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Gretchenfrage
Pater Robert Bürcher ist seit 1981 Rektor der Stiftsschule Engelberg. Seine Antwort auf einige zentrale Stichworte:
ELITESCHULE «Ich bin überzeugt, dass die Stiftsschule Engelberg eine gute Schule ist. Ich bin jedoch skeptisch gegenüber dem Begriff der Elite. Ich möchte nicht zu viel versprechen, da sonst die Erwartungen der Eltern zu hoch geschraubt werden. Unser Anliegen ist es, ein breites Spektrum von Ausbildung und Bildung zu geben. Und das auch qualifiziert und gut. Klar, wir möchten schon etwas über dem Durchschnitt liegen.»
SCHULKOSTEN «Weil wir heute aufgrund des mangelnden Nachwuchses der Klostergemeinschaft immer mehr Lehrer entlöhnen müssen, kostet es tatsächlich so viel. 30 000 Franken pro Schuljahr für Schule und Pension. Zum Glück gibt es seit 2002 die Gertrud von Speyr-Stiftung. Sie unterstützt ungefähr ein Drittel aller internen Schüler, indem sie bis zu zwei Dritteln der Kosten übernimmt. Schickt eine Familie mehrere Kinder ins Internat, gibt es zudem Preisreduktionen.»
MOTIVATION «Es gibt einerseits Eltern, deren Kinder Mühe mit dem Übergang von einer behüteten, kleinen Primarschule zu einer Kantonsschule haben. Ein weiterer Grund, der heute Eltern dazu bewegt, ihre Kinder ins Internat zu schicken, sind die prekären Familienverhältnisse. Eine dritte Kategorie bilden Eltern, die ihrem Kind wirklich eine gute Ausbildung geben möchten. Dazu gehören auch Leute, die ein christliches Umfeld suchen.»
RELIGION «Eltern fragen oft: Ist Religion wichtig? Ich glaube, sie wollen wissen, ob man katholisch sein muss. Ich sage ihnen jeweils, dass Religion, nicht unbedingt die Konfession, für uns wichtig sei. Dabei weise ich auf gewisse Eckpunkte hin: So beginnen wir im Internat den Tag mit einem Morgengebet. Es gibt ein Tischgebet und ein Abendgebet. Am Sonntag besucht man gemeinsam den Gottesdienst in der Kirche. Dann führen wir auch Besinnungstage durch. Wenn sich jemand generell dagegen sperrt, soll er eine andere Schule wählen. Die Lehrerschaft verpflichtet sich im Anstellungsvertrag, das christliche Selbstverständnis und die damit verbundene Ausrichtung der Schule mitzutragen.»