Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Sie sind hier: Startseite Archiv 2007 forum Nr. 13, 2007 Liebe Leserin, Lieber Leser
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„Noch 13 Jahre, um die Erde zu retten“, übertitelte ein deutsches Boulevardblatt seinen Artikel zum Klimabericht der UNO. Für einmal dürfte es sich nicht um reine Panikmache und Sensationslust handeln. Was den Klimawandel betrifft, ist es tatsächlich fünf vor zwölf. Allerspätestens bis ins Jahr 2020 muss der Trend zu immer grösserem Treibhausgas-Ausstoss gebrochen sein. Denn sollte es nicht gelingen, diesen Ausstoss bis 2050 um die Hälfte zu senken, droht Schlimmes. Hungersnöte, versinkende Küstenstädte, Flüchtlingsströme, Wirtschaftskrisen, Naturkatastrophen – den Horrorszenarien scheinen keine Grenzen gesetzt.
Vielleicht versiegen ja die Öl- und Erdgasquellen noch bevor das Klima völlig aus dem Ruder läuft. Doch die Folgen der Verknappung fossiler Brennstoffe sind nicht weniger dramatisch: Die Benzin-Rationierung wird zu Schlangen an den Tankstellen führen, Flugtickets werden für viele unerschwinglich werden. Weil mangels Treibstoff die Nahrungsmittel nicht in die Läden gebracht werden können, droht zeitweise Nahrungsmittelknappheit. Wenn kein Treibstoff für die Wasserpumpen vorhanden ist, wird’s auch mit der Wasserversorgung schwierig. Zeitweiser Zusammenbruch der Elektrizitätsversorgung scheint ebenso unvermeidbar, wenn Nuklearbrennstoff nicht in die Kraftwerke gebracht werden kann. Ganz zu schweigen von Ressourcenkonflikten, sprich Ölkriegen.
Ohne das alles schönzureden, bin ich überzeugt, diese Bedrohung birgt auch Chancen. Denn es könnte doch sein, dass der kleine Dorfladen plötzlich eine Renaissance erlebt, dass weniger Mobilität die Leute zu erholsamerem Freizeitverhalten bringt und dass viele Autos samt ihren Abgasen aus der Landschaft verschwinden. Nicht jeder Verzicht bedeutet automatisch eine Verringerung des Komforts. Viele Luxusgüter wie saubere Luft, Zeit oder Gesundheit treten womöglich erst zutage, wenn wir zum Masshalten gezwungen werden.

JUDITH HARDEGGER

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