Firmlinge gestalten Karfreitag
Im Mehrzweckraum der ehemaligen Leimsiederei «Limi» proben einige Jugendliche des Firmweges 2010/11 mit Marianne Felber die ersten Szenen des Passionsspiels, das Pastoralassistent Matthias Braun verfasst hat. Überall herrscht ein wirres Marktgeschrei. Sklaven werden zum Verkauf angepriesen und von Kunden argwöhnisch begutachtet. An den Ständen mit Gewürzen, Früchten und Stoffen feilschen die Jugendlichen Mana und Nadja um die Preise, während Michael und Severin sich beim Gewürzhändler heftig um Arbeit streiten. «Chumm am sächsi am Morge, dänn chasch en volle Sack lupfe. Wenn du s schaffsch, luege mer wiiter.»
«Das Passionsspiel gibt es in Greifensee seit dreissig Jahren», erzählt Matthias Braun. Weil es eines von vielen Angeboten ist, aus denen die Firmanden wählen können, ist das Spiel im vergangenen Jahr nicht zustande gekommen. «Doch am Karfreitag werden wir es erneut aufführen», freut sich Braun. Die erfahrene Theaterpädagogin Marianne Felber erarbeitet an fünf Abenden mit elf Jugendlichen das diesjährige Passionsspiel. «Dazu gehören Tanz, Pantomime, Schauspiel und Sprechen von Texten», sagt die Mittelstufenkatechetin und ergänzt: «Wir werden die Passion Jesu aus der Sicht von Maria Magdalena darstellen.» Das Drehbuch sei gegeben. «Doch die Jugendlichen können ihre Ideen und viel Kreativität einbringen», erläutert die 54-Jährige.
EIN PROJEKT UNTER VIELEN
Und was meinen die Fünfzehnjährigen zum anspruchsvollen Projekt? Dazu der Kantischüler Severin Plüss: «Das Passionsspiel ist wie die Pilgerreisen nach Santiago oder die Taizéfahrt ein Projekt unserer Firmvorbereitung. Ich freue mich auf die meisten Wahlangebote.» Die Zweitsekschülerin Mana Pozzini meint: «Ich bin nicht unbedingt ein religiöser Mensch. Doch beim Passionsspiel bin ich echt gespannt, wie es herauskommt.» Auch Nadja Tschümperlin bekennt: «Während der Firmvorbereitung lerne ich mehr über das Leben von Jesus.» Ganz anders hingegen reagiert Michael Arnold: «Ich möchte Automobilfachmann werden und konzentriere mich im Moment auf die Suche nach einer Lehrstelle. Daher stehen für mich dieses Passionsspiel und die Firmung nicht im Mittelpunkt meines Alltags.» Zur Theatergruppe gehört an diesem Abend auch Laura Presa (19). Sie hat sich bereits vor einem Jahr firmen lassen und interessiert sich jetzt für ein Engagement als Firmbegleiterin. Sie bekennt: «Mit Gott habe ich es eigentlich ganz gut, ich bete recht oft und glaube an ihn.» Sie sei daher überzeugt, dass er ab und zu bei ihr vorbeischaue.
25-JAHR JUBILÄUM DER «LIMI»
2010 feiert die Pfarrei Greifensee-Nänikon-Werrikon ein Jubiläum, erklärt Pfarreiratspräsident Klaus Durrer: «Am kommenden Palmsonntag sind es 25 Jahre seit die ‹Limi›, welche den Kirchenraum sowie das Pfarreizentrum beherbergt, eingeweiht wurde.» Schon bei der Gründung der Pfarrei im Jahr 1974 sei der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus entstanden. Dieser sei dank dem grossen Einsatz vieler Pfarreimitglieder 1985 Wirklichkeit geworden. Auch die reformierte Kirchgemeinde und viele Vereine hätten damals tatkräftig mitgeholfen, indem sie sich am «Limi-Fäscht» beteiligten, dessen Reinerlös von 100 000 Franken der Ausschmückung des Kirchenraumes zugute kam. «Die Pfarrei wird das Jubiläum mit einem feierlichen Gottesdienst und einem anschliessenden gemütlichen Imbiss begehen», berichtet Pfarreiratspräsident Klaus Durrer.
CHRISTIAN MURER
«Das Passionsspiel aus Sicht der Maria ÂMagdalena», Karfreitag, 2. April 2010,
16.15 Uhr, im Landenberghaus Greifensee
Jubiläum 25 Jahre «Limi», Palmsonntag, 28. März 2010, Festgottesdienst um 9.30 Uhr in der «Limi».