Kirchliche Berufe im Fokus
Ein Segment des Beratungsangebots der Jugendseelsorge Zürich ist – nebst allgemeiner Berufs-, Laufbahn- und psychologischer Beratung – die „Kirchliche Laufbahn- und Studienberatung“. Die von Hugo Brunner seit neun Jahren geleitete Kirchliche Laufbahnberatung zeigt Interessierten ein weites Feld von kirchlichen Berufen, welche interessante und aussergewöhnliche Perspektiven eröffnen. Hugo Brunner hat die Bereichsverantwortung inne für die Jugendberatung mit der psychologischen Beratung, der Berufs- und Laufbahnberatung sowie des Beratungsangebots für Fragen im Zusammenhang mit religiösen und weltanschaulichen Sondergruppen. Er erstellt auch im Auftrag der Aufnahmekommission des Dritten Bildungsweges für Interessierte des Theologiestudiums auf dem Dritten Bildungsweg vertrauenspsychologische Gutachten. Das Beratungsangebot gilt einerseits als Anlaufstelle für junge Erwachsene, die sich für einen kirchlichen Beruf interessieren, anderseits für kirchliche Mitarbeitende, die Fragen zu ihrer Weiterbildung haben.
Dieses Angebot der Kirchlichen Laufbahnberatung ist einmalig in der deutschen Schweiz, weil hier Laufbahn- und Studienberatung explizit zur Standortbestimmung der persönlichen Studien- oder Berufswahl angeboten wird. Der Berater steht zudem auch zur Verfügung für die Supervision von kirchlichen Mitarbeitenden, insbesondere für kirchliche Jugendarbeitende. Die Beratungen unterstehen der psychologischen Schweigepflicht.
Angesprochen sind junge Erwachsene, Erwachsene und jugendliche Interessierte des Kantons Zürich. Die Klientel erfährt von der Dienstleistung über die Pfarreien, die kirchlichen Behörden, das Generalvikariat Zürich, die anderen kirchlichen Dienststellen, die kirchlichen Jugendarbeitenden, das „Jahr der Berufsabklärung“ im Priesterseminar St. Luzi in Chur, die Fachstelle „Information Kirchliche Berufe“, die Ordensgemeinschaften, die Freien Katholischen Schulen Zürich, Mundpropaganda oder die öffentliche Berufsberatung.
Es sind vor allem junge Erwachsene, welche die Beratungsdienste in Anspruch nehmen. Im Zentrum stehen folgende Fragen: Wie kann man katholische Theologie studieren? Wie sind die beruflichen Möglichkeiten als Frau innerhalb der katholischen Kirche? Was sind die konkreten Aufgaben eines Pastoralassistenten oder einer Gemeindeleiterin? Was beinhaltet das Berufsbild einer Religionspädagogin, eines Religionspädagogen? Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es innerhalb der Kirche?
Die neutrale, gründliche Information über die anspruchsvollen und sehr vielseitigen Berufsbilder der Seelsorge steht im Vordergrund. In jedem Fall sind belastbare, gesunde und teamfähige Persönlichkeiten gefragt, welche sich notwendigerweise – um nicht „auszubrennen“ – auch abgrenzen und Aufgaben delegieren können. Ebenso ist wichtig, dass sich im Vorfeld der Entscheidung für einen kirchlichen Beruf die betreffende Person auch mit Themen, die innerhalb der Kirche und der Gesellschaft kontrovers diskutiert werden, gründlich auseinandersetzt. Für das Priesteramt ist die kritische Hinterfragung, ob die zölibatäre Lebensform möglich wäre, unabdingbar.
MAGNUS LEIBUNDGUT