Warum in der Synode?
Vor allem das „Auftun“ der kath. Kirche im Kanton Zürich hat mich begeistert. Die „Geh hin“-Kirche ist ein Versprechen an die Zukunft. Es ist ein Öffnen – auch zu Nichtchristen und anderen Religionsangehörigen. Niemand fragt in der Bahnhofs-, Flughafenund Sihlcity-Kirche – wenn nicht gewünscht – nach der Vergangenheit. Nur die Gegenwart und die Zukunft sind massgebend. Aber auch das Suchen nach der Jugend und deren Fragen und Neupositionierung in unserer christlichen Gesellschaft ist ein wichtiges Thema. Als Aufbruch in ein zukunftsträchtiges Geschehen im Kanton Zürich zeigt sich das neue Projekt Paulus-Akademie als Stadtakademie im Kreis 5.
RITA FLEPP
Ich habe tolle Erinnerungen an katholische Jugendvereine und profitierte von katholischen Schulen und Internat. Das prägt! Mit meiner Arbeit in der Kirchgemeinde und in der Synode wollte ich wieder etwas zurückgeben und einen Beitrag leisten, dass das Gedankengut – angepasst an die heutige Zeit – aufrechterhalten wird.
WILLI AMRHEIN
Der Einsitz in der Synode gab mir die Möglichkeit, die Stossrichtung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich zu verstehen und mit meiner Meinungsäusserung ein ganz klein wenig zu beeinflussen. Wichtig ist primär, genügend Informationen zu laufenden und geplanten Geschäften zu bekommen. Die Meinungsbildung ist schwierig, die Informationen werden nur zum Teil präsentiert, sie können aber abgeholt werden. Dann aber kann jeder Synodale Einfluss auf die Geschäfte nehmen, mit Wortmeldungen während der Verhandlungen oder noch effizienter mit Einsitz in einer vorberatenden oder ständigen Kommission.
VERA NEWEC
Die Verantwortung ist in unserer Kantonalkirche in einen staatskirchlichen und einen innerkirchlichen Bereich aufgeteilt. Dieses duale System, wie wir es in Zürich und in andern Kantonen der Schweiz kennen, ist einzigartig. Deshalb lohnt sich ein Engagement in der Synode, welche zum staatskirchlichen Bereich gehört. Die Mitarbeit in der Synode gibt den Gläubigen die Möglichkeit, eigene Akzente zu setzen und ein Gegengewicht zur hierarchisch strukturierten Kirche zu bilden. Mein Wunsch an die Kirchgemeinden ist der, kompetente und auch etwas mutige Leute in die Synode zu wählen.
ALBERT ZWICKER
Es stimmt: Mit zwanzig Jahren Synodenzugehörigkeit hätte ich als amtsältestes Synoden-Mitglied einiges zu berichten. Zum Beispiel: wie aus einer Art kirchlicher Landsgemeinde ein waschechtes Parlament mit dem zugehörigen politischen Getue geworden ist. Ich erlebte die Mitgestaltung an sympathischen Zukunftsvisionen für unsere Kirche wie auch Tiefpunkte in der Glaubwürdigkeit. Gerade jetzt – nach Äusserungen von Papst und Bischof – bin ich dankbar, dass die katholische Kirche in Zürich und weitherum in der Schweiz dank ihrem „dualen“ Wesen noch ein anderes Sprachrohr hat als nur das hierarchische. Ich hoffe einfach, dass die Schwesterkirchen weiterhin bereit sind zur ökumenischen Zusammenarbeit, welche im Kanton Zürich unabdingbar ist.
PFARRER ANDREAS BURCH
Auf einen kurzen Nenner gebracht: elf gute und ein schlechtes Jahr. Während die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in der Finanzkommission immer ausgezeichnet war, habe ich vor allem im letzten Amtsjahr die beschränkten Befugnisse der Synode als belastend empfunden. Trotzdem war es nach zwölf Jahren als Mitglied der Exekutive einer mittelgrossen Gemeinde interessant, auf der „andern Seite“ zu sitzen und in der Legislative der katholischen Kantonalkirche mitzuarbeiten.
HEDY JACOMETÂ
Einige Stichworte zu Anforderungen und Chancen der Mitarbeit in der Synode: Kennenlernen der interessanten Zusammenhänge im dualen System. – Verbindung schaffen zwischen innerkirchlichen Belangen und Entscheiden einerseits und staatskirchlicher Verantwortung mit ihren Rechten und Pflichten andererseits. Gesamtheitliche Sichtweise für den ganzen Kanton Zürich gewinnen, Stadt und Land vereinen. Mitwirken bei der demokratischen Verteilung der Steuergelder, Prioritäten setzen bei den Aufgaben. Dienst an der kirchlichen Allgemeinheit mit politischem Hintergrund (nicht parteipolitisch gemeint). Demokratie lebt von vertiefter Mitarbeit, am besten mit Personen verschiedener Herkunft, Ausbildung …
WERNER SIEBER
Ich habe meine Nachfolgerin mit folgendem Argument geworben: „Du kannst ‚Katholisch Zürich‘ ein ganz klein wenig mitgestalten; die Gestaltungswege sind äusserst vielfältig und interessant.“ – So habe ich im Übrigen meine zehn Jahre als Synodalin ebenfalls in Erinnerung.
RUTH JÄGER
Als Synodale interessierte mich generell die sinnvolle und zweckmässige Verwendung der Steuergelder für alle personellen und materiellen Aufwendungen, die der Entfaltung des religiös-kirchlichen Lebens dienten. Als Aktuar der Synode setzte ich mich besonders für eine effiziente, kompetente und glaubwürdige synodeninterne Geschäftsführung im Rahmen der Geschäftsordnung ein.
RENÉ BAUMGARTNER