Liebe Leserin, lieber Leser
Dem Blick eines Neugeborenen kann sich niemand verweigern. Vorbehaltlos offen, tief und unverwandt schauen sie uns Âdirekt ins Herz und wecken unsere besten Kräfte. Wir würden alles tun, um dieses Kind zu beschützen.
Wir sind berührt durch sein absolutes Vertrauen, durch die Âunbegrenzten Möglichkeiten, die das Leben für dieses Kind Âbereit hält.
Unbegrenzte Möglichkeiten? Es gibt Kinder, auch in der Schweiz, die in Armut aufwachsen. Und erlittene Armut hinterlässt Spuren, die ein ganzes Leben lang nachwirken: «ArmutÂbetroffene Kinder können ihre Talente und Potenziale häufig nur ungenügend ausschöpfen. Sie sind oft schlecht ernährt und häufiger krank. Sie sind weniger integriert und in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung benachteiligt. Sie tragen ein weit höheres Risiko, als Erwachsene wieder zu den Armen zu Âgehören», schreibt Caritas Schweiz im Sozialalmanach 2012.
Wir sollten alles tun, um Kinder zu beschützen. Nicht nur die eigenen. Verlieren wir die Kinder, dann verlieren wir die vorÂbehaltlose Offenheit, die unverbrüchliche Neugier und die unbeschwerte Frechheit, letztendlich die Nähe zum Himmel – und damit die Möglichkeit, dem Lauf der Welt eine neue Richtung zu geben.
Die Politik ist gefragt: «Die Erwerbsarbeit von Eltern muss erleichtert, günstiger Wohnraum für Familien gefördert werden.
Es braucht Ergänzungsleistungen für Familien sowie den Ausbau von Betreuungs- und Bildungsangeboten», betont Caritas ÂZürich, die mit verschiedenen Projekten und vielen Freiwilligen armutbetroffene Familien unterstützt. Offene Augen, Herzen und Hände für die Kinder in der Nachbarschaft, im Quartier oder in der Pfarrei sind ebenso gefragt: von uns allen.
BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER