Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2010 forum Nr. 9, 2010 Liebe Leserin, lieber Leser

Liebe Leserin, lieber Leser

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Schon wieder?! In der Nummer 17/2009 war der Missbrauchs-Skandal in Irland Thema – in den Nummern 5 und 6 dieses Jahres gaben Berichte aus Deutschland Anlass, das Thema erneut aufzunehmen – und nun schon wieder? Muss das sein?
Ja, es muss! Nicht nur, weil in der Zwischenzeit auch Fälle aus der Schweiz bekannt geworden sind und sich Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz mit teilweise deutlichen Worten und einer gemeinsamen Erklärung geäussert haben. Das Thema wird auch Thema bleiben, weil sich die Kirche nicht daran vorbeimogeln kann und darf. Erst wenn sie wieder festen Boden unter den Füssen hat, kann sie den Wagen aus dem Sumpf ziehen. Und festen Boden unter den Füssen wird sie erst kriegen, wenn der Sumpf ausgelotet ist. Mit einem anderen Bild ausgedrückt: Wer reinen Tisch will, muss reinen Tisch machen.
Dennoch wollen wir nicht einfach bereits bekannte Schlagzeilen repetieren. Wir wollen uns auch nicht in Selbstmitleid respektive in Selbstanklage ergehen – die Grenzen sind da allzu oft erschreckend fliessend. Wir versuchen deshalb einerseits den Blick auf jene grundlegenden Fragen zu richten, die sich der Kirche jetzt stellen. Und andererseits haben wir von nichtkirchlichen Fachleuten schlicht und einfach weitere fundierte Informationen zum Thema «Sexueller Missbrauch» erfragt.
Trotz dieser drängenden Fragen wollen wir nicht vergessen, dass die Kirche nach wie vor ein guter Ort sein kann und oft auch ist. Das sind wir nicht zuletzt den vielen Menschen ­schuldig, die sich skandalfrei und dementsprechend unauffällig für diese Kirche engagieren. Das gilt beispielsweise für Kirchenchöre, über die wir kürzlich berichtet haben. Als weiteres Resultat unserer damaligen Recherche finden Sie auf unserer Homepage www.forum-pfarrblatt.ch/service ab sofort eine Übersicht, die 50 Kirchenchöre aus dem ganzen Kanton Zürich kurz vorstellt. Auch das ist eine kirchliche Realität, die nicht vergessen werden darf.

THOMAS BINOTTO

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Thomas Binotto