„Jesus’ Christmas Party“
Theater spielen in der Kirche hat eine lange Tradition. Man denke etwa an die fahrenden Schauspielerinnen und Schauspieler, welche im Mittelalter auf den Marktplätzen Osterspiele aufführten. Vielfach hat man seither versucht, die Botschaft vom Reich Gottes statt zu erzählen auch zu spielen.
Es gibt auch heute noch immer gute Gründe, in Pfarreien Theater zu spielen:
Erstens fordert Theaterspielen den ganzen Menschen. Anders als bei einem Filmprojekt, wo irgendwann der Film auf DVD gebrannt ist, muss hier eine ganze Geschichte immer wieder live gespielt werden. Das ermöglicht Kindern und Erwachsenen in unserer Konsumgesellschaft, wo man Kultur kauft, wichtige Lernprozesse. Neben der Erfahrung von Auswendiglernen, Lampenfieber, Bühnenerfolg sind das auch Mitgestaltendürfen, Teamwork und Improvisieren.
Zweitens braucht, wer ein Theaterprojekt erarbeitet, Menschen. So machen in diesem Weihnachtstheater auch vier Musikerinnen und Musiker, eine Tanzgruppe polnischer Kinder, einige erwachsene Statistinnen und viele Helfende aus der Pfarrei mit. Einer Kirche, die oft als textlastig wahrgenommen wird, tut es gut, für einmal auch praktische und kreative Fähigkeiten von Menschen schätzen zu lernen.
Drittens brauchen Theaterproben Räume und Requisiten – und davon gibt es in vielen Pfarreien mehr als genug. Es bekommt der Kirche, wenn ab und zu leibhaftige Hirten mit Schaf und Hund hereinstürmen.
Und schliesslich wird auch die Botschaft auf sehr interessante Weise beleuchtet. Wozu brauchen Fremde ein Visum fürs Hotel? Warum kommen die drei Königinnen eigentlich nach Bethlehem? Ist es Neugier – oder Sensationslust?
Sehen Sie selbst: am 23. Dezember, 17.00 Uhr, in der Kirche St. Felix und Regula, Hardstrasse 76, 8004 Zürich.
BEATRICE MOCK
Beatrice Mock ist Jugendarbeiterin in der Pfarrei St. Felix und Regula, sowie Theaterpädagogin in Ausbildung bei Till Theaterpädagogik in Kooperation mit der Zürcher Hochschule der Künste.