Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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3. Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV3)

Spotlights auf Sibiu

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„Das Licht Christi scheint auf alle“, lautete das Motto der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung vom 4. bis 9. September in Rumänien.

Spotlight 1: Es gelang Sibiu sehr gut, die zweieinhalbtausend europäischen Gäste zu beherbergen, und dies ist beeindruckend. Nach wie vor ist Rumänien als Land des europäischen Ostens von seiner Geschichte gezeichnet. Und es wurde nicht gegeizt: Zweimal am Tag gab es Fleisch – und dann nicht wenig. Ausser am Freitag, der wurde streng als Abstinenztag begangen – was sehr willkommen war.
Spotlight 2: Eine solche Versammlung relativiert ungemein; jeglicher Absolutheitsanspruch welcher Kirche auch immer löste sich allein durch die Anwesenheit der anderen Kirchen auf. Und es liess sich erahnen, dass man Einheit wohl nicht aufgrund theologischer Diskussionen bewerkstelligt.
Spotlight 3: Man kann etwas tun. Neben Gerechtigkeit und Frieden gehört die Bewahrung der Schöpfung seit der ersten Versammlung in Basel zu den grundlegenden Themen. Es bestand in Sibiu die Möglichkeit, für die Umweltbelastung, die durch die Flugreise entstand, eine Ausgleichszahlung zu tätigen und damit die Aufforstung eines Eichenwaldes zu unterstützen.

Die Teilnahme an der EÖV3 bestand vor allem im Zuhören. Aber auch wenn zu viel gesprochen wurde und die Frauen unter den offiziell Sprechenden massiv untervertreten waren (warum liessen sich die Kirchen der Reformation nicht durch mehr Frauen vertreten?) – einige Voten waren doch bemerkenswert:

„Eine ökumenische Versammlung lässt das göttliche Licht des Geistes durchscheinen, von dem sie bewohnt und verklärt wird. […] Hier in Sibiu […] versammelt sich die eine Kirche des Herrn.“ KARDINAL DIONIGI TETTAMANZI, ERZBISCHOF VON MAILAND

„Obwohl auf dem einen gemeinsamen Fundament Jesus Christus leben wir in getrennten Kirchen. Wir tun das gegen den Willen und gegen den Auftrag Jesu. Die Spaltungen zwischen uns […] sind Widerspruch zum Willen Jesu und damit Ausdruck von Sünde; sie sind Versagen vor unserer geschichtlichen Aufgabe, das Licht Jesu allen Menschen zu bezeugen und gemeinsam einzutreten für die Einheit und den Frieden unter allen Menschen.“ KARDINAL WALTER KASPER, PRÄSIDENT DES PÄPSTLICHEN RATES FÜR DIE EINHEIT DER CHRISTEN

„Der Dichter Paul Valéry […] definierte
den europäischen Geist als Ergebnis eines dreifachen Erbes, das sich in der Triade „Athen, Rom und Jerusalem“ zusammenfassen lässt, d.h. der Philosophie, des Rechts und der Religion. Die Triade von Verstand, Gesetz und Moral, die gemeinsam den Ursprung dessen bilden, was wir heute als europäische Zivilisation und Kultur bezeichnen.“ JOSÉ MANUEL BARROSO, PRÄSIDENT DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION

„Wenn ich in der Welt unterwegs bin, stosse ich auf Erwartungen, die an Europa gerichtet sind. Ist das nicht eine Berufung? Zweimal ist im 20. Jahrhundert der europäische Krieg zum Weltkrieg geworden. Der europäische Friede kann in der Welt ansteckend sein.“  ANDREA RICCARDI, GEMEINSCHAFT SANT’EGIDIO

ALEXANDRA DOSCH

Am Samstag, 24. November 2007, findet in Zürich ein Nachfolgetreffen der Schweizer Delegation statt. Dabei werden die Konsequenzen der EÖV3 für die Ökumene in der Schweiz herausgearbeitet.

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