Die Prävention
Unbezahlte Handy-Rechnungen, Leasing, ungedeckte Kreditkarten, überzogene Bankkonten – immer mehr Menschen verschulden sich. Nicht nur Erwachsene, zunehmend auch Jugendliche. Die Sozialberatung der Caritas Zürich setzt deshalb auf Prävention. Drei Schuldenberaterinnen erteilen Kurse für Eltern, Schülerinnen und Schüler der Oberstufen, für Arbeitslose und neu auch im Rahmen des Projektes schulstart+ für Migrantinnen und Migranten. «Wir thematisieren dabei Geld, Budget und Schulden und die Prozesse darum herum. Es kommen aber auch Themen wie Kaufsucht, Kaufrausch, Gruppendruck und Identität zur Sprache», erklärt Sozialarbeiterin Anna Suppa. «Die Präventionsarbeit umfasst also Information und gleichzeitig Wertevermittlung.»
Der Umgang mit den Finanzen sei heute schwieriger als noch vor einigen Jahren, ergänzt ihre Kollegin Susanna Denzler: «Die Versuchungen sind grösser, die Schuldenfallen zahlreicher geworden. Umso wichtiger ist es, möglichst früh – zum Beispiel mit dem Sackgeld – zu lernen, das vorhandene Geld richtig einzuteilen.»
Der Umgang mit Geld müsse Teil der ÂErziehung und Schulbildung sein, sind die Âbeiden Caritas-Mitarbeiterinnen überzeugt. «Wenn Kinder ohne Verstellung von Geld, Einkommen und fixen Lebenskosten aufwachsen, ist das Risiko relativ gross, dass sie sich als Jugendliche mit dem ersten Lohn verschätzen, weil das Bewusstsein für die Wichtigkeit der laufenden finanziellen Verpflichtungen noch nicht da ist», sagt Anna Suppa.
Neuerdings bietet Caritas Zürich auch ein Coaching für Jugendliche an, welche dann ihrerseits ihr Wissen über Budget und Schuldenfallen an Gleichaltrige weitergeben. In der Pubertät werden Ratschläge von Kolleginnen und Kollegen meist leichter angenommen als von Erwachsenen.
Das Echo auf die Präventionskurse sei gut, erklärt Caritas Zürich. «Kein Wunder», meint Susanna Denzler: «Das Thema Geld betrifft alle.»
PIA STADLER