Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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KLEINES 1x1 DER LITURGIE

DER ENGEL DES HERRN

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Noch immer läuten vielerorts dreimal täglich die Kirchenglocken zum Gebet: morgens, mittags und abends. Durch das sonntägliche Angelusgebet, zu dem der Papst einlädt und das er mit einer Katechese und seinem Segen abschliesst, hat das „Betenläuten“, wie es hierzulande oft genannt wird, zu neuer Popularität gefunden. Wir verdanken den Impuls zu dieser Tradition den Franziskanern, die 1263 damit angefangen haben, abends mit dem Dialog zwischen dem Erzengel und Maria der Menschwerdung zu gedenken und dafür drei „Ave Maria“ zu beten. Die heutige Form fand das Gebet im 16. Jahrhundert. Es wurde wohl ganz bewusst als volkstümliche Ersatzform für das Kleriker-Breviergebet gefördert. Auch wenn heute alle Christen dazu eingeladen sind, das kirchliche Stundengebet zu feiern, so ist es doch höchst wünschenswert, (wenigstens) diese Gebetsform hochzuhalten, denn in ihr kommt in schöner Weise die Mitte unseres Glaubens zum Ausdruck, die wir so täglich dreimal bekennen: Gott nimmt den Menschen ernst und bezieht ihn in das Werk der Erlösung („gegrüsst seist du!“) mit ein. Er steigt selbst hinab und nimmt Menschennatur an („das Wort ist Fleisch geworden“) und durch das Osterereignis hat er uns die Erlösung gebracht („lass uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen“). Dabei ist uns Maria Vorbild und Fürbitterin. Dreimal täglich ein weihnächtlich-österlich-pfingstliches Gedenken unserer Bestimmung!

PETER SPICHTIG OP
LITURGISCHES INSTITUT


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