Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Können Sie sich ein Fussballspiel vorstellen, bei dem das stärkere Team unfair spielen und die Regeln brechen darf? Diese rhetorische Frage leitet die Kampagne des Schweizerischen Arbeiterhilfswerkes SAH «Anstoss – Keine Ausbeutung bei der Fussball-WM» ein. Im Rahmen dieser Kampagne hat das SAH 13 715 Unterschriften für eine Petition gesammelt, die verlangt, dass sich die FIFA bei kommenden Weltmeisterschaften für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt. In Südafrika hat sie dies einmal mehr verpasst.
Die Fussballweltmeisterschaft weckte in Südafrika, wo 20 Millionen Menschen in Armut leben, grosse Hoffnungen. Viele wollten sich vom Kuchen der rund 33 Milliarden Rand – ca. 4,5 Mia. Franken – etwas abschneiden, die an Investitionen getätigt wurden, um den WM-Besuchern das Land von seiner besten Seite zu zeigen. Gelungen ist es nur wenigen und für zahlreiche wurde der Traum zum Alptraum: für die Arbeiter, die auf den WM-Baustellen für einen Hungerlohn schufteten, für die Stras­senverkäuferinnen, die vertrieben und damit ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden und erst recht für die Bewohner von Armenvierteln, die zwangsweise umsiedeln mussten. Laut der britischen Tageszeitung «The Guardian» beklagen sich viele, die in so genannte TRAs, «temporary relocation areas», abgeschoben wurden, die dortigen Zustände seien schlimmer als zu Zeiten der Apartheid. Für die FIFA jedoch wird sich auch diese WM auszahlen. Sie prognostiziert einen Gewinn von zwei Milliarden Franken. «Die FIFA hätte es in der Hand, in den Gastgeber­ländern der Weltmeisterschaften eine Besserung zu bewirken – indem sie in den Verträgen auf die Einhaltung der Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen und Existenz sichernde Mindestlöhne besteht», schreibt das SAH und fordert im Hinblick auf die WM 2014: Keine Ausbeutung, keine Vertreibungen und keine Einschränkung der Pressefreiheit! Bleibt zu hoffen, dass diese Forderungen in Brasilien gehört werden.

JUDITH HARDEGGER

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