Keine Angst vor Aufbrüchen
Während 27 Jahren übernahm Dr. Werner A. Rechsteiner verschiedenste Aufgaben in der katholischen Kirche. In der Kirchgemeinde St. Martin wurde er 1980 zum Präsidenten der Rechnungsprüfungskommission gewählt, ab 1990 präsidierte er die Kirchenpflege. Weiter wirkte er bis zu seinem Tod in der Pfarrkirchenstiftung.
Die Erfahrungen aus der Kirchgemeinde brachte Werner in seine Arbeit auf städtischer Ebene ein. 1983 wurde er in die Rechnungsprüfungskommission des Verbandes der römisch-katholischen Kirchgemeinden der Stadt Zürich gewählt. 1993 übernahm er für fünf Jahre das Amt des Vizepräsidenten. In der Rechnungsprüfungskommission kontrollierte Werner minutiös und mit grossem juristischem Wissen die Tätigkeit des Verbandsvorstandes. Werner war bestimmend beteiligt an der Neuregelung der Finanzströme zwischen den Kirchgemeinden, den Pfarrkirchenstiftungen und den beiden Verbänden.
NEUE KIRCHENRÄUME ENTDECKEN
1998 wählten ihn die Delegierten der 23 Stadtzürcher Kirchgemeinden in den Verbandsvorstand. Im Verbandsvorstand übernahm Werner Rechsteiner das Ressort „Spezialseelsorgen“. Als Erstes erarbeitete er Regeln zur finanziellen Unterstützung der Seelsorge in Kranken- und Pflegeheimen. Er führte das Projekt „Bahnhofkirche“ zusammen mit den Partnerbehörden – dem evangelisch-reformierten Stadtverband sowie der katholischen und der evangelisch-reformierten Kantonalkirche – zu einem guten Start und begleitete es seither. Die ökumenische Polizei- und die Sanitätsseelsorge initiierte er ebenfalls. Auch für die Finanzierung der ökumenischen SMS- und Internetseelsorge setzte er sich ein.
Ende 2005 kam der Gedanke einer Sihlcity-Kirche auf. Auch dieses ökumenische Projekt begleitete Werner. Einige Tage zu spät für ihn fand am 13. Juni 2007 die Einweihung statt. Ausstehend ist die Installation eines vom Künstler Hans Erni entworfenen Farbfensters. Werner vermittelte den Kontakt zu diesem Künstler und auch zum Sponsor des Fensters. Wir hoffen, dass bei diesem Fenster eines Tages in Form einer Gedenktafel an Werner erinnert wird.
VERANKERTE OFFENHEIT
Ab 2006 setzte er sich als Gutsverwalter und Vizepräsident bis zu seinem letzten Tag für die Belange der Kirche ein. Noch vor kurzem unterbreitete er dem Verbandsvorstand zuhanden der Delegiertenversammlung vom Juli 2007 die finanziellen Richtlinien 2008.
Werner machte nicht Halt an den Konfessionsgrenzen. Gerade weil er im Katholizismus fest verankert war, konnte er die ökumenische Zusammenarbeit suchen und pflegen, wo immer es sachdienlich war. In seiner Art, mit seinem grossen Einsatz, mit seinem Wissen und seiner Liebenswürdigkeit wurde er von unseren evangelisch-reformierten Kolleginnen und Kollegen bestens geschätzt.
Ausserhalb seines Ressorts arbeitete der Jurist Werner Rechsteiner intensiv mit an der Neuformulierung des Verbandsstatutes und der Geschäftsordnung. Die Delegiertenversammlung setzte das Statut auf den 1. August 2002 in Kraft. Neben seinem Einsatz in den Behörden wirkte er als Berater und Anwalt für Kirchgemeinden und Stiftungen.
Die katholische Kirche Zürichs verliert mit Werner Rechsteiner einen kompetenten, erfahrenen und engagierten Menschen und einen stets aufrichtigen, verlässlichen und liebenswürdigen Freund. Möge er in Frieden ruhen!
VORSTAND DES STADTVERBANDES DER
RÖMISCH-KATHOLISCHEN KIRCHGEMEINDEN
DER STADT ZÜRICH