Kurswechsel
Ende September hat Matthias Müller als Kommunikationsbeauftragter die katholische Jugendkirche Zürich verlassen. Nach wie vor ist man auch auf der Suche nach einem neuen Standort. Markus Holzmann, stellvertretender Leiter der Jugendseelsorge Zürich, will nicht von einer Bruchlandung sprechen. Das Projekt „Jugendkirche“ sei für alle Neuland. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen gebe es jetzt aber eine neue Struktur: Das Projekt wird von der Jugendseelsorge losgelöst und eine Kommission übernimmt die Personalführung. Die inhaltliche Leitung wird künftig nicht mehr bei einem Team, sondern bei einer Person liegen.
Die Turbulenzen bei der Jugendkirche nehmen kein Ende: Im Mai wurde bekannt, dass die Jugendkirche einen neuen Standort sucht. Aus denkmalpflegerischen Gründen könne der Kirchenraum in der Zürcher Pfarrei Felix und Regula nicht, wie im Detailkonzept umrissen, verändert werden, hiess es in der Begründung. Ausserdem habe es zwischen der Pfarrei und dem Team der Jugendkirche unterschiedliche Auffassungen bezüglich Gestaltungsmöglichkeiten und Freiräumen für die Jugendkirche gegeben.
Seit dem Auszug aus der Pfarrei Felix und Regula sind nur noch die Büros in den Pfarreiräumlichkeiten untergebracht, die Veranstaltungen werden dezentral durchgeführt. Auf Anfrage bestätigt Müller, dass diese veränderten Projektbedingungen für ihn den Ausschlag gegeben haben, die Jugendkirche zu verlassen. Im Detail wolle er sich dazu aber nicht äussern.
KEINE DREIERLEITUNG MEHR
Wie geht es weiter? Laut Markus Holzmann von der Jugendseelsorge Zürich wird es ab Oktober bei der Jugendkirche Strukturänderungen geben. Holzmann: „Die Jugendkirche ist künftig nicht mehr in die Jugendseelsorge integriert, stattdessen wird eine Kommission gegründet. Dadurch sollen Probleme und Fragen schneller und flexibler gelöst werden. Die Kommission wird dann auch beraten, ob für Müller ein neuer Kommunikationsverantwortlicher angestellt wird.“
Laut Markus Holzmann wird sich die neue Kommission aus je einer Person vom Generalvikariat und von der Zentralkommission, jemandem vom Stadtverband, einem Mitglied des Jugendkircheteams und einer Vertretung von der Jugendseelsorge Zürich zusammensetzen.
Auch die Leitung der Jugendkirche wird neu besetzt. Das bisherige Dreierteam, zu dem nebst Matthias Müller auch Katrin Bächli und Oliver Wupper-Schweers gehörten, trug bisher gemeinsam die inhaltliche Verantwortung für das Projekt. „Für ein Team, das in dieser Zusammensetzung noch nie zusammengearbeitet hat, war dies eine Überforderung“, sagt Holzmann. Um dieses Problem zu lösen, wird künftig eine Person die Leitung des Teams übernehmen. Ob das Katrin Bächli oder Oliver Wupper-Schweers sein wird, steht noch nicht fest. Es könne auch eine ganz neue Person sein, sagt Holzmann.
Die Turbulenzen im ersten Betriebsjahr der Jugendkirche Zürich sind für Markus Holzmann normal: „Die Jugendkirche ist ein kreatives Projekt. Das bedeutet, dass man viel experimentieren muss. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir nicht wissen, wie die Jugendkirche in ein oder zwei Jahren aussehen wird.“
ROGER FUCHS, WWW.KATH.CH