Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2007 forum Nr. 14, 2007 Achtung, fertig, Jubiläum!
75 Jahre Blauring und Jungwacht

Achtung, fertig, Jubiläum!

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Die beiden grössten katholischen Kinder- und Jugendverbände der Schweiz haben am 9. und 10. Juni in Luzern ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert. Es kamen 10 000 Kinder, Jugendliche, Leitende und Ehemalige auf das Allmendgelände.

Die „Jublas“ konnten rund 100 kreative, abenteuerliche, lustige, sportliche und besinnliche Angebote nutzen. Zunächst allerdings war das Grossfest von einem Sabotageakt bedroht. Das teilte Hauptkommissar Franz Hugentobler in einem Interview mit der Blauring- und Jungwachtzeitung „Blitz“ vor dem Event mit. Der Hornbrillenträger mit Detektivhut und Plastikbart forderte die „Zivilbevölkerung“ – genauer, die rund 10.000 zum Fest erschienenen Jublas – auf, aktiv zur Lösung des Falles beizutragen.
Nach Aussetzen einer Belohnung und weiteren Hinweisen dürfte der Täter inzwischen von einer gewitzten Schar identifiziert worden sein – das Fest wurde zumindest gerettet. Mit diesem Krimispiel wurden die Jubiläumsbesucher schon während der Anreise auf das fantasievolle Wochenende eingestimmt.

LEBENSGROSSER TÖGGELIKASTEN
Betrat man den durch sintflutartige Regengüsse matschig gewordenen Rasen auf dem Allmendgelände anfangs noch auf Zehenspitzen, um jede Pfütze auf dem Kiesboden herumbalancierend, so liess man sich dann aber schnell von den Kindern anstecken: Ohnehin schon nass von der Seifenrutschbahn oder dem „Schwimmbädli“ neben der Strandbar, konnten sie jetzt erst recht „dre-ckeln“. Die unfreiwilligen Kurzduschen wurden Teil des Events, und fand man sich doch einmal unter den rustikalen Grosszelten zum Schutz vor den Wassermassen ein, so wurde gelacht, am Lagerfeuer gesungen, gespielt oder gebastelt.
Einmal in diese Jugendwelt abgetaucht, kann man wohl verstehen, wie Alice sich im Wunderland gefühlt haben muss: Da waren Kinderkolonnen in bunten Verbandsshirts, die stolz wollige Lamas am Strick führen durften; man sah halbstarke Knaben, die im vollgestopften Badezuber fröhlich „Einer geht noch, einer geht noch rein!“ sangen und dabei einer Suppe im Kochtopf verblüffend ähnlich sahen; oder man stand am lebensgrossen Töggelikasten, in dem die Rolle der Figuren von menschlichen Spielern eingenommen wurde.

FÜNF FARBEN FÜR FÜNF WELTEN
Es wurde eine Stadt aus Zeitungspapier gebaut, es wurden Kurzfilme produziert und Volkstänze einstudiert. Man sah verrückte Theaterstücke und Teenager, die zu Bands aus den Jugendverbänden rockten oder sich in einer mittelalterlichen Kulisse vom Knappen zum König hocharbeiteten.
Das Festgelände wurde ganz nach den fünf Grundsätzen von Jungwacht und Blauring in fünf „Welten“ und Farben eingeteilt: In der roten konnten die Besucher „zusammen sein“, die grüne lud zum „Natur erleben“ ein, in der orangen und gelben Welt konnte man „mitbestimmen“ und „kreativ sein“, und der Bereich „Glauben leben“ war blau markiert.
Hier durften die jungen Besucher beispielsweise aus Pappschachteln und mit viel Farbe Jerusalem nachbauen, mehr über die Kraft der Sonne erfahren, durch Verkleiden andere Kulturen kennen lernen oder Filme über das schwierige Leben von Kindern auf der ganzen Welt anschauen.

