Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Lehrstellen der Katholischen Kirche im Kanton Zürich

Spannende Ausbildung bei kirchlichen Fachstellen

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Bérénice Lindenmann (links) hat ihre Lehre bei der Katholischen Kirche im Kanton Zürich abgeschlossen, Olivia Twerenbold soeben damit begonnen. BILD: BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER
Eine Lehre bei der Katholischen Kirche im Kanton Zürich? Höchst vielseitig und interessant, meinen eine ehemalige und eine aktuelle Lernende.

«Während unserer Lehre wechseln wir jedes halbe Jahr die Dienststelle», erzählt Olivia Twerenbold, Erst-Jahr-Lernende bei der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. «Im Moment arbeite ich auf dem Sekretariat der Katholischen Körperschaft im Centrum 66.» Der häufige Wechsel der Dienststellen sei «das Beste, was einem passieren kann», schwärmt Bérénice Lindenmann. Sie hat ihre Lehre im Sommer 2009 als Zweitbeste ihres Jahrgangs beendet. «Da waren wir mächtig stolz», kommentiert René Schürmann, unter anderem Leiter Berufsbildung beim Synodalrat. Er arbeitet seit 1996 bei der Zentralkommission, wie der Synodalrat bis vor kurzem genannt wurde, und hat bereits 1998 den ersten Lehrling im Betrieb der Katholischen Kirche im Kanton Zürich angestellt. Dann hat er die Lehrlingsarbeit  kontinuierlich ausgebaut und betreut nun in Zusammenarbeit mit dem Berufslehrverbund Zürich jährlich drei Lernende. «Eine Lernende stellen wir selber an und führen sie durch alle drei Lehrjahre», erklärt er, «weitere zwei Lernende werden uns für ein oder zwei Jahre vom Berufslehrverbund BVZ anvertraut.» Die Stiftung BVZ schafft zusätzliche Lehrstellen, indem sie Betrieben, welche die Erfordernisse einer gesamten Ausbildung nicht erfüllen können, die Möglichkeit bietet, Lernende nur für ein oder zwei Jahre zu betreuen.
Nach dem halben Jahr bei der Verwaltung der Katholischen Körperschaft arbeiten die Lernenden auf der Jugendseelsorge, der Paulus Akademie, der Caritas und der Fachstelle bei Arbeitslosigkeit DfA und zum Schluss wieder bei der Kirchenverwaltung, jedoch auf der Buchhaltung. «An diesen verschiedenen Arbeitsplätzen lernen wir mehrere Firmen kennen, die Büromaterial anbieten, sehen verschiedene Buchhaltungssysteme, lernen Projekte und Anlässe organisieren usw.», führt Bérénice Lindenmann aus. Der häufige Wechsel sei zwar sehr anstrengend, gibt sie zu, dafür profitiere man für eine zukünftige Arbeitsstelle sehr. «Ich bekomme hier einen guten Überblick, was die Kirche konkret alles anbietet, zudem profitiere ich von den Mitarbeitenden, die fast alle studierte Leute sind!», meint Olivia Twerenbold.

KIRCHENLEHRE
Und wie wird man von den Kollegen angesehen, wenn man die Lehre bei der Katholischen Kirche macht? «Na ja, zuerst schauen sie schon ein wenig komisch», lacht Bérénice. «Sie haben völlig falsche Vorstellungen und meinen, man arbeite in einer Kirche mit Kerzen oder so!» Wenn sie jedoch erklärt, wie spannend die Arbeit ist und was sie alles erlebt, sei es kein Problem mehr. «Aber es ist sicher ein Vorteil, wenn man selber mit dem katholischen Glauben vertraut ist», meint Olivia. Beide jungen Frauen haben in ihrer Pfarrei ministriert und fühlen sich in der Kirche daheim. «Aber wir hatten auch schon eine Lehrfrau, die zum Islam gehört», erklärt Bérénice, «es genügt, wenn man offen und respektvoll ist.»  Sie selber hat «durch einen glücklichen Zufall», wie sie sagt, beim Generalvikariat Zürich sogar ihre Arbeitsstelle gefunden, daneben absolviert sie die Berufsmaturitätsschule.
Auch die Kirchgemeinden ermuntert René Schürmann, Lehrstellen anzubieten. Dies könne auf dem Sekretariat eine KV-  oder bei den Hauswarten eine Betriebspraktiker-Lehre sein. «Allerdings muss das Sekretariat zu 100 Prozent besetzt sein, wobei die Stelle geteilt sein kann. Jemand muss die Verantwortung für die Lernenden übernehmen und die Berufsbildner-Ausbildung machen», erklärt er. 2005 und 2009 hat er entsprechende Informations-Veranstaltungen für Pfarreien durchgeführt. Mit Erfolg: In vier Pfarreien absolvieren junge Leute eine KV-Lehre, in fünf Pfarreien werden Betriebspraktiker ausgebildet.

PRAKTIKUMSPLÄTZE FREI
Ein weiteres Projekt, um jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen, bietet die Jugendseelsorge an: Jobbox – Begin&Win. «Wir bieten Praktikumsplätze für Jugendliche, die keine Lehrstelle finden, die Lehre abgebrochen oder aus anderen Gründen den Einstieg in die Arbeitswelt noch nicht gefunden haben», erklärt Monika Dillier. Im Moment sind vier Plätze offen, drei in Pfarreien und eine an der Katholischen Schule. «Wer den Schritt in unser Projekt wagt, hat nachher bessere Chancen auf eine Lehrstelle», unterstreicht Monika Dillier, die zusammen mit Therese Zweifel Rossi das Projekt Jobbox betreut.

BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER

Jobbox – Begin & Win
Therese Zweifel Rossi, Tel. 044 266 69 23 oder ­Monika Dillier, Tel. 044 266 69 36, info@jugendseelsorge.ch, www.jugendseelsorge.ch

René Schürmann, Leiter Berufsbildung Katholische Kirche im Kanton Zürich, Tel. 044 266 12 34, rene.schuermann@zh.kath.ch

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