Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2012 forum Nr. 3, 2012 Kann ein Roboter denken?

Kann ein Roboter denken?

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«Begegnung mit einem Roboter»: Dies ist die erste Veranstaltung des neuen Studienbereiches «Bioethik, Medizin und Life Sciences»
 an der Paulus-Akademie.

Im «Artificial Intelligence Laboratory» der Universität Zürich wird an einem Roboter gearbeitet, der zeigen soll, wie ein Objekt aus Metall und Knetmasse zu einem denkenden Wesen wird. Denken braucht einen Körper, so die These: Erst durch die körperliche Bewegung wird Denken möglich. «Wir fragen nach: Wird hier ein neuer Mensch erschaffen? Wie steht es um die Inspiration? Kann dieser Roboter auch kreativ sein und Gefühle zeigen?» So beschreibt die neue Studienleiterin Susanne Brauer den Anlass. «Aufgrund der rasanten Entwicklungen in den Naturwissenschaften, der Medizin und den Life Sciences kommen grosse ethische Herausforderungen auf uns zu», fährt der Direktor der Paulus-Akademie, Hans-Peter von Däniken, fort. Meistens gehe es um den Anfang und das Ende des Lebens: Pränatale Diagnostik, Reproduktionstechniken, Veränderungen am menschlichen Leben usw. «Die Kirche muss sich mit diesen Fragen auseinandersetzen», betont von Däniken. «Das kann sie nur, wenn sie sich fachliche Kompetenz aneignet.» Angesichts der Komplexität dieser Fragen könne man nicht mehr einfach sagen, wie etwas aus christlicher Sicht beurteilt werden soll, sondern müsse im Dialog mit Wissenschaft und Gesellschaft die christlichen Werte ins Spiel bringen.
Hier will die Paulus-Akademie mit dem neuen Studienbereich einsetzen: Dieses «ex­trem schwierige Thema» soll auch für Laien verständlich vermittelt werden. Zudem könne die Akademie eine beratende Funktion für die Kirche übernehmen, wenn diese bei Abstimmungen zu Themen, die das menschliche Leben ­berühren, Stellung nehmen muss. Die neue Studienleiterin, Susanne Brauer, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Nationalen Ethik-Kommission im Bereich Humanmedizin «und daher immer auf dem Laufenden, was politisch diskutiert wird», freut sich von Däniken. 

BL

www.paulus-akademie.ch

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