VIELFÄLTIGE JUGENDBEWEGUNG
Rund 15 000 Mädchen und 10 000 Knaben werden auf Pfarreiebene von 7000 jugendlichen Leitern ehrenamtlich betreut. Sie leiten Gruppenstunden, Scharanlässe und Ferienlager. Alle Kindergruppen einer Pfarrei bilden zusammen die Schar.
Mädchen können im Blauring und Knaben in der Jungwacht mitmachen. In einigen Pfarreien haben sich aber auch die beiden Verbände zusammengeschlossen und treffen sich in gemischten Gruppen.
Zur 75-Jahr-Feier wurde eine Liedersammlung mit 75 Liedern herausgegeben, in der 75 Menschen, die einmal in der Jungwacht oder Blauring aktiv waren oder noch sind, und ihre Lieder porträtiert werden. Martha Leuthard Reber gehört zu diesen Menschen und war aus diesem Grund als „Special Guest“ zum Jubiläumsfest eingeladen.
Sie erinnert sich gerne an die Zeit zurück, als sie Scharführerin war. „Durch Blauring wurden meine vorhandenen Führungsqualitäten noch mehr herausgebildet.“ Ausserdem sei es ein schönes Gefühl gewesen, die Verantwortung in den Lagern zu tragen, gemeinsam Dinge gestalten und erleben zu können.
Auch an die 25-Jahr-Feier denkt sie gerne zurück. Damals sei sie in den Blauring eingetreten. Dort habe man noch die Uniformen mit den Röckchen und langen Strümpfen getragen. „10 000 Mädchen und alle als eine Einheit – das muss man sich mal vorstellen. Man hat gezeigt, man gehört zusammen.“
Nun möchte sie die Jungen mit ihrer Erfahrung unterstützen. Deshalb ist sie am Samstag dem neu gegründeten Ehemaligenverein „Lebensfreunde“ beigetreten. Der Verein soll auch den Kontakt unter den Mitgliedern verbessern und so ein Netzwerk und Rückgrat für Blauring und Jungwacht schaffen. Mit mindestens 50 Prozent seiner Mitgliederbeiträge unterstützt der Verein die jungen Leute der beiden Verbände.

KATHARINA RILLING / KIPA

www.jubla.ch

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FOTO: Dominik Stegemann, JUBLA, zVg
Jungwacht und Blauring

Die erste Jungwachtschar entstand 1932 in Birsfelden BL – sie war also eine lokale Gründung. Auch danach waren die Gründungen von Jungwachtscharen zunächst Initiativen von einzelnen Pfarreien. Der Blauring wurde als Kinderstufe der damaligen Jungfrauen-Kongregation gegründet. 1933 wurden in einer Versammlung die Grundlinien des neuen Mädchenverbands festgelegt.
In den 70er-Jahren haben sich Blauring und Jungwacht von ihren Gründerverbänden Jungmannschaftsverband und Marianische Kongregation gelöst und untereinander eine enge Zusammenarbeit begonnen. Aus volkskirchlich orientierten Verbänden wurden Kinderorganisationen mit einer christlich geprägten Freizeitkultur.

… IM KANTON ZÜRICH
Blauring und Jungwacht haben im Kanton Zürich etwas mehr als 2300 Mitglieder. 1100 sind Mädchen, 670 Buben. Die 49 Scharen im ganzen Kanton werden von 560 Leiterinnen und Leitern betreut. Eine ehrenamtliche kantonale Verbandsleitung (Kalei) koordiniert die überregionalen Aktivitäten. Die Schwerpunkte der Kalei liegen in der Ausbildung der Leiterinnen und Leiter sowie in der Kommunikation des Verbandes gegen innen und aussen. Weiter bietet die Kalei verschiedene Animationsangebote an. Besondere Höhepunkte bilden Grossprojekte wie Kantonslager oder Spielfest, die in regelmässigen Abständen stattfinden. Unterstützt wird die Kalei in ihrer Arbeit von vielen freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ständigen und zeitlich befristeten Arbeitsgruppen. Die Kalei gibt auch die viermal pro Jahr erscheinende LeiterInnen-Zeitschrift „Chnopf“ heraus.
In Zürich befindet sich die Arbeitsstelle von Blauring und Jungwacht Zürich. Hier arbeitet Stellenleiterin Eliane Reust, eine der beiden Angestellten des Vereins. Sie bewältigt die Administration und unterstützt die Kantonsleitung sowie die Arbeitsgruppen. Schwerpunkt des zweiten professionellen Mitarbeiters, Kantonspräses Markus Holzmann, ist die Begleitung der Kantonsleitung und der jeweiligen Scharpräsides.
Seit 1990 sind die Scharen von Blauring und Jungwacht Zürich in einem kantonalen Verein zusammengeschlossen. An der jährlichen Kantonskonferenz, wählen die Delegierten als Vertreter der Scharen den Vereinsvorstand, die Kantonsleitung und stimmen über Anträge aus den verschiedenen Gremien ab.  

PD/KIPA/BIT

www.jublazueri.ch