Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zuerich

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Solidarität fördert Integration

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Die Projektphase der KulturLegi Winterthur ist zu Ende. Am 23. Januar 2003 von der Caritas Zürich und HEKS lanciert, wird sie nun ins permanente Grundangebot der Caritas Zürich aufgenommen.

Der persönliche, nicht übertragbare Ausweis – die KulturLegi – ermöglicht Menschen mit knappen finanziellen Mitteln aus der Stadt und Agglomeration Winterthur den ermässigten Zugang zu verschiedenen kulturellen Veranstaltungen, Sport- und Bildungsangeboten in ihrer Stadt. Mehr als 60 Institutionen gewähren auf Vorweisen der Legi zwischen 30 und 50 Prozent Rabatt auf das reguläre Angebot. Die am Existenzminimum lebenden Menschen sollen freien Zugang zu allen Kategorien haben, und nicht einmal mehr auf den „Notsitz“ verwiesen werden, indem sie lediglich von unverkauften Tickets oder einem Restposten profitieren können. Deshalb setzen alle Institutionen, die sich mit dem roten Stern der KulturLegi an der Kasse ausweisen, ein Zeichen gelebter Solidarität. Jederzeit sind Familien mit der Legi etwa im Hallen- und Freibad Geiselweid willkommen oder können sich Bildungshungrige an den Bénédict- Schulen weiterbilden. „Die Nutzniesser unseres Angebots spiegeln das gesellschaftliche Freizeitverhalten“, stellt Christina Jetzer, Projektleiterin der KulturLegi Winterthur bei Caritas Zürich, fest. „Deshalb war es wichtig, ein breites Spektrum an Institutionen für das Projekt zu gewinnen.“

EINBINDUNG STATT ISOLATION
Sozialhilfe empfangende und am Existenzminimum lebende Menschen gibt es in allen Alters- und Bildungsklassen. Und alle sind sie dem gleichen gesellschaftlichen Druck ausgesetzt. Nicht selten führt dieser Druck in die Isolation. Das Projekt zur Integration armutsbetroffener Menschen in die Gesellschaft setzt genau dort an. Es erleichtert den Menschen den Weg zurück ins gesellschaftliche Leben, ermöglicht Kontakte und lässt (wieder) teilhaben. Leben ist Beziehung und Begegnung. Neue Türen öffnen sich nicht in der Isolation, sondern in der Konfrontation und in der Solidarität. Manchmal fliesst erfahrene Solidarität zurück: Eine Klavierlehrerin und allein erziehende Mutter, die heute als Privatperson in das Projekt eingestiegen ist, hatte selber einmal die KulturLegi in der Tasche. Sie weiss, was es heisst, und öffnet nun selber wieder Türen. Musisch begabte und interessierte Menschen profitieren mit der Legi von 50 Prozent Rabatt für Klavierstunden. Immer wieder gibt es Privatpersonen wie zum Beispiel Therapeuten oder Homöopathen, die eigeninitiativ einen Vertrag bei Caritas Zürich anfordern und mit einsteigen.

GROSSES INTERESSE
Die Stadt Bern hat bereits seit einem Jahr eine eigene KulturLegi, und immer mehr Städte zeigen grosses Interesse: Luzern, Chur, Thun. Wünschenswert wäre eine schweizweite Abdeckung, die über die Stadtgrenzen hinaus die Kantone erreicht. Die Idee der KulturLegi wurzelt in Zürich. Branka Goldstein, Mitglied der IG Sozialhilfe Zürich, hat im Jahre 1996 mit diesem Projekt den Sozialpreis der Stadt Zürich gewonnen. Eine Realisierung war nicht im Alleingang möglich. Auf Vereinsbasis mit Caritas Zürich und HEKS wurden die ersten Schritte unternommen. In Zürich wird die Legi vom Sozialamt der Stadt ausschliesslich an Sozialhilfeempfänger abgegeben. In Winterthur blieb Caritas Zürich, nachdem HEKS aus dem Projekt ausgestiegen war, bis heute Trägerin. Sie setzte das Projekt in den letzten drei Jahren in effizienter Zusammenarbeit mit dem Sozialdepartement Winterthur um. Bei der Rekrutierung der Institutionen war die Einsetzung eines Patronatskommitees ein guter Handgriff. Viele prominente Menschen wie etwa der damalige Leiter des Casino-Theaters, Andrej Togni, oder Beni Turnheer bahnten den Weg an diese „ausgezeichneten Orte gelebter Solidarität“.

www.kulturlegi.ch

ANDREA THALI

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