Impulse für die Kirche Schweiz
Alois Sustar wurde am 14. November 1920 in Trebnje (Erzdiözese Ljubljana) geboren. Er studierte zuerst in Ljubljana und nach der Okkupation seiner Heimat durch die Achsenmächte im römischen Exil Philosophie und Theologie. In Rom wurde er am 27. Oktober 1946 zum Priester geweiht. Im Jahr 1947 siedelte er aus gesundheitlichen Gründen in die Schweiz über, zunächst für einen längeren Kuraufenthalt in Davos. Später wurde er Priester der Diözese Chur.
Sustar wirkte zuerst als Vikar in St. Moritz, dann als Professor und Kaplan am Kollegium in Schwyz. Nach einer Lehrtätigkeit als Moraltheologe am Seminar St. Luzi in Chur, die er 1963 aufgenommen hatte und wo er ab 1965 auch Regens war, wurde Sustar 1968 von Bischof Vonderach zum Bischofsvikar bestellt. Sustar war massgeblich an der Errichtung der theologischen Hochschule beteiligt.
1971 wurde er zum Sekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) ernannt. In seine Amtszeit, die 1976 endete, fiel auch die Vorbereitung und Durchführung des ersten Symposiums der europäischen Bischöfe in Chur. Auch als Präsident des Präsidiums der Synode 72 und als Pressereferent der Schweizer Bischofskonferenz blieb er in nachhaltiger und guter Erinnerung.
1977 wurde Sustar in seine Heimat zurückberufen und in das Domkapitel von Ljubljana aufgenommen. 1980 folgte seine Ernennung zum Erzbischof. Sustar gilt als entschiedener Vorkämpfer des europäischen Gedankens in der katholischen Kirche und trat in den 80er Jahren, in der Zeit des eskalierenden Nationalismus im früheren Jugoslawien, als mässigende Stimme auf. Papst Johannes Paul II. nahm 1997 den Rücktritt Sustars an. Der damals 62-jährige Sekretär des vatikanischen Kulturrates, Prälat Franc Rode, löste den 77-jährigen Metropoliten Sustar an der Spitze des Bistums ab, der bereits zwei Jahre zuvor – aus Krankheitsgründen und mit Erreichung des 75. Lebensjahres – seinen Rücktritt eingereicht hatte.
KIPA/THOMAS BINOTTO