Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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KLEINES 1x1 DER LITURGIE

KYRIE

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Der Gottesdienst der christlichen Gemeinde lebt von der Gegenwart des Auferstandenen. Gedenkend verkündet die versammelte Gemeinde Wort und Werk Christi, weil er selbst dafür einsteht, dass das aus der Vergangenheit Herauftönende als rettende Gegenwart gehört und vollzogen werden kann. Alles liturgische Handeln geschieht nicht aus eigener Mächtigkeit, sondern aus der Anerkennung des seit Ostern beim Vater Erhöhten und der Herrschaft seiner Barmherzigkeit, die machtvoll in die Wirklichkeit drängt. Daraus lebt die Gemeinde immer neu. So versammelt sie sich in seinem Namen – und nicht im eigenen –, wissend, dass er dann seine Gegenwart schenkt: „Wenn zwei oder drei in meinem Namen, versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20). Im Ruf „Herr, erbarme dich, Kyrie eleison“ wird die rettende Herrschaft des Erhöhten ausdrücklich anerkannt – und seine Gegenwart für die hier und jetzt versammelte Gemeinde. Das ist ein Grundakt, der alles weitere gottesdienstliche Geschehen bestimmt. Die Anrufung des Herrn ist deshalb weniger flehentliche Bitte als feierliche Proklamation. Sie bringt die Urerfahrung der nachösterlichen Gemeinde auf den Punkt – und ihr Bekenntnis: „Jesus ist der Herr“ (z.B. Röm 10,9) – über alle Mächte des Todes. Wer ihn so als seinen Herrn anruft, ist ins Leben hinübergegangen.

MARTIN BRÜSKE,
LITURGISCHES INSTITUT

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