Zukunftswerkstätten
Fast die Hälfte aller 96 Zürcher Pfarreien hat eine Zukunftswerkstatt durchgeführt. Parallel fanden kantonale Werkstätten statt, die sich den Themen Spiritualität, Diakonie, Jugend und Ökumene widmeten. Die Ergebnisse all dieser Werkstätten – über 80 Anliegen – wurden Bischof Vitus Huonder sowie dem damaligen Generalvikar von Zürich, Weihbischof Paul Vollmar, übergeben. Eine bischöfliche und eine kantonale Projektgruppe haben darauf diese Anliegen beraten und Umsetzungsvorschläge erarbeitet.
Das kirchlich angespannte Klima drückte sich in vielen Werkstätten aus: «Nicht vor das 2. Vatikanische Konzil zurück», «Ein Bischof, der verbindet und nicht polarisiert», oder auch «Kirche, die lebt, was sie lehrt», wurde geäussert. In den Projektgruppen wuchs die Erkenntnis, dass etliche Anliegen nicht mit Umsetzungsvorschlägen zu bewältigen sind. Viel bedeutsamer wurden die Gespräche. Dabei erwies sich Bischof Huonder, der an allen 16 Sitzungen der bischöflichen Projektgruppe anwesend war, als ein interessierter Gesprächspartner. Er griff auch die Idee auf, ein Symposion zum Thema «Gemeindeleitung durch Laien» zu veranstalten oder «Grundsätze zur Gesprächskultur im Bistum Chur» herauszugeben. Über deren Effizienz gehen die Meinungen allerdings weit auseinander.
In den Projektgruppen wurde auch immer wieder erlebt: viele Anliegen, Wünsche, Sehnsüchte sind hier und da schon umgesetzt, aber noch nicht über Pfarreigrenzen hinaus bekannt.
An der Abschlussveranstaltung vom 5. Juni soll es nicht nur um die Umsetzungsvorschläge aus den Projektgruppen gehen, sondern um das Gespräch zwischen «Hierarchie und Basis». Was soll nun konkret optimiert oder auch renoviert werden? Diese Frage gilt nicht nur der Kirchenleitung, vertreten in Bischof Vitus Huonder, Generalvikar Josef Annen und Weihbischof Marian Eleganti. Sie gilt ebenso den Verantwortlichen in Pfarreien und Kirchgemeinden, in Dienst- und Fachstellen sowie in weiteren kirchlichen Einrichtungen.
RUDOLF VÖGELE
Werkstätten Zukunft Zürich, Abschlussveranstaltung, 5. Juni 2010, 9 – 14 Uhr, Pfarreizentrum Liebfrauen, Zürich, www.zh.kath.ch