Ein Wort an die Jugend
«Die Jugend, ihr Glaube, ihre Zukunft, ihr ewiges Heil muss uns ganz besonders am Herzen liegen. Dabei dürfen wir davon ausgehen, dass im innersten Kern auch des jungen Menschen die Sehnsucht nach dem Ewigen und nach Gott lebt und wirkt.
Es stellt sich die Frage, wie Jugendliche so in der Beziehung zu Gott gestärkt werden, dass sie treu zu ihrem Glauben stehen und sich durch nichts davon abbringen lassen. Dazu ist zu bedenken: Die Gestalt der Welt von morgen ist kein Zufall und kein Schicksal. Sie ist auch das Ergebnis dessen, wie wir unsere Kinder erzogen und unsere Jugendlichen gebildet haben. Sie ist das Ergebnis dessen, was wir den jungen Menschen mit auf den Weg gegeben haben. Erziehung und Bildung muss den jungen Menschen den Lebenssinn erschliessen können und Lebenshalt vermitteln.
Der Glaube ist für uns Menschen heilsbedeutsam. Wir leben von der Beziehung zu Gott, von der Beziehung zum Sohn Gottes, zu Jesus. Es muss uns ein Herzensanliegen sein, die sinnstiftende Kraft des Glaubens, des Glaubens an Jesus Christus, weiterzuschenken und vor allem unseren Kindern und Jugendlichen zu vermitteln.
Der Glaube ist mit Werten verbunden. Er weist auf das Wertvolle hin und macht, zu unserem Schutz, auf das Schädliche und Böse aufmerksam. Das Wertvolle kennt viele Namen: Das Leben Gottes, das Gebet, die Gebote Gottes, die Gottes- und Nächstenliebe, die Sakramente, die Gnade, das Heil, das ewige Leben. Das steht der Sünde, dem Unheil, dem Laster, dem Verderben gegenüber. Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen eine klare Wertevermittlung empfangen. Wir dürfen ihnen die Grundsätze unseres Glaubens nicht vorenthalten. Ich möchte allen, die Jugendliche begleiten und führen, Mut machen, den eindeutigen ethischen Werten unseres Glaubens Priorität einzuräumen. Ich bitte andererseits die Pfarreien, der Jugend eine Heimat zu geben und auch die nötigen materiellen Mittel dafür grosszügig zur Verfügung zu stellen.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Bedeutung der sogenannten Welt-Jugend-Tage aufmerksam machen. Jugendliche brauchen für die Festigung ihres Glaubens eine Umgebung. Sie brauchen die Möglichkeit, ihren Glauben in einer Gemeinschaft zu entfalten. Eigens mache ich auf den Welt-Jugend-Tag vom 15. bis 20. August 2011 in Madrid aufmerksam. Seien wir besorgt, dass aus unseren Pfarreien zahlreiche JugendÂliche durch eine intensive Vorbereitung daran teilnehmen können.
LIEBE JUGENDLICHE,
ich möchte Euch sagen, dass Euer Leben wertvoll ist. Es ist einmalig. Deshalb tragt Eurem Leben Sorge. Denkt daran: Das Leben ist ein Geschenk Gottes. Ihr könnt es für Gott und zu Eurem ewigen Heil einsetzen. Ihr könnt es aber auch vertun und zerstören. Von Euch hängt es ab, was aus Euch wird, was Ihr morgen seid, was Eure Zukunft ist, was zu Eurem ewigen Heil beiträgt. Der Glaube an Jesus Christus hilft Euch dabei, einer guten, glücklichen Zeit entgegenzuÂgehen und dem Plan, den Gott mit Euch hat, ganz zu entsprechen. Ihr braucht keine Angst zu haben. Selbst in schweren Stunden ist der Herr wie ein guter Freund bei Euch und lässt Euch nicht fallen. Weist ihn nicht zurück! Bleibt in seiner Freundschaft.
Vor allem möchte ich Euch auf die Sakramente aufmerksam machen. Wenn Ihr sie nicht kennt, lasst Euch durch einen Priester in sie einführen. Sie sind Gaben von Jesus. Sie sind für Euch die wertvollste Hilfe auf dem Weg durch diese Welt. In vielen jugendlichen Heiligen der Kirche könnt Ihr einen starken Glauben entdecken, den Mut zum Zeugnis für den Herrn bewundern und Euch diesen Mut auch zulegen. Ich wünsche Euch, dass Ihr die Bedeutung des Glaubens für Euer Glück entdeckt, darin Kraft und Sinn findet, und dass Euer Leben gelinge – für das Heute und Morgen, aber auch für die Ewigkeit.
Ich danke allen, die sich für die gute Zukunft der Jugend einsetzen und ihnen das geistige Brot reichen. Für alle erbitte ich Gottes Segen und Gnade und den Beistand der Gottesmutter Maria.»
+ VITUS HUONDER, BISCHOF VON CHUR