Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2007 forum Nr. 14, 2007 TISCHGEBET
KLEINES 1x1 DER LITURGI

TISCHGEBET

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Wie der Mensch isst, so ist er. In unserer Zeit is(s)t er oft schnell und allein. Familien sitzen durchschnittlich nur noch ein Mal pro Woche als Gemeinschaft zu Tisch. Die tägliche Verpflegung dient meistens lediglich dazu, Hunger und Durst zu stillen.
Es gibt aber auch das andere: Bei besonderen Gelegenheiten laden wir Freunde zum Essen ein und nehmen uns Zeit, in gelöster Atmosphäre das gemeinsame Mahl mit Bräuchen und Ritualen zu „zelebrieren“. Das Essen und Trinken wird zum Gemeinschaftserlebnis, zum Ausdruck von Lebensfreude, zum Fest.
Gläubige Menschen deuten das friedliche und frohe Miteinander im Mahl als Begegnung und Gemeinschaft mit Gott, der Leben in Fülle spendet. Sie sehen im Mahl ein Bild für die zeitlose, ewige Freude, die sie von Gott her erwarten. Im Tischgebet erinnern sie sich dankbar daran.
Das Tischgebet hat seine Wurzeln im jüdischen Lobpreis (Beraka), den auch Jesus immer praktiziert hat, auch beim Letzten Abendmahl mit seinen Jüngern: „Er nahm das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen“ (Lukas 24,30). Die Gebetshandlung mit Brot und Wein bei Tisch hat Jesus zum Zeichen gemacht für die bleibende Lebensgemeinschaft mit ihm über den Tod hinaus.
Immer wenn die Kirche das eucharistische Mahl feiert, tritt sie in diese Gemeinschaft mit Christus ein. Das Hochgebet ist ein entfaltetes Tischgebet: Nach dem Vorbild Jesu danken wir Gott, der uns durch Christus schon jetzt teilnehmen lässt an der Freude und am Reichtum des himmlischen Gastmahls. Das Tischgebet stellt damit eine Verbindung zwischen Liturgie und Alltag her, zwischen der Eucharistiefeier und unseren häuslichen Mahlgemeinschaften.

JOSEF-ANTON WILLA
LITURGISCHES INSTITUT

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