Liebe Leserin, Lieber Leser
Sie nannten ihn „Speckpater“, den holländischen Prämonstratenserpater Werenfried van Straaten, der 1947 das Hilfswerk „Kirche in Not“ gründete – wider die Verfolgung, für Versöhnung und Neuevangelisierung, Sozial- und Pastoralarbeit im Dienst der katholischen Kirche. Der Name „Speckpater“ geht darauf zurück, dass Werenfried van Straaten kurz nach dem Krieg anfing, Geld und dauerhafte Nahrung, „ein nicht zu klein bemessenes Stück Speck“, wie er sagte, für die Millionen deutscher Flüchtlinge aus dem Osten zu sammeln. Inzwischen ist die „Kirche in Not“, die dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiert, zu einem international tätigen Hilfswerk gewachsen mit Projekten in über 140 Ländern. Päsidiert wird sie vom Schweizer Theologen Hans-Peter Röthlin.
Unter anderem unterstützt „Kirche in Not“ die „Fazendas da Esperança“, Farmen der Hoffnung, auf denen Drogenabhängige, Alkoholiker, HIV-Positive und Strassenkinder durch Arbeit und den Versuch, das Evangelium zu leben, einen neuen Sinn für ihr Leben finden.
Während Papst Benedikt XVI. auf seiner Brasilien-Reise am 12. Mai die „Fazenda“ in Guaratingueta besuchte, hatten wir uns zuvor auf den Weg zu den zwei deutschen „Ablegern“ in der Nähe von Berlin gemacht. Auch wenn wir dort nicht von 8000 jungen Menschen umjubelt und mit Samba empfangen wurden wie der Papst in Südamerika, beeindruckt von den Begegnungen waren wir allemal. Einblick in das Leben von Werenfried van Straaten (1913–2003) und das Wirken der „Kirche in Not“ erhielten wir bei einem Zwischenhalt in Königsstein am Hauptsitz des Hilfswerks.
Ein charismatischer Pater, sein Werk und seine Projekte: Eindrücke und Informationen finden Sie auf den Seiten 4 bis 6.
PIA STADLER