Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Waldtageslager in Stäfa

Zehn Jahre zusammen unterwegs

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Vom 16. bis 21. Juli fand in Stäfa das von der katholischen und reformierten Kirchgemeinde organisierte Waldtageslager statt. Über hundert Kinder erlebten eine spannende Woche.

    Bereits seit zehn Jahren existiert das Waldtageslager in Stäfa, das sich längst vom Geheimtipp zum beliebten Ereignis in den Sommerferien entwickelt hat. Dies war Grund genug, die Zahl zehn als Motto den fünf Tagen im Wald voranzustellen: Es bildeten sich zehn Gruppen mit jeweils gut zehn Kindern, die phantasievoll ihre eigenen Lagerstätten aufbauten. Im Sarasani, einem grossen Zelt aus Blachen, trafen sich täglich die verschiedenen Gruppen zum gemeinsamen Singen und Beten. Sinnigerweise waren die Zehn Gebote anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Waldtageslagers auch Teil der biblischen Geschichte, die den Kindern von den Katechetinnen erzählt wurde.
Damit die fünf- bis achtjährigen Kinder nicht verloren gingen im Wald, waren sie mit je nach Gruppe einheitlichen T-Shirts und Mützen ausgestattet. Die nach Tier- und Pflanzenarten benannten Gruppen (Uhus, Füchse, Gämsen, Fledermäuse etc.) waren tagsüber grösstenteils mit Anfeuern, Bauen der Lagerstätte und mit Spielen beschäftigt. Elisabeth Köng, Katechetin der reformierten Kirchgemeinde in Stäfa, erzählt über Sinn und Zweck des Waldtageslagers: „Den Kindern soll in erster Linie das Erleben der Natur im Wald ermöglicht werden. Wir zeigen ihnen, wie man achtsam mit Tieren und Pflanzen umgeht. Und dazu gehört auch, dem Wald Sorge zu tragen und ihn wieder aufgeräumt zu verlassen.“ Claudia Ammann, Projektmitarbeiterin der katholischen Pfarrei, zieht am letzten Tag des Lagers Bilanz: „Zu Unfällen und Verletzungen kam es in den fünf Tagen erstaunlicherweise kaum. Die grösste Gefahr geht von den kleinsten Bewohnern im Wald, den Zecken, aus.“ Die Kinder sind bezüglich dieser Gefahr gut aufgeklärt und schützen sich dementsprechend. Eine Gruppe hat die Flucht nach vorne angetreten und sich gleich mit „Zecken“ getauft.

DIE ÖKUMENE LEBT
Eine grosse Herausforderung bestand darin, die grosse Schar von Kindern in unwegsamem Gelände eine ganze Woche lang zu betreuen. Claudia Ammann: „Ohne die freiwilligen Hilfsleiterinnen und -leiter wäre eine solches Projekt kaum durchzuführen. Kommt hinzu, dass wir auch viele belastende Telefongespräche mit Eltern führen müssen, die sich über tausend Dinge Sorgen machen.“ Den Kindern macht die Woche im Wald sichtbar Spass, mit grossem Engagement wird gewerkt und gebaut, gesungen und gebetet. Zeichen für den grossen Erfolg des Waldtageslagers ist die Freude in ihren strahlenden Gesichtern. Unübersehbar kommt die Mischung von Natur- und Religionserlebnis gut an und entspricht offensichtlich einem grossen Bedürfnis der Kinder: Abenteuer erleben, sich im Wald austoben und gleichzeitig Geschichten über Jesus und Gott hören ist ein attraktives Programm, das viele in den Bann zieht. Kommt hinzu, dass dieses Projekt aufzeigt, dass die Ökumene lebt und auf Gemeindeebene bes-tens funktioniert. Unabhängig von den Debatten in den höheren Etagen der Kirchen, welche Kirche nun die anerkannte sei, führen die Katholiken und Reformierten in Stäfa Jahr für Jahr ein Projekt durch, das sich in der Gemeinde grosser Beliebtheit erfreut und bei den Kindern auf ein nachhaltiges Echo stösst.

MAGNUS LEIBUNDGUT

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Das nächste Waldtageslager in Stäfa findet wiedrum in der ersten Woche der Sommerschulferien 2008 statt.

www.waldtageslager.ch