Liebe Leserin, lieber Leser
Während in den Industrieländern die Ausgaben für Nahrung im Vergleich zu den Gesamtausgaben immer kleiner werden, müssen heute viele Familien des Südens ihr gesamtes Einkommen für Lebensmittel ausgeben. Die Zahl der Hungernden ist zudem weltweit auf eine Milliarde gestiegen.
Die Gründe liegen unter anderem in der Ungerechtigkeit der internationalen Handelssysteme: Unfaire Handelsregeln, Nahrungsmittelspekulationen und Eingriffe in die Agrarpolitik der einzelnen Länder sind an der Tagesordnung. Schwankende Preise und ein ausbeuterischer Zwischenhandel tragen zusätzlich dazu bei, dass einheimische Wirtschaftsstrukturen und damit die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen zerstört werden. Als Mitbegründer zahlreicher Fairtrade-Initiativen engagiert sich das Fastenopfer für einen Welthandel, der die Menschenrechte respektiert, die Umwelt nicht gefährdet und zur Verminderung der Armut beiträgt. Die Ökumenische Kampagne 2010 fordert unter dem Motto «Stoppt den unfairen Handel» Konsumenten wie politische Entscheidungsträger zum Handeln auf.
In zahlreichen Projekten setzt sich das Fastenopfer konkret für Fairtrade und das Recht auf Nahrung ein. Zum Beispiel in Peru, wo im andinen Hochland Anbau und Verkauf der alten südamerikanischen Getreidesorte Quinoa gefördert wird. Diese gedeiht auch unter widrigsten Umständen und ist reich an Eiweiss, Mineralien sowie ungesättigten Fettsäuren. Ein ideales Nahrungsmittel für den rauen Altiplano. Weil Quinoa in den Industrieländern immer grösseren Absatz findet, erhalten die Bauern für ihre Ernte zwar mehr Geld als noch vor einigen Jahren. Doch der Boom weckt auch Begehrlichkeiten. Die Campesinos befürchten, dass ausländische Grosskonzerne die wertvolle Pflanze patentieren lassen könnten. Einzeln wären sie den neuen Marktkräften hilflos ausgesetzt. Ein Zusammenschluss verbessert ihre Chancen. Hochwertiges Saatgut, funktionstüchtige Maschinen und eine eigene kleine Fabrik ebnen den Weg in die Zukunft.
PIAÂ STADLER