3 Fragen an den neuen ZK-Präsidenten und an die neue Synodenpräsidentin
3 Fragen an den neuen ZK-Präsidenten
forum: Es ist bei der ZK-Wahl zu einer Kampfwahl gekommen. Wie interpretieren Sie das Ergebnis?
Benno Schnüriger: Der Begriff „Kampfwahl“ wurde von der Presse gesetzt. Es hatte einfach drei Kandidaten für das Präsidium, was in einem demokratischen Prozess ja keine aussergewöhnliche Ausgangslage ist. Das Resultat dann der Wahl interpretiere ich als den Wunsch nach Kontinuität. Am moderaten Stil aber in der konsequenten Darstellung des eigenen Standpunktes soll und wird sich nichts ändern.
Mit welchen Erwartungen gehen Sie an Ihr neues Amt heran?
Mit gemischten Gefühlen und Erwartungen. Ich habe grossen Respekt vor der Aufgabe, aber auch grosses Vertrauen in die Zentralkommission als Gremium. Meine konkreten Erwartungen gehen dahin, dass die Zentralkommission zusammen mit der Verwaltung ihre Schaffenskraft in den Dienst der katholischen Körperschaft, das heisst der Katholikinnen und Katholiken des Kantons Zürich, der einzelnen Kirchgemeinden und darüber hinaus für alle Menschen, die im Kanton Zürich wohnen, stellt. Wir alle müssen daran arbeiten, dass „Kirche“ als etwas Befreiendes und nicht als etwas Bedrohendes wahrgenommen wird.
Wo sehen Sie in der ersten Phase Ihres Präsidiums Ihre Hauptaufgabe?
Als Erstes das neue Team der Zentralkommission zu einer guten Aufgabenerledigung führen, als Zweites die bereits begonnenen Arbeiten weiterführen und als Drittes dann schauen, wo die neu zusammengesetzte Zentralkommission neue Akzente setzen will.
GESPRÄCH: THOMAS BINOTTO
3 Fragen an die neue Synodenpräsidentin
forum: Frau Weber, wie fühlen Sie sich als erste Synodenpräsidentin?
Margrit Weber-Keller: Bei mir haben sich grosse Freude und Erleichterung eingestellt, dass die Synodenmitglieder den Wunsch vieler Synodalen nach einem demokratischeren Wahlverfahren honoriert haben. Als politisch denkende Frau ist mir wichtig, dass die uns Frauen zustehenden Rechte ohne Hindernisse zugelassen und auch angewendet werden. Als Gemeinderätin von Wald lebte ich viele Jahre die politische Gleichstellung der Frauen. Darum freue ich mich, dass dieser Schritt jetzt auch im Parlament vom katholischen Zürich vollzogen wurde.
Sie haben sich mit 54 zu 37 Stimmen als „wilde“ Kandidatin gegen die einstige Synodenvizepräsidentin durchgesetzt.
Wie gehen Sie mit dieser Situation um?
Meine „wilde“ Kandidatur stiess vor allem beim vorbereitenden Gremium für diese Wahlen auf Unverständnis. Die Synode bekam eine echte Wahl von zwei Kandidatinnen mit ausgewiesenen Fähigkeiten und hat sich entschieden. Jetzt hoffe ich, dass meine Gegenkandidatin ihre grossen Sachkenntnisse weiterhin in unsere Synodenarbeit fliessen lässt, und ich freue mich, meine Fähigkeiten im Büro und als Synodenpräsidentin einbringen zu dürfen.
Wo werden Sie in Ihrer Arbeit die Schwerpunkte setzen?
Die Geschäftsordnung von 1985 hätte schon in der vergangenen Legislatur revidiert werden sollen. Dieses wichtige Arbeitspapier für die Gesamtsynode und die Kommissionen muss dringend den heutigen Gegebenheiten angepasst werden.
Pflichtenhefte und Arbeitspapiere für das Sekretariat und für die Kommissionen müssen angepasst werden. Das Reglement „Synode plus“ muss an die neue Geschäftsordnung angepasst werden.
Pendenzen sollten nach Priorität vorangetrieben werden. Sicher muss dabei auch das Wahlprozedere überprüft und verbessert werden.
Dabei sehe ich meine Position in der Form einer Schaltstelle: nämlich als Ansprechperson zwischen den Kommissionen und der Synode, zwischen den Synodensitzungen und dem Jahresbetrieb, auch zwischen der Synode und dem Sekretariat sowie als Ansprechperson für alle aus der Synode und von der Synode nach aussen.
GESPRÄCH: PIA STADLER