KELCH
Er ist das älteste liturgische Gefäss: Das Brot für die Feier der Eucharistie konnte man einfach auf den Tisch legen, aber der Wein braucht immer ein Gefäss. In den ersten christlichen Jahrhunderten gab es drei verschiedene Kelche: Ein grosses Gefäss für die Aufnahme des Weins, den die Gläubigen als Gabe für die Eucharistiefeier und für die Armen mitbrachten. Bei der Gabenbereitung wurde der Wein dort hineingegossen. Ausserdem gab es Kelche für die Austeilung des konsekrierten Weins an die Gläubigen. Sie waren viel grösser als heutige Kelche, da die Kelchkommunion normal war und der Kelch genügend Wein aufnehmen musste. Ausserdem hatten sie meist zwei Henkel, wie es auch bei alltäglichen Trinkgefässen üblich war: Man konnte leicht zugreifen. Schliesslich gab es einen kleineren Messkelch. Dieser stand während des Hochgebets auf dem Altar. Die Grösse und die Form der Kelche veränderten sich, als immer weniger und schliesslich gar keine Gläubigen mehr Anteil am Kelch hatten: Die Trinkschale wurde immer kleiner, die Henkel entfielen, der Kelchfuss wurde breiter, der Schaft immer höher. Kunstvoll gestaltet wurde der Kelch fast von Anfang an: durch kostbares Material, Edelsteine, Eingravieren von Bildern. Die einfache, aber ausdrucksstarke Form zeichnet insbesondere moderne Kelche aus.
GUNDA BRÜSKE
LITURGISCHES INSTITUT