Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2007 forum Nr. 7, 2007 Liebe Leserin, Lieber Leser
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Liebe Leserin, Lieber Leser

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Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antidepressiva, Hustensirup – der Griff in den Medikamentenschrank ist uns so selbstverständlich, dass wir kaum je daran denken, was es alles braucht, bis ein neues Arzneimittel auf den Markt kommt. Damit Medikamente vom schweizerischen Heilmittelgesetz zugelassen werden, müssen sie eine ganze Reihe von Tests durchlaufen, zunächst an Zellkulturen oder Versuchstieren, später an freiwilligen Testpersonen. Doch nicht nur für Medikamente braucht es die Forschung am Menschen. Auch Diagnoseverfahren beispielsweise müssen vor ihrer regulären Anwendung geprüft werden.
Wir Schweizerinnen und Schweizer halten uns gerne für politisch „up to date“, doch immer wieder zeigt es sich, dass unsere Nachbarländer in gewissen Sachverhalten viel weiter sind als wir. So auch punkto gesetzlicher Regelung der Forschung am Menschen. Momentan wird bei uns fieberhaft daran gearbeitet, diese Gesetzeslücke zu schliessen. Eben ist der 49 Seiten starke Vernehmlassungsbericht zu den Vorentwürfen einer Verfassungsbestimmung und eines Bundesgesetzes über die Forschung am Menschen erschienen. Bis im Sommer will der Bundesrat den revidierten Verfassungsartikel vorlegen. Das eigentliche Humanforschungsgesetz wird allerdings noch einige Zeit auf sich warten lassen. Vor 2010 sei mit dessen Inkrafttreten nicht zu rechnen, heisst es. Die Sache ist auch ziemlich kompliziert. Da gibt es Forschung mit und ohne direkten Nutzen für die Betroffenen, Forschung mit mündigen, aber auch solche mit urteilsunfähigen Personen, Forschung an Schwangeren, Embryonen und klinisch Toten und bei all dem soll die Menschenwürde ebenso wie die Forschungsfreiheit garantiert werden. Es kann also nicht schaden, sich frühzeitig mit dieser vielschichtigen Diskussion vertraut zu machen, werden wir doch auch über dieses Gesetz dereinst abstimmen müssen.

JUDITH HARDEGGER

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Judith Hardegger