Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2007 forum Nr. 7, 2007 ABRAHAMS OPFER
KLEINES 1x1 DER LITURGIE

ABRAHAMS OPFER

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Sie finden auch, dass die Lesung von der Erprobung Abrahams (Gen 22,1–18) in der Osternacht unzumutbar ist? Zu Recht, denn der Text stösst und verstört. Wenig tröstlich, dass er schon in den ältesten Leseordnungen steht. Denn wer versetzt sich nicht in den armen Isaak?! Doch der steht gar nicht im Zentrum: Abraham und Gott handeln – nicht Isaak! Wird Abraham diesmal Gott verraten, nachdem er vorher schon seine Frauen Sara und Hagar preisgab? Abrahams stärkstes Band gegenüber Gott ist die Verheissung eines Sohnes und vieler Nachkommen. Wird er an Gottes Treue und Verheissung festhalten, wenn dieser den Sohn fordert? Wird er glauben, dass Gott auch noch in dieser Situation rettet und hilft? Abraham verrät Gottes Verheissung nicht, er besteht die Probe. „Er verliess sich darauf, dass Gott … Macht hat, Tote zum Leben zu erwecken“, so wird im Hebräerbrief (11,19) dieser Glaube gedeutet. Segen als reiche Fülle an Nachkommen wird ihm noch einmal verheissen.
Gott hat Macht, Tote zu erwecken: Das ist die entscheidende Botschaft der Osternacht. Er ist vertrauenswürdig, hält seine Treue durch und gibt die Toten nicht der Unterwelt preis (Antwortpsalm zu Genesis 22). Das gilt für Abraham und Isaak und ihre Nachkommen ebenso wie für den Auferstandenen. Im österlichen Geheimnis, der Auferweckung Jesu, liegt wieder ein Segen: für die Gläubigen, die durch die Taufe Anteil an Tod und Auferstehung Jesu erhalten. Das Vertrauen auf Gott ist das Thema dieser Lesung – einst und heute: als Glaube, dass er Tote zum Leben erweckt.

GUNDA BRÜSKE, LITURGISCHES INSTITUT

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