Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Ökumenische Frauenbewegung Zürich

Gottes starke Töchter

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Die Ökumenische Frauenbewegung Zürich setzt sich ein für Gerechtigkeit aus Frauensicht – im theologischen wie im gesellschaftspolitischen Bereich.

„Das Experimentell-Kreative prägt alles, was wir machen“, sagt Susanne Kramer-Friedrich. „Unsere Projekte sind kritisch, sinnlich und lustvoll“, ergänzt Doris Albertin. Die Rede ist von der Ökumenischen Frauenbewegung Zürich (OeFZ), einem Zusammenschluss kirchlich und gesellschaftspolitisch engagierter Frauen verschiedener Konfessionen. Entstanden aus der Arbeitsgruppe „Frausein und Kirche“ der reformierten „Disputation ’84“, einer Erneuerungsbewegung wie zuvor die katholische „Synode ’72“, ist sie seit 1989 als Verein konstituiert, um, wie es in den Statuten heisst, „frauenspezifische religiöse Anliegen und feminis-tisch-theologisches Denken und Handeln zu fördern“.
„Wir vernetzen spirituell und feminis-tisch-theologisch interessierte Frauen und beziehen Stellung zu kirchlichen und sozialpolitischen Themen aus feministischer Perspektive. Zudem suchen und erproben wir neue frauenzentrierte Gottesdienstformen und Rituale“, erklärt Gründungsmitglied Susanne Kramer-Friedrich. „Es geht um Gerechtigkeit aus Frauensicht.“
Seit ihren Anfängen kämpft die Ökumenische Frauenbewegung für ein offenes Gottesbild, das männliche und weibliche Aspekte umfasst und dies auch in der Sprache ausdrückt. Mit dem Erscheinen der „Bibel in gerechter Sprache“, deren Matthäus-Evangelium von der OeFZ gesponsert wurde, ist denn auch ein Grundanliegen der Bewegung erfüllt worden. „Seither haben wir alle Dauerweihnacht“, sagt Susanne Friedrich-Kramer stolz. Es sei schade, dass in der neuen Zürcher Bibel der Gottesname im 1. Testament stereotyp mit „Herr“ übersetzt werde. „Die ‚Bibel in gerechter Sprache‘ ermutigt  uns, altbekannte Texte neu zu lesen, und führt zu neuen Erkenntnissen“, betont Susanne Kramer-Friedrich. „Klassische Stolpersteine werden zu Wegweisern, traditionelle Fehlübersetzungen korrigiert, erstarrte Begriffe plötzlich lebendig.“
Dabei geht es der OeFZ längst nicht nur um Worte, sondern vor allem auch um Bilder. Um Rollenbilder, gesellschaftspolitische Vorbilder, die oft direkt aus der Bibel kommen. „Gott hat nicht nur starke Söhne, sondern auch starke Töchter“, meint Doris Albertin. In Lesezirkeln oder Frauengottesdiensten wird deshalb den Frauen in der Bibel nachgespürt, auf Pilgerinnenreisen werden Heiligenlegenden entrümpelt und auf Stadtrundgängen wird nach Ahninnen geforscht.
Seit 1985 bietet der alljährliche FrauenKirchenTag – der auch schon zweimal eine Nacht war – Gelegenheit, sich intensiver mit einem Thema zu befassen. Auch dieses Jahr wird gepilgert, und zwar auf die Rigi. Pilgern hat in der Ökumenischen Frauenbewegung Tradition. „Gemeinsam unterwegs zu sein, ist ein Leitmotiv für uns“, sagt Doris Albertin, Mitglied der Pilgerinnengruppe. „Neue Wege weiten den Blick. Sie bereichern, ermutigen und stärken.“

PIA STADLER


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ZÜRCHER FRAUENKIRCHENTAG

„Geheimnisvolle Rigi“
Pilgerinnenfahrt von der Kapelle „Maria zum Schnee“ zur Heilquelle der „Drei Schwestern“.
Samstag, 1. September, 9.00 bis 18.00 Uhr.
Anmeldung bis 22. August bei der Ökumenischen Frauenbewegung, Franklinstrasse 14, 8050 Zürich; Tel. 044 313 00 65.

Detailprogramme sowie weitere Angebote des OeFZ unter

www.oefz.ch

Impression von der Pilgerinnenfahrt 2005 auf die Insel Ufenau. FOTO: ZVG