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Freie Katholische Schulen Zürich

Schule mit christlichem Profil

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Als Rektor hat Alfons Lenherr das Gymnasium der Freien Katholischen Schulen Zürich ausgebaut und sich für sein christliches Profil eingesetzt.

«Religionslehre und Philosophie gehören bei uns zum obligatorischen Stundenplan», erklärt Alfons Lenherr. «Wir wollen damit die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit existentiellen Fragen fördern», unterstreicht er. «Dies, die überschaubare Grösse und dadurch mögliche Beziehungen zwischen Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern sowie die christlichen Grundwerte machen das Spezifikum unseres Gymnasiums wie überhaupt der Katholischen Schulen aus.»
Und dies ist gefragt. Viele Jugendliche kämen aus den Sekundarklassen der Katholischen Schule ins eigene Gymnasium, weil sie weiterhin von der guten Atmosphäre profitieren möchten. Andere würden nach einem oder zwei Jahren in einem öffentlichen Gymnasium wechseln, weil sie eine kleinere, beziehungsorientierte Schule wünschen.
«Von der fachlichen Qualität her stehen wir jedoch auf dem gleichen Niveau wie andere Kantonsschulen», betont der bisherige Rektor. Er wurde auf Ende des Schuljahres pensioniert und hat in den Sommerferien seinen Nachfolger, Martin von Ostheim, eingearbeitet.
Nachdem Alfons Lenherr am Gymnasium Immensee unter anderem als Rektor tätig war, engagierte er sich mit seiner Frau und den vier Kindern in einem christlichen Schul- und Lebensprojekt in München. Als dort ein Generationenwechsel anstand, suchte er wieder in der Schweiz Arbeit. «Die Katholische Schule war auf meine Seele zugeschnitten», sagt er heute. So wundert es nicht, dass er bereits nach einem halben Jahr aus einer Notsituation heraus die Aufgabe als Rektor fürs Gymnasium übernahm und diesem seither vorstand.

GYMNASIUM AUSGEBAUT
Als er begann, stand gerade die erste hauseigene Matura vor der Tür. Vorher hatte die Katholische Schule nur ein Untergymnasium geführt. Für die letzten zwei Jahre musste man an ein Gymnasium mit Matura wechseln. Nun hatte die Katholische Schule die Anerkennung für die eigene Hausmatur bekommen. Lenherrs Aufgabe war es nun, das Gymnasium entsprechend der guten Nachfrage insbesondere nach dem Umzug an die Sumatrastrasse auszubauen. Dort hatten sich die Marianisten-Patres soeben aus dem Schuldienst zurückgezogen. Sie hatten 1949 mit einer Knabenschule begonnen und seither dort an der Katholischen Sekundarschule unterrichtet und gewohnt. Wie vor ihnen die Menzinger Schwestern mussten auch sie wegen Personalmangels aufhören. «Seit 2007 sind wir nun in einem eigenen Schulhaus», erzählt Lenherr. «Heute werden die vier Jahre des Kurzgymnasiums mit doppeltem Klassenzug geführt, so dass die meisten Lehrpersonen ausreichende Pensen belegen und sich voll im Gymnasium engagieren können.» Es wird ein altsprachliches, ein neusprachliches und ein wirtschaftliches Maturitätsprofil angeboten, der Übertritt geschieht durch eine eigene Aufnahmeprüfung.

JUGENDLICHE ERNST NEHMEN
Das christliche Profil der Schule ist Lenherr immer ein besonderes Anliegen gewesen. Regelmässige Besinnungen für alle Schülerinnen und Schüler im Advent, an Weihnachten, in der Fastenzeit und an Ostern gehören ebenso dazu wie Wortgottesdienste zu Beginn oder Ende des Schuljahres. Für die Lehrpersonen aller Stufen finden regelmäs-sige Weiterbildungen statt, bei denen sie sich mit dem christlichen Leitbild der Schule auseinander setzen. «Auch in den Lehrerkonferenzen behandeln wir ethische Fragen, damit wir den Jugendlichen gemeinsam eine gute Haltung vorleben», unterstreicht Lenherr. Er freut sich, dass neu ein Priester als Schulseelsorger an den Katholischen Schulen wirkt und auch im Gymnasium Religionsunterricht erteilt. «Jugendliche finden nur über Beziehungen einen Bezug zum Glauben», ist er überzeugt. Man müsse ihre Freiheit respektieren, ihnen aber Angebote machen, welche ihre Anfragen an Spiritualität und Glaube ernst nehmen. Wie er selber mit diesen Themen umgeht, hat er eindrücklich in einem kleinen Lyrik-Band festgehalten. Seine Gedichte sind subtil, verhalten und doch prägnant. «Die Technik, unvereinbare Metaphern gegeneinander zu setzen, ist makellos», schreibt der deutsche Schriftsteller Hartmut Lange dazu. «Und eben das macht grosse Poesie kenntlich.»
Trotz Eintritt in den Ruhestand ist Alfons Lenherrs Begeisterung fürs Schulegeben, die Arbeit mit heranwachsenden Jugendlichen, ungebrochen. So hat er unter anderem ein Buchprojekt über seine reichen Erfahrungen aus 41 Lehrerjahren im Tun und möchte damit einige grundlegende Erfahrungen weitergeben.







Alfons Lenherr: «Gedichte» Cantina-Verlag. Buchhandlung von Matt, Weinbergstrasse 20, Zürich, oder www.cantina.ch

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Nach fast neun Jahren als Rektor des Katholischen Gymnasiums übergibt Alfons Lenherr seinem Nachfolger Martin von Ostheim die Verantwortung. FOTO: BEATRIX LEDERGERGER