur Rettung unseres Planeten machen wollenn? Die Konstruktion eines künstlichen Zeitdrucks zur Generierung von neuen Einnahmequellen aus der Kommerzialisierung des Klimawechsels auf der Buckel der Bevölkerung ist unmoralisch. Wie heisst es bei Moses 3.19: „Du sollst deinem Nächsten nicht Unrecht tun noch ihn berauben. Es soll des Taglöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis an den Morgen.“
NORBERT CLEMENS NOVOTNY, ZÜRICH
Debatte zur Energiepolitik
in forum 13/2007
Die in der Schweiz benötigte elektrische Energie stammt (gerundet) zu 60 Prozent aus Wasserkraftwerken und zu 40 Prozent aus Kernkraftwerken (die Alternativen wie Sonne und Wind liefern einen Anteil von 0,... Prozent).
Sowohl Wasserkraftwerke wie Kernkraftwerke produzieren den Strom ohne CO2. Wie die Autoren auf 10 Tonnen CO2 pro Person und Jahr kommen, ist nicht einsehbar, ausser sie rechnen zu ihrem Energieverbrauch sämtliche Erdölprodukte wie Heizöl, Benzin und Dieselöl. Zaugg und Streichenberg stellen fest, dass das Öl knapp wird und fragen dann, „ob unser Energieverbrauch in nützlicher Frist so stark gesenkt werden kann, dass wir ohne neue Kernkraftwerke auskommen“.
Diese Frage nach „neuen“ (Ersatz der alten oder wirklich „neuen“) Kernkraftwerken ist völlig überflüssig: Kernkraftwerke liefern kein Öl, nur elektrischen Strom!
Offenbar äussern sich die Autoren zu einer Materie, von der sie nicht viel verstehen. Schon die erste Angabe im ersten Abschnitt ist falsch: 6000 Watt ist keine Energie-, sondern eine Leistungsangabe. Zur Illustration nennen sie 60 100-Watt-Birnen, „die rund um die Uhr brennen“. Das ist eine reine Energieangabe: 60 mal 100 mal 24 Stunden ergeben 144'000 Wattstunden oder 144 Kilowattstunden (kWh).
Leute, die Energie und Leistung nicht auseinanderhalten können, sollten sich nur mit Themen beschäftigen, von denen sie (eventuell) etwas verstehen.
WERNER PFLANZER-HÄSSIG, ZÜRICH
Debatte zur Energiepolitik
in forum 13/2007
Anstelle der Atomkraftwerke, und in Anbetracht der Entsorgung des Atommülles, könnten doch alle Kirchdächer mit Solarpanels versehen werden, um Strom zu liefern oder Warmwasser. Damit könnten unter anderem Gotteshaus und Pfarreiheim geheizt werden. Dies wäre ein christlicher Beitrag an die Umwelt, denn es nützt nicht sehr viel, sich um Aids zu kümmern, aber den Atommüll für hunderte von Jahren den späteren Generationen zu überlassen. Die Kirche hat hier auch eine Verantwortung zu übernehmen, nicht nur zu sagen: "Wir beten für...“
ANTON SCHERRER, WINTERTHUR
Debatte zur Energiepolitik
in forum 13/2007
Es ist wohl möglich, mit Effizienzverbesserungen den Energieverbrauch in einzelnen Sektoren zu senken, der Gesamtenergieverbrauch wächst jedoch durch die Bevölkerungszunahme und das Wirtschaftswachstum ungebremst. Durch Automatisierung, Internet und Mobilkommunikation wächst der Stromverbrauch noch stärker als der anderer Energien. Daher machen neue Kernkraftwerke Sinn. Kernenergie ist umweltfreundlich, wirtschaftlich und seit Jahrzehnten bewährt. Das Abfallproblem ist technisch gelöst. Die Rückstände, die sich nicht rezyklieren lassen, werden in der Tiefe endgelagert, wo sie ohne Zutun des Menschen zerfallen. Kernbrennstoff ist noch für Jahrhunderte vorhanden, bei der Nutzung in Schnellen Brütern und der vollständigen Wiederverwertung der gebrauchten Brennelemente gar noch für Jahrtausende. Für die Erhaltung der Schöpfung müssen die Politiker weit über die kommenden Wahlen hinaus denken und weitsichtig neue Kernkraftwerke planen.
MARKUS ALDER, ZÜRICH
SOS Narrenschiff
in forum 13/2007
Als Mutter eines sogenannt hochbegabten Kindes habe ich mich über die Glosse von Thomas Binotto geärgert. Über Hochbegabung wird in letzter Zeit viel geschrieben, und man könnte meinen, dass die Sensibilität für das Thema gestiegen ist. Stattdessen, so scheint es mir, hat sich in der Realität erst wenig verändert. Im Gegenteil, man hört viele kritische Stimmen, die wohl angesichts des Interesses der Medien für das Thema behaupten, es gebe viele Eltern, die ihre Kinder fälschlicherweise für hochbegabt halten. Mag sein – meiner Erfahrung nach können die meisten Eltern die Stärken und Schwächen ihrer Kinder ziemlich realistisch einschätzen. Auch wenn dem aber so wäre, dass es "viel mehr Eltern von hochbegabten Kindern" gibt als hochbegabte Kinder, finde ich es nicht angebracht, sich (in einem Pfarrblatt) so zu äussern, wie Sie es getan haben – auch nicht in einer Glosse. Sie würden sich wohl hüten, eine Glosse über Kinder mit ADS beziehungsweise deren Eltern zu schreiben, obwohl das Thema ADS in letzter Zeit in den Medien ebenfalls viel Aufmerksamkeit findet und darüber diskutiert wird, warum die Diagnose ADS immer häufiger gestellt wird.
Der Artikel enthält zahlreiche Stereotypen gegenüber (angeblich) hochbegabten Kindern und deren Eltern. Zudem können, müssen aber vorzeitige Einschulung und Hochbegabung nicht miteinander zusammenfallen. Jedes Kind ist unterschiedlich. Warum soll es nicht Sinn machen, ein Kind früher einzuschulen, wenn es den entsprechenden Entwicklungsstand erreicht hat?
Falls Ihre Frau, Ihre Brüder beziehungsweise Ihre Schwägerinnen tatsächlich Lehrer und Lehrrinnen sind, hoffe ich, dass diese eine andere Einstellung gegenüber frühzeitiger Einschulung und Hochbegabung haben als Sie. Ansonsten werden sie, sollten sie einmal ein "wirklich" hochbegabtes Kind in ihrer Klasse haben, Gefahr laufen, einigen Schaden anzurichten – und nicht nur wie Sie eine Mutter zu verärgern.
MARIETTA MEIER, ZÜRICH
Mittendrin statt aussen vor
in forum 11/2007
Den Artikel über den möglichen neuen Standort der Paulus-Akademie habe ich gelesen. Eine Teilnahme an Kursen, Vorträgen etc. wäre für uns behinderte Menschen so viel einfacher, wenn die PAZ in der Stadt wäre!
SUSANNE VONWILLER BÄBLER, ZÜRICH
Eine beispiellose Ahnung
in forum 8/2007
Gisela Tschudin schreibt, es wäre ihr fast sympathischer gewesen, wenn das Grab Jesu nicht leer gewesen wäre. Sie wagt es zwar nur im Konjunktiv auszudrücken. Der Engel aber sagt es direkter: „Was sucht ihr hier den Lebenden bei den Toten?“ (Lk 24,5).
Alles Fleisch ist der Verwesung preisgegeben, und auch Jesus war als Mensch in die Schöpfung eingebettet. Was er uns gebracht hat, war die Botschaft der Liebe Gottes. Jesus war Mensch – und doch sprechen wir ihm so vieles von seinem Menschsein ab. Auferstehung muss nicht heissen, dass der Leichnam nicht im Grab lag, sondern Auferstehung heisst, dass er lebt, dass sein Geist lebt.
Insofern ist Gisela Tschudin nichts verloren gegangen, sondern sie hat einen Schritt nach vorne gewagt, und das fand ich mutig und sehr sympatisch.
EMMA DI GIUSEPPE-MESSNER, RÜTI