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Patrick von Irland – 17. März

Unerschrocken

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Patrick von Irland Attribute: Bischofsgewand, Feuer, Kleeblatt Kategorie: Bischof, Missionar Gedenktag: 17. März

  Verschleppter, Kindersklave, Migrant, Kämpfer für Menschenwürde, so könnte man das Leben des hl. Patrick ausschnitthaft beschreiben. Bekannter ist der Ausschnitt, den die Heiligenvita vorstellt: Der Apos­tel Irlands wird unter die Bischöfe und Glaubensboten gezählt. Beide Ausschnitte gehören zusammen, und gerade die Verwobenheit der kirchlichen Biographie mit einem markanten persönlichen Schicksal fasziniert.
Etwa 16-jährig wurde Patrick von irischen Piraten aus seiner Heimat in Britannien verschleppt. Während sechsjähriger Sklaverei fand er – bislang zwar christlich aufgewachsen, doch ohne innere Beteiligung – zu einem lebendigen Glauben. Er entkam durch Flucht und kehrte vorübergehend nach Britannien zurück. 432 realisierte sich sein Wunsch, in Irland zu missionieren: Er wurde zum Bischof geweiht und brach als solcher erneut in das Land seiner Sklaverei auf. In seinem «Bekenntnis» stilisiert Patrick sein Leben nach dem Vorbild des Apos­tels Paulus und nimmt trotz seiner Unwürdigkeit freimütig in Anspruch, als Werkzeug Gottes Bedeutung zu haben: Gott «sieht nicht auf die Person und hat mich zu diesem Amt auserwählt, dass ich, einer seiner Geringsten, sein Diener sei». Das Selbstbekenntnis, Ungelehrter zu sein, ist dabei keine Tiefstapelei, sondern spiegelt das geringe Niveau von (lateinischer) Bildung und Kultur in Britannien zu seiner Zeit. Bemerkenswert ist, wie sehr Patrick gleichwohl entschieden seine Sendung verteidigt.
Hierfür aufschlussreich ist eine zweite Schrift, der «Brief an die Gefolgsleute des Coroticus», der nun nochmals das Thema der Sklaverei aufwirft. Coroticus war als britischer Kriegsherr ausgezogen, um seinerseits irische Sklaven zu erbeuten, die er an die heidnischen Schotten verkaufen wollte. Patricks Aufforderung, die Sklaven – getaufte Iren – wieder in die Heimat zu entlassen, war von Coroticus und seinen Leuten mit Gelächter aufgenommen worden. Darauf wendet sich Patrick brieflich an diese Gefolgsleute, um ihnen das Frevelhafte des Geschehenen vor Augen zu führen. Coroticus hat «die Hände besudelt mit dem Blut der Kinder Gottes» (viele Iren waren bei dem Überfall umgekommen). Zudem sind freigeborene Menschen, Christen zu Sklaven gemacht worden. Deswegen ist Coroticus und wer ihm folgt, «Meuterer gegen Christus». Hauptgrund für Patricks Protest ist das Christsein der Versklavten. Das mag uns heute als Motiv nicht ausreichen. Berührend ist aber, wie sehr Patrick es als Frevel an Gott selbst identifiziert, wenn den Kindern Gottes Unrecht geschieht.
Nochmals erweist sich Patrick als Nachfolger des Paulus, der in seinem Brief an Onesimus um die Befreiung eines Sklaven bat. Allerdings äussert sich Patricks Widerspruch – aufgrund eigener Erfahrungen? – pointierter: Er sieht die Versklavung von Christen als Angriff auf Christus an. Noch über Jahrhunderte hinweg blieb Sklaverei auch unter Christen eine selbstverständliche Wirklichkeit, die kirchlicherseits nur bedingt, zum Beispiel im Blick auf exzessive Grausamkeit, verurteilt wurde. Erst 1839 sprach Papst Gregor XVI. ein grundsätzliches Verbot der Sklaverei aus, die gemäss Papst Johannes Paul II. Beispiel einer in sich schlechten Handlung ist.
Patrick war beides: Glaubensbote und unerschrockener Kämpfer für die Würde der ihm Anvertrauten.

EVA-MARIA FABER

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