Gute Arbeit
Seit 2008 ist die katholische Spitalseelsorge kantonal organisiert. «Mit dem neuen Konzept der Spital- und Klinikseelsorge sollen die Seelsorgenden möglichst integriert in die Abläufe der Spitäler arbeiten», sagt Urs Länzlinger, Leiter der Dienststelle «Spital- und Klinikseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich». Dank der kantonalen Organisation könnten Ressourcen gebündelt und gemeinsam genützt werden, und die Seelsorgenden würden von den Spitalleitungen sehr geschätzt. Um die Arbeit nach dem neuen Konzept zu überprüfen, hat der Synodalrat bei einem externen Institut eine Evaluationsstudie in Auftrag gegeben. Diese stellt der Spitalseelsorge ein gutes Zeugnis aus. Die Umsetzung des Konzeptes sei weitgehend gelungen.
Zu den wichtigsten Zukunftstrends zählen gemäss der Studie die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen, genannt «Palliative Care», der wachsende Anteil an älteren Menschen und einschneidende ÂUmstrukturierungen in den Spitälern. Mit der vor kurzem lancierten Fachkommission «Seelsorge in Palliative Care» sei die Dienststelle gut gerüstet, so die Evaluation. Die Macher der Studie empfehlen zudem, für den ganzen Kanton Zürich einen Priesterpikettdienst einzurichten. Die gute Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal sei weiterzuführen und jene mit der Ärzteschaft zu verbessern.
Die Zufriedenheit der Spitalseelsorgenden ist laut der Studie hoch, auch wenn die Belastung durch administrative Aufgaben klar zugenommen hat. Werden die Leistungen der Spitalseelsorge verstärkt in der Öffentlichkeit bekannt, so wirke sich das positiv auf das Bild der katholischen Kirche aus, heisst es in der Evaluation weiter.
Hochgerechnet auf ein Jahr werden rund 62 000 Gespräche geführt; 90 % davon haben seelsorgerlichen Charakter. Drei Viertel der Gespräche finden mit katholischen Patientinnen und Patienten statt, jedes siebte mit Menschen einer anderen oder ohne Konfession. Hinzu kommen Gespräche mit Angehörigen, dem Spitalpersonal und mit Freiwilligen. Gut 550 Spitalgottesdienste, 800 Sterbebegleitungen (Palliative Care), 1200 Begleitungen in akuten Krisensituationen und über 300 Piketteinsätze runden das Bild ab.
BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER