Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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KLEINES 1x1 DER LITURGI

PATENE

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Wer bei Patene an den kleinen flachen Teller denkt, auf dem gerade mal für eine „Priesterhostie“ Platz ist und der wie ein Deckel auf den schmalen Kelch passt, muss bei der Wortbedeutung stutzig werden: Patene heisst übersetzt nämlich Schüssel! Bevor im 12. Jahrhundert die Hostien aufkamen, war das eucharistische Brot wirklich Brot. Entsprechend gross musste das dafür verwendete Gefäss sein. Mit zunehmender eucharistischer Ehrfurcht wurden die Hostien immer dünner und weisser und die Kommunion der Gläubigen seltener, bis dahin, dass gar nur noch ausserhalb der Messe kommuniziert wurde. In den meisten Messen konsekrierte der Priester nur eine Hostie und wenig Wein: für sich allein. Das erklärt die Schrumpfform der Teller-Patene, wie sie bis 1970 vorgeschrieben war. Für die Kommunionfeier wurden aus dem kelchähnlichen Ziborium die Hostien gereicht, die in einer früheren Messe konsekriert wurden. Der Bezug von Kommunion zur Feier der Messe war somit stark abstrahiert.
Wenn wir heute Brot und Wein zum Altar bringen, ist diese Engführung weitgehend überwunden: In edler Schale liegt das eine Brot, Leib Christi für die ganze Feiergemeinde, weshalb wenigstens eine grosse Hostie dabei sein sollte. Die Patene der ordentlichen Form der Messe ist also die Hostienschale, die das Brot für alle birgt.

PETER SPICHTIG OP, LITURGISCHES INSTITUT

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