Erfahrungen …… als berufstätige Mutter
Mein Mann und ich teilen uns die Familien- und Erwerbsarbeit (fast) gleichmässig auf. Möglich ist das einerseits dank meiner Teilzeitanstellung im Generalvikariat: Das 60-Prozent-Pensum, das heisst drei Tage im Büro, passen für mich sowohl von der Tätigkeit als auch im Bezug auf das Gleichgewicht zwischen Job und Familie hervorragend. Ganz besonders kommt uns entgegen, dass Claudius den grössten Teil seiner Erwerbsarbeit von zu Hause aus erledigen kann: Dahinter steht ein Chef, dem als Priester die Erfahrung des Familienvaters zwar fehlt und der dennoch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere für die Frau, grossschreibt.
So verbringen Claudius und ich abwechslungsweise einen Tag daheim und einen im jeweiligen Büro, ohne dabei auf eine Fremdbetreuung für unsere kleine Nuria (knapp sechs Monate) angewiesen zu sein. Auf diese Weise musste mit der Geburt unserer Tochter weder ich mich von der Berufswelt verabschieden, noch Claudius von seinem Wunsch und Anspruch, ein präsenter Vater und nicht nur ein „Feierabend-Papi“ zu sein.
Wir fühlen uns sehr privilegiert, denn in unserer Bekanntschaft sind viele Paare, die sich eine solche Aufteilung zwar wünschen, aus vielfältigen Gründen aber nicht verwirklichen können. Gewissermassen sind Claudius und ich also beides „Emanzen“. Glücklicherweise scheint unsere Tochter Nuria damit kein Problem zu haben: Sie geniesst die Spaziergänge im Grünen, ob nun ich oder Claudius den Kinderwagen stossen. Die Stabübergabe in unserem Haushalt mit Perfektionierungspotential findet jeweils beim Abendessen statt. Da berichten wir einander vom vereinbarten Sanitärbesuch und von der Wäsche, die abgehängt werden soll. Was im einen Büro geschehen ist und was im anderen am nächsten Tag zur Erledigung ansteht. Und ab und zu gönnt es sich Claudius sogar, mir seine neue Lieblingskolumne vorzulesen: „Der Hausmann“ im Migros-Magazin …
ARIANNA MAINERI LUTERBACHER