Fastenprojekte: verstehen und helfen
«Auf einer Reise lernte ich im Süden Tansanias ein von Benediktinerinnen geleitetes Kinderheim kennen», erzählt Karl Wick, Sekundarlehrer an der Katholischen Schule Kreuzbühl. «Diese Schwestern – alles Afrikanerinnen – leisten so gute Arbeit, dass ich dieses Projekt bei uns in der Schule zur Unterstützung vorgeschlagen habe.» Er stiess auf offene Ohren: «Bereits letztes Jahr konnten wir 1200 Franken sammeln», erzählt er. Die Schwestern hätten darauf den Schülerinnen und Schülern in einem Brief detailliert geschrieben, wofür sie das Geld brauchen. «Dies hat uns motiviert, dieses Jahr nochmals das gleiche Projekt zu unterstützen.» So werden alle, die am Suppenzmittag der Schule teilnehmen, 5 Franken dafür einsetzen. Den Jugendlichen werden auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge vermittelt: Die ersten Klassen beschäftigen sich mit dem Thema «Kinderarbeit verbaut Zukunftschancen», die zweiten Klassen mit «Land und Leute sowie Waisenprojekte in Nepal». Die dritten Klassen sehen im Film «Der grosse Markt» gleichaltrige Jugendliche, die auf der Strasse leben.
Auch in den anderen Schulhäusern werden persönlich bekannte Projekte unterstützt. So engagiert sich das Katholische Gymnasium für eine Schule in den Hüttensiedlungen von Nairobi/Kenia. «Ein Projekt, das den Teufelskreis von Armut und Chancenlosigkeit zu durchbrechen versucht», erklärt dazu Rektor Alfons Lenherr. Ein Entwicklungsprojekt für Waisenkinder in Uganda unterstützt die Schule Sumatra. An einem Vortrag werden die Schülerinnen und Schüler direkt vom Leiterpaar Peter und Morin Schnyder informiert. Der von den Jugendlichen organisierte Kuchenverkauf kommt diesem Projekt zugute. Im Schulhaus Wiedikon kocht eine Klasse für die Primarschülerinnen und -schüler. Der Erlös kommt dem Fastenopfer für Haiti zugute. Und die Jugendlichen, die den Pausenkiosk organisieren, geben die Einnahmen einer Woche der Glückskette.
BEATRIX LEDERGERBER