Archiv des NZN-Buchverlags zugänglich
1946 wurde der NZN-Buchverlag gegründet, um Artikel- und Essaysammlungen der katholischen Tageszeitung NZN (Neue Zürcher Nachrichten) herauszugeben. Bald schon entwickelte er sich zu einem international renommierten Kunstbuchverlag. Bis 2005 war der Verlag selbständig, seither wird er als «Edition NZN bei TVZ» unter den Fittichen des Theologischen Verlags Zürich weitergeführt.
In zweijähriger Kleinarbeit hat Chris Bünter, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich, das Archiv des NZN-Verlages aufbereitet. «Das Material war schon sehr gut geordnet», erzählt er, «Allerdings änderte die Systematik je nachdem, wer jeweils das Sekretariat geführt hatte.» Blatt für Blatt hat Bünter von Scotch und Bositch-Klammern befreit, sortiert, im Inhaltsverzeichnis erfasst und in säurefreie Mappen und Schachteln versorgt: Verlagskorrespondenz, Offerten, Verträge, Buchhaltung, viele ausserordentliche Fotos von Leonard von Matt, der im NZN-Verlag meisterlich gestaltete Bildbände zu den antiken Kulturen in Italien und Griechenland herausgegeben hat. «Unser Schutzheiliger heisst Sisyphus», lacht denn auch Christoph Eggenberger, Leiter der Handschriftenabteilung. «Nicht alle uns überlassenen Archive können wir so perfekt aufbereiten!» Wer etwas erfahren will über die wechselnden Produktionsbedingungen des Buches im 20. Jahrhundert in Zürich, wer an der Geschichte des Zürcher Katholizismus interessiert ist oder an einzelnen Künstlern des 20. Jahrhunderts – der wird hier fündig. Zu jedem Buch des Verlages sind Projektskizzen, nicht realisierte Ideen, Vorlagen für Buchtitel sowie Werbematerial zu finden.
BEATRIX LEDERGERBER