Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2012 forum Nr. 1, 2012 Liebe Leserin, lieber Leser

Liebe Leserin, lieber Leser

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Wieder ist ein Jahr Geschichte. Ein neues liegt weitgehend unberührt vor uns. Der Zeit der Jahreswende liegt ein besonderer Zauber inne – und eine besondere Gefahr: beim Nachdenken über Vergangenes und Planen für Zukünftiges die Gegenwart zu verpassen.
Kaiser Marc Aurel empfahl, «dass ein jeder nur den gegen­wärtigen Augenblick, den winzigen lebt; das Übrige ist entweder durchlebt oder liegt im Unbestimmten.» Weil das Leben kurz ist, riet der Kaiser, der auch ein Philosoph war, «einzig das ­Leben zu leben, das du lebst, das heisst das gegenwärtige, dann wirst du die bis zum Sterben übriggebliebene Zeit ruhig, wohlgemut und heiter gestimmt durchleben.»
Achtsam im Hier und Jetzt zu leben: Nichts scheint uns – nicht nur zur Jahreswende – schwieriger zu sein als das. Gefangen in der Erinnerung oder vereinnahmt von Gedanken an eine un­sichere Zukunft ersticken wir die Lebendigkeit des Augenblicks.
Erlebnisse überdenken und vor allem auch Träume und Pläne zu haben, ist wichtig, ohne Frage. Was verarbeitet ist, kann losgelassen werden. Ziele und neue Ufer treiben voran, motivieren zum Handeln, können regelrecht elektrisieren.
Seine ganze Aufmerksamkeit auf Vergangenheit oder Zukunft zu legen, heisst aber, die Gegenwart zu entwerten. Mit dem ­Augenblick unachtsam umzugehen, macht blind für das Neue, Spannende, Interessante das Alltags, für die Schönheiten der Natur und vor allem auch für die Menschen in seiner Umgebung. ­Jeden Augenblick jedoch wie Goethe als «Repräsentant der Ewigkeit» zu sehen, hilft, ihn zu geniessen und wertzuschätzen.
Das forum-Team wünscht Ihnen ein gesundes, glückliches 2012 mit vielen erfüllten und erfüllenden Momenten.

PIA STADLER

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Pia Stadler. Foto: Christoph Wider
Pia Stadler. Foto: Christoph Wider