Einmal Himmel und zurück
Im Mittelpunkt des Treffens, das zum ersten Mal im Kanton Zürich stattfand, standen verschiedenste Ateliers, welche die Jugendlichen besuchen konnten: Das Angebot, von dem rege Gebrauch gemacht wurde, erstreckte sich vom Improvisationstheater, verschiedenen Tanzateliers oder Minigolfen über verschiedene kreative Angebote bis hin zu meditativen Oasen, Gesprächen mit zwei Ordensleuten über das Klosterleben und einem interaktiven Bibelquiz. Grosse Anziehungskraft übte die Möglichkeit aus, sich vom Kirchturm aus schwindelnder Höhe abseilen zu lassen („Einmal Himmel und zurück“). „Jugendliche sind eine anspruchsvolle und kritische Klientel, die Raum braut innerhalb der Kirche, um ihre Art von Glauben leben zu können. Gibt die Kirche den Jugendlichen diesen Raum nicht, wird der Graben schnell einmal zu gross zwischen den Jugendlichen und der offiziellen Kirche, die in Gefahr gerät, diese für immer zu verlieren“, erklärte Matthias Müller von der Jugendkirche Zürich.
BISCHOFS-TALK
Ein Höhepunkt des abwechslungsreichen Tages war sicher der Bischofs-Talk. Da der amtierende Bischof Vitus Huonder in Rom weilte, suchte der emeritierte Bischof Amédée Grab das Gespräch mit den Jugendlichen. In der angeregten Diskussion wurden nicht zuletzt auch kritische Themen zu Kirche und Religion angesprochen.
Den Abschluss des Tages bildete ein Gottesdienst, den Bischof Amédée und eine Liturgiegruppe mit den Jugendlichen feierten und an dem neben der Band „Norman Die“ auch die Rapperin Nanalee sowie eine Gruppe des Streetdance-Projekts „roundabout“ auftraten.
Das Bistumsjugendtreffen, organisiert unter der Federführung der Jugendseelsorge Zürich und der Arbeitsstelle Kirchliche Jugendarbeit Graubünden, war für viele Jugendliche ein besonderes Erlebnis. In bester Stimmung hatten sie einen Tag lang gemeinsam Kirche erlebt und sich mit dem eigenen Glauben und der Zukunft der Kirche auseinandergesetzt. Seitens des Organisationskomitees war es dabei ein besonderes Anliegen, das Bistumsjugendtreffen so zu gestalten, dass es sowohl kirchennahe als auch kirchenferne Jugendliche ansprechen konnte. „Die gute Atmosphäre während des Tages sowie zahlreiche schriftliche Rückmeldungen der Jugendlichen haben uns gezeigt, dass wir dies erreicht haben“, sagt Monika Dillier von der Jugendseelsorge Zürich. So schrieb beispielsweise eine 15-jährige Teilnehmerin: „Toll fand ich die grosse Auswahl an Ateliers und die vielen tollen Leute von verschiedenen Orten, die heute zusammengetroffen sind. Es war ein spezieller Anlass, an den man sich gerne erinnern wird.“
Wann das nächste Jugendtreffen im Bistum Chur stattfinden wird, ist momentan noch offen, aus den Auswertungen geht jedenfalls hervor, dass viele der diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerne wiederkommen würden.
MAGNUS LEIBUNDGUT/KIPA