Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

Vergangene Ausgabe
Leserbrief Service Archiv Impressum Kontakt
Sie sind hier: Startseite Archiv 2007 forum Nr. 10, 2007 FISCH
KLEINES 1X1 DER LITURGIE

FISCH

Artikelaktionen

Eines der ältesten christlichen Symbole ist der Fisch. Das griechische Wort für Fisch (Ichthys) setzt sich aus den Anfangsbuchstaben für den Namen und Titel Jesu zusammen: Jesus Christus, Sohn Gottes, Erlöser.
„Wie ein Fisch im Wasser“ fühlen wir uns, wenn es uns rundum wohl ist, wenn wir frei und mit allem eins sind. Das Wasser ist ein Lebenselement; es stillt den Durst, reinigt und erfrischt. Wie Fische im Wasser leben auch jene, die mit Christus, dem grossen Fisch, verbunden sind. Denn sie sind im Wasser und im Heiligen Geist getauft worden.
Das christliche Zeichen des Fisches lässt sich aber auch anders deuten. Wasser kann bedrohlich und lebensfeindlich sein. Die Tiefen des Meeres erinnern an das Unergründliche und Dunkle menschlicher Existenz. Jesus hat diese Wirklichkeit angenommen. Er ist in das „Reich des Todes“ hinabgestiegen wie in die Tiefen des Meeres. Gott aber hat ihn aus dem Meer gefischt und ihn dem Land zur Nahrung gegeben. Damit ist der Weg der Getauften vorgezeichnet.
Eine Form der Taufe sieht vor, dass der Täufling ins Wasser untergetaucht wird. Für einen kurzen Moment ist er von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten, bevor er wieder auftaucht und Luft holen kann. In der Taufe wird symbolisch das Sterben und die Auferstehung vollzogen. Der sündige, vergängliche Mensch stirbt mit Christus und erwacht mit ihm als neuer Mensch zum befreiten Leben. Diese neue Wirklichkeit wird schon im Diesseits erfahrbar in der liebenden Hingabe an andere, oder – um im Bild zu bleiben – wenn die Fischlein wie Christus, der grosse Fisch, einander zur Nahrung werden.

JOSEF-ANTON WILLA
LITURGISCHES INSTITUt

Artikelaktionen