Schöne Bescherung
Bereits Mitte Jahr werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass Weihnachten droht, im Oktober überfluten uns Kataloge, die zum Bankrott animieren, und Anfang November ertrinken sämtliche Geschäfte in Lametta und Glöckchen.
Während wir noch mühevoll die kulinarischen «Ostersünden» abspecken, flattern bereits die ersten Einladungen für Weihnachtsessen ins Haus und drängen uns zu panischen Fastenübungen. Wenn die Gesichter länger werden und der Umgangston frostiger, ja, dann geht auch dem Letzten auf, dass Weihnachten vor der Türe steht.
Und dennoch, auf jenen Rummel, der darin besteht, für seine Liebsten Geschenke auszusuchen, freue ich mich jedes Jahr. Ich gestehe, dass ich das Schenken nach wie vor für einen der schönsten Weihnachtsbräuche halte. Geschenke können uns alle reich machen – und das nicht nur materiell und nicht allein zur Weihnachtszeit.
Ich halte nicht viel davon, das tolle Buch liegen zu lassen und stattdessen Zeit zu Âspendieren. Wie wär’s beispielsweise, seinen Kindern das Buch und dazu eine Zeitgutschrift fürs Vorlesen zu schenken? Geschenksmüde Zeitgenossen stellen diesen Brauch mit Vorliebe als sinnentleertes Gesellschaftsspiel dar, bei dem lieblos ausgewählte Geschenke den Besitzer tauschen. Diese Kritik ist nachvollziehbar. Aber Geschenke, die nur dazu dienen, sich zu revanchieren und seinen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen, stellen nicht das Schenken, sondern die Schenkenden in Frage.
Es geht nämlich nicht um die Entscheidung zwischen Geschenk oder Liebe, sondern um das Geschenk aus Liebe. Es kommt offensichtlich nicht darauf an, ob ein Geschenk gekauft, selbstgemacht, symbolisch oder ein Gutschein ist. Es ist nur entscheidend, wie viel Liebe damit mitgeschenkt wird.
Sind schliesslich alle Geschenke verpackt und unter dem Christbaum hinterlegt, kommt endlich der grosse Augenblick der Bescherung – und leider oft auch der Katzenjammer.
Bei meiner ersten «richtigen» Weihnachtsbescherung liessen mich meine Eltern die Geschenke in einem grossen Marathon aufmachen; so eben, wie sich das für einen richtigen Weihnachtsabend gehört. Aber die Folge war kein selig lächelndes Kind, sondern ein überfordertes und hysterisches Häufchen Elend, das in der Schlacht um die Bescherung unterlegen war. Das war dann für Vater und Mutter wirklich eine schöne Bescherung.
Aber sie lernten aus der Geschichte, und seither werden bei uns Geschenke nur noch in Raten aufgemacht. Das kann sich über mehrere Tage hinziehen. So wird, übrigens nicht nur bei Kindern, die Weihnachtsfreude bewahrt und gemehrt. Erst mit der richtigen Musse kann man die erhaltenen Geschenke auch richtig würdigen und geniessen.
THOMAS BINOTTO
Weihnachtsgeschenk für sich und andere
Wir alle kennen den Osterhasen. Aber wissen wir auch, woher er kommt und wofür er steht? – Weshalb hat ausgerechnet der Reformator Martin Luther das Christkind als «Geschenkelieferant» erfunden?
«Vom Osterhasen zum Christkind» bringt Licht ins Halbwissen, und wenn man Osterhase, Eier und Butterschaf nicht mehr auf die Reihe bringt, dann schafft dieses Buch wieder Ordnung.
Auf unterhaltsame Weise wird von den christlichen Feiern im Jahreslauf erzählt – und nebenbei entsteht so auch noch ein kleines Kompendium christlicher Feste, die auch in der Familie gefeiert werden können.
Mit «Vom Osterhasen zum Christkind» legt Thomas Binotto eine vollständig überarbeitete, erweiterte und neu gestaltete Neuauflage seiner beliebten Einführung ins Brauchtum der Christen vor.
forum-Leserinnen und -Leser erhalten das Buch bis zum 31. Dezember 2010 zum Einführungspreis von Fr. 24.80 plus Versandkostenanteil. Bestellungen