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Sie sind hier: Startseite Archiv 2010 forum Nr. 14, 2010 Die Friedensstifterin
Elisabeth von Portugal - 4. Juli

Die Friedensstifterin

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Die Heilige Elisabeth von Portugal wurde 1271 als Isabella von Aragón im spanischen Saragossa geboren. Sie war die Tochter von König Peter III. von Aragón und Konstanze von Navarra und eine Grossnichte der heiligen Elisabeth von Thüringen. Von jener, so heisst es, habe sie nicht nur den Namen, sondern auch die Liebe zu den Armen und Kranken sowie den Wunsch nach Gotteshingabe geerbt. In der Tat gingen beide Frauen einen ähnlichen Lebensweg, nämlich weg von Hof und Krone hin zum Ordensleben. Elisabeth von Portugal war dies allerdings erst spät in ihrem Leben möglich.
Obwohl sie laut Heiligenlegende schon als Kind ein gottgefälliges Leben führte, sich um Leidende kümmerte, den höfischen Prunk ablehnte und später keusch und arm leben wollte, wurde sie mit zwölf Jahren König Dio­nysius von Portugal zur Frau gegeben. Dieser erlaubte ihr, auch als Königin ihren geistlichen Übungen und Wohltätigkeiten nachzugehen. Sie betete viel, fertigte Kleider für Bedürftige an und besuchte Kranke in den Spitälern. Es heisst auch, sie habe Mädchen, deren Unschuld wegen Armut in Gefahr stand, eine Aussteuer gegeben, damit diese heiraten konnten. In der Nähe ihres Palastes in Coimbra liess sie ein grosses Krankenhaus bauen und als im Land eine schwere Hungersnot ausbrach, verdankte ein Grossteil der Bevölkerung ihr das Leben. Diese Liebe und Hilfsbereitschaft habe Gott mit der Gabe des Wunderwirkens belohnt. Die Legende besagt: «Einst besuchte sie eine arme, kranke Frau, die mit Eiterbeulen ganz bedeckt war. Da kam ihr in den Sinn, aus Liebe zu Jesus die Kranke zu umarmen. Sie tat es und sogleich war die Kranke gesund. Ein andermal wollte sie Armen ein Almosen bringen, welches sie in ihrer Schürze verbarg. Da begegnete ihr ihr Gemahl, der König, und fragte sie, was sie da trage. Sie gab ihm zur Antwort: ‹Rosen›. Weil es aber nicht Zeit der Rosenblüte war, sagte ihr Gemahl: ‹Lasst sehen!› Sie öffnete lächelnd die Schürze und siehe, es schimmerten dem König die schönsten Rosen entgegen.» Aus diesem Grund wird Elisabeth von Portugal oft mit einer Schürze voller Rosen dargestellt.
Doch wie es sich für eine richtige Heilige gehört, blieben auch Elisabeth schwere Prüfungen nicht erspart. So musste sie zum Beispiel einen Ehemann ertragen, der es mit der Treue nicht besonders genau nahm. Sie aber war so gutmütig, dass sie sich nebst ­ihren eigenen zwei Kindern Alphons und Konstantina auch um diejenigen Kinder kümmerte, die der König mit anderen Frauen zeugte.
Ein weiterer Schicksalsschlag kam, als sich ihr Sohn gegen seinen eigenen Vater verschwor. Nur mit grössten Anstrengungen gelang es Elisabeth, zwischen den beiden zu vermitteln. Schon standen sich die Heere von Alphons und Dionysius auf dem Schlachtfeld gegenüber, da erreichte Elisabeth in letzter Minute eine Einigung. Auch den erbitterten Streit zwischen ihrem Bruder, dem König von Aragón, und ihrem Schwager, dem König von Kastilien, konnte sie dank Mut und Verhandlungsgeschick schlichten und so einen weiteren Krieg verhindern.
Als 1325 König Dionysius starb und Elisabeth somit an niemanden mehr gebunden war, beschloss sie, nun endlich für Gott allein zu leben. Sie trat einem Franziskaner-Konvent bei und lebte fortan in der Nähe des Klosters in Coimbra, das sie als Königin erbaut hatte.
Im Alter von 65 Jahren starb sie infolge eines heftigen Fiebers. Knapp 300 Jahre später wurde sie von Papst Urban VIII. heilig gesprochen. Noch heute tragen in Portugal viele Kirchen und Schulen den Namen «Rainha Santa Isabel» im Andenken an die grosse Friedensstifterin.

JUDITH HARDEGGER

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