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Sie sind hier: Startseite Archiv 2010 forum Nr. 13, 2010 Ethik für den Firmenalltag
Vereinigung Christlicher Unternehmer (VCU)

Ethik für den Firmenalltag

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Christliche Werte wie Respekt, gesellschaftliche und ökologische Verantwortung sowie Fairness ­werden in der Wirtschaft immer mehr gefordert. Deshalb bringt Präsident Karl Wolf frischen Wind und junge Unternehmende in die VCU.

«Für viele Unternehmer ist Ethik etwas ‹Schwammiges›, ein Begriff, über den viel diskutiert wird, der aber für ihren Firmenalltag nicht brauchbar ist», sagt Karl Wolf, seit einem Jahr Präsident der Zürcher Sektion der Vereinigung Christlicher Unternehmer VCU. Dabei seien ethische und christliche Werte wie Respekt, Verantwortung und Fairness gerade in Unternehmen heute aktueller denn je: «Die Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt es uns mehr als deutlich», ist der Direktor einer mittelgrossen Logistik-Firma  überzeugt. Deshalb hat er vor einem Jahr die Herausforderung, die in die Jahre geratene VCU zu präsidieren, gerne angenommen. Die Vereinigung Christlicher Unternehmer der Schweiz wurde immerhin 1949 gegründet und man sagte Wolf, diese sei «ein wenig überlebt». Der rührige Unternehmer, der auch im Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich sitzt, liess sich davon nicht beirren: «So etwas darf man nicht einfach sterben lassen», hat er sich gesagt und mit Elan die Arbeit aufgenommen. Sechs neue Mitglieder hat er im vergangenen Jahr bereits gewonnen. Man muss nicht bereits gestandener Unternehmer oder Unternehmerin sein, um Mitglied werden zu können: «Mit 25 ist man noch nicht in einer Führungsposition, sollte sich aber durchaus mit Fragen der Werte und der Ethik in der Wirtschaft beschäftigen.» Auch sollen vermehrt Gewerbler angesprochen werden. «Bis anhin haben sich eher höherer Kader in der VCU engagiert, doch die Basis muss verbreitert werden», sagt Wolf. 55 Mitglieder hat nun die Zürcher Sektion, Tendenz steigend. «Ich möchte die VCU mit anderen, ähnlichen Vereinigungen vernetzen, zum Beispiel mit dem Bund katholischer Unternehmer in Deutschland», sagt er. Zudem will er sowohl gesellschaftlich interessante Anlässe wie auch Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten. So trafen sich die Zürcher Mitglieder unlängst in der Kaffeerösterei Illy in Thalwil und liessen sich von VCU-Mitglied Riccardo Seitz erklären, wo die Kaffeebohnen herkommen, wie sie gepflegt, gelagert, verschifft und schlussendlich in Thalwil auf ihre Qualität geprüft, geröstet, zu Kaffee verarbeitet und verpackt werden. Degustation inbegriffen!

FIRMEN TRAGEN VERANTWORTUNG
Als Nächstes steht eine Tagung in Zusammenarbeit mit der Paulus-Akademie Zürich PAZ an, zu der nicht nur VCU-Mitglieder, sondern möglichst viele andere Unternehmende und wirtschaftlich Interessierte eingeladen sind: «Unternehmerischer Einsatz für Mensch und Umwelt» heisst der Titel, um «Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette» soll es gehen. « ‹Nachhaltigkeit› oder ‹Corporate Social Responsibility› dürfen heutzutage in keinem Geschäftsbericht börsenkotierter Unternehmen fehlen», sagt Wolf. Die Tagung gehe der Frage nach, ob diese Begriffe als eine blosse Imagepflege verwendet werden oder eine ernsthafte unternehmerische Verpflichtung ausdrücken. «Drei namhafte Unternehmer bzw. Firmenvertreter der Tourismus-, Investitionsgüter- und Nahrungsmittelbranche stellen uns ihr jeweiliges Verantwortungskonzept vor und erläutern, wie diese Konzepte auch ihre Unternehmensstrategien prägen», freut sich Wolf. «Die Tagung soll dazu anregen, die Sozial- und Ökologieverträglichkeit als unternehmerische Aufgabe und Chance zu verstehen», betont er.
«Älter werden in Unternehmen» ist ein weiteres Thema, das Wolf beschäftigt. Auch die Auswirkungen der Finanzkrise auf einzelne Unternehmen möchte er näher anschauen sowie die Zukunft der Pensionskassen. «Als Vereinigung Christlicher Unternehmer sollten wir auch Stellungnahmen zu aktuellen wirtschaftlichen Themen abgeben», findet Karl Wolf, der auch Seminare zu Kommunikation, Konfliktbewältigung und interkultureller Kompetenz anbietet. Die VCU hat zudem seit 1968 ein Hilfswerk, die Stiftung Offene Hand «Swisshand». Sie fördert die Solidarität mit der Dritten Welt durch Förderung von Eigenverantwortung und Unternehmergeist vor Ort. «Wir arbeiten mit Mikro-Krediten und unterstützen insbesondere Frauen in ihren unternehmerischen Aktivitäten», sagt Wolf.

BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER

Unternehmerischer Einsatz für Mensch und Umwelt
26. Juni, 11 – 16 Uhr, Klostergut Paradies, 8252 Schlatt. Verantwortungskonzepte verschiedener Unternehmer, Führung durch die Eisenbibliothek der Georg Fischer AG.
Anmeldung: www.paulus-akademie.ch, Telefon 043 336 70 42, eva.lipp-zimmermann@paulus-akademie.ch

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Ethische Werte ­sollen eine unternehmerische ­Verpflichtung werden, findet VCU-­Präsident Karl Wolf. FOTO: BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER
Ethische Werte ­sollen eine unternehmerische ­Verpflichtung werden, findet VCU-­Präsident Karl Wolf. FOTO: BEATRIX LEDERGERBER-BAUMER