Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Liebe Leserin, Lieber Leser

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Die Zürcher Caritas-Woche 2007 steht unter dem Motto „Menschen Mut machen“.
Zwei Stichworte, die derzeit in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen aktuell sind, kommen einem da spontan in den Sinn: Empowerment und Mentoring. Kraftvolle Begriffe, die eine Verheissung in sich tragen: dereinst ein autonomeres Leben
mit mehr Handlungsspielraum führen zu können (Empowerment) und auf dem Weg dorthin begleitet und unterstützt zu werden (Mentoring).
Dass der Aufbruch zu neuen Ufern leichter gewünscht als getan ist, diese Erfahrung haben wohl die meisten Menschen
gemacht, die den Weg zur Caritas finden. In Einzelgesprächen oder im Rahmen eines Projektes werden die Ratsuchenden
bei der Caritas schrittweise befähigt, Lösungen für ihre Probleme zu finden, indem sie sich ihrer Fähigkeiten bewusst werden, eigene Kräfte entwickeln und ihre individuellen und kollektiven Ressourcen zu einer selbstbestimmten Lebensführung nutzen. In diesem oft langwierigen Prozess,
in dem neben Selbstwert steigernden Fortschritten auch Rückschritte zur Tagesordnung gehören, den Mut nicht zu verlieren, ist nicht immer einfach. Eine motivierende Mentorin, einen Mentor an der Seite zu haben, erleichtert vieles. Eine Person, die berät, wo fachliche oder soziale Kompetenzen gefragt sind, die hilft, Entscheide zu fällen, oder auch schon mal nützliche Kontakte knüpft. Kern des Mentorings – abgeleitet von Mentor, dem Hauslehrer des Telemachos, Sohn des Odysseus – ist die zwischenmenschliche Beziehung.
Im Idealfall ist es ein gegenseitiger Lernprozess, in dem es
nur Gewinner gibt.
Stärken entwickeln sich, wo Ohnmacht überwunden wird. Ohnmacht zu überwinden aber braucht Mut. Diesen vermittelt und beweist die Caritas – Mut zum Engagement.

PIA STADLER

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Pia Stadler