Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Edition NZN bei TVZ

Vitales Interesse an Büchern

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Markus Zimmer begleitet die Bücher vom Manuskript bis zum Vertrieb. FOTO: BEATRIX LEDERGERBER
Markus Zimmer begleitet die Bücher vom Manuskript bis zum Vertrieb. FOTO: BEATRIX LEDERGERBER
Vor fünf Jahren wäre der kleine katholische Zürcher NZN Buchverlag beinahe gestorben. Als «Edition NZN bei TVZ» konnte das Buchprogramm jedoch weitergeführt werden – und entpuppte sich als Erfolgsgeschichte.

«Wer heute von Medien spricht, denkt vor allem ans Internet», sagt Markus Zimmer, Lektor beim Theologischen Verlag Zürich TVZ und dort verantwortlich für die «Edition NZN bei TVZ». «Doch wo kann man sich vertieft mit einem Thema auseinandersetzen? Wo wird noch etwas hinterfragt, und das nachhaltig?» Die Antwort liegt auf der Hand: «In einem Buch.» Deshalb habe das Buch auch für die Kirche eine wichtige Funktion, einen entscheidenden Ort in der Verkündigung. «Unsere Bücher wollen dem Leben in den Pfarreien dienen, interessierten Menschen religiöses Wissen nahebringen, kirchenpolitische Diskussionen mit Hintergrundwissen bereichern», sagt Zimmer.
Dieses Bewusstsein war sicher auch vor rund sechs Jahren vorhanden. Trotzdem diskutierte die Katholische Synode des Kantons Zürich über die Liquidation des damaligen NZN Buchverlages. «Die Körperschaft finanzierte zwei Arbeitsstellen dieses Verlages, die Leitung und das Lektorat. Doch wurden nur noch wenige Bücher produziert und dann auch schlecht verkauft», so erklärt Rolf Bezjak, im Synodalrat für Medien und Bildung zuständig, den Beschluss der Synode im Jahr 2004, die Zahlungen an den Verlag einzustellen. «Wir wollten jedoch als Kirche die Möglichkeit, für uns wichtige Bücher zu veröffentlichen, nicht völlig verschenken», fährt er fort. René Zihlmann, damals Präsident der Zentralkommission (heute Synodalrat), bat Alex Aepli als versierten Verlagskenner und Daniel Kosch, der sowohl mit theologischer Literatur als auch mit der Zürcher Kirche bestens vertraut war, um Hilfe. Die beiden suchten Käufer für den NZN ­Buchverlag. «Der Theologische Verlag Zürich war die beste Lösung», sagt Kosch. «Er hat als reformierter Verlag das NZN-Buchprogramm als katholische Ergänzung wahrgenommen und vor allem garantiert, dass für das Label NZN eine gewisse Eigenständigkeit – bei voller wirtschaftlicher Integration in den TVZ – möglich ist.» Unter diesen neuen Bedingungen erklärte sich die Synode bereit, weiterhin Geld in die Förderung der Buchproduktion zu investieren – jedoch nicht für Arbeitsstellen, sondern als Produktionsbeiträge für einzelne Bücher. Ein Donator, der für 10 Jahre die 50%-Stelle des für die «Edition NZN» zuständigen Lektors garantiert, und die zielgerichtete und überzeugende Arbeit des ersten Lektors Andreas Diederen verhalfen dem Projekt endgültig zum Durchbruch. Heute werden jährlich sieben bis acht Bücher unter dem Namen «Edition NZN bei TVZ» produziert und erfolgreich verkauft.

THEOLOGIE IST NISCHENPRODUKT
Trotzdem: Es wird einiges Geld in theologische Bücher investiert. Versucht man nicht immer noch, etwas künstlich am Leben zu erhalten? «Bei jedem Manuskript prüfen wir als Erstes, ob sich das Buch verkaufen lässt», betont der heutige Lektor Markus Zimmer. Nur decke der Verkauf in der Regel knapp die Kosten, die dem Verlag ausser Haus entstehen: Druck und Buchbindung. Die fachliche, inhaltliche Arbeit am Manuskript, grafische Gestaltung, Layout, Marketing und Verkauf – das alles kostet auch. «Nur Bestseller, die im ganzen deutschen Sprachraum ein Renner sind, bringen Gewinne», weiss Zimmer. Für den kleinen Schweizer Markt, dazu noch in der theologischen Nische, könne niemand selbsttragend oder gar gewinnbringend Bücher produzieren. «Als Kirche haben wir jedoch ein vitales Interesse an Büchern, welche theologische Impulse gut lesbar unter die Leute bringen», unterstreicht Rolf Bezjak. Die Synode unterstützt die Buchproduktion deshalb mit jährlich 80 000 Franken. Eine breit abgestützte Fachkommission diskutiert mit dem TVZ die geplanten Titel und empfiehlt der Synode einzelne Bücher zur Unterstützung, wobei rund die Hälfte des gesprochenen Geldes an Bücher aus anderen Verlagen geht.

BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER

